H.R. Giger - oder das Grauen in Örtlikon
von Otfried H. Culmann

Im Atelier sahen wir uns dann auch eine ganze Reihe Bilder von Kubin bis DADO, aus seiner Sammlung an. Danach gingen wir auch noch durch die anderen Zimmer des Grauens, die im wesentlichen aus einem unbeschreiblichen Chaos mit Monstern und Totenköpfen in plastischer und bildlicher Form bestehen! Die Wände im Haus sind schwarz angestrichen und haben zum großen Teil keine Fenster, sodaß er nur in Kunstlicht lebt. In einem schmalen Raum ist sein "Schlafzimmer", wobei das Bett in der Mitte steht und sich drumherum Regale befinden, die brechend voll mit Büchern, Akten und Papierkram sind, wobei er gerade noch durch die Tür zum Bett kommt, da der Papierkram bis an den Rand des Bettes vorgedrungen ist. Vor 14 Uhr ist Giger nicht aus dem Bett zu bekommen, da er oft erst zwischen 3 und 5 Uhr ins Bett geht.
Die "Küche" besteht eher aus einem Durchgang, in dem sich ein Zweiplattenkocher und ein Wasserbecken mit Teller und Gabeln befindet. Wo gegessen wird, ist nicht ganz ersichtlich, da sich nur in seinem Empfangszimmer ein Metalltisch mit Harkonnen -Sesseln befindet, die aus gewaltigen Knochen und Totenschädeln aus Aluminium bestehen und nicht gerade appetitanregend aussehen, -ganz davon abgesehen, daß in dem Haus fast alles jenseits der guten Geschmacksbarriere liegt. Daß man in jedem Zimmer über eine offene Katzenfutterdose stolpert, sei nur nebenbei erwähnt. Die Katze habe ich tatsächlich gesehen, es handelt sich also nicht um einen jungen Alien, der unter dem Bett schläft! Daß man dann noch in der Küche über 40 cm breite Eisenbahnschienen stolpert, sollte jetzt auch nicht mehr verwundern, denn da steht auch