Surrealistische Spuren in Paris
Das Wundervolle ist, dass man dabei immer wieder auf Pfade gerät, die zu erstaunlichen Erlebnissen führen. Oft stellt man erst mit einem zeitlichen und räumlichen Abstand fest, dass dies alles einen tieferen Sinn hat, der sich in dem Augenblick erschließt, wo man ein bestimmtes Bild malt oder einen bestimmten Satz niederschreibt. Als ich 1998 die Ausstellung Der Faden der Ariadne - Phantastische und visionäre Kunst in Zusammenarbeit mit dem Südwestfunk und dem Kulturzentrum Herrenhof Neustadt/Mussbach organisierte, brachte jeder Tag neue Überraschungen. Während ich mich immer mehr in die Sache vertiefte, diesen und jenen Künstler besuchte, brachen manche Fährten plötzlich ab  

und andere taten sich auf. Irgendwann musste ich einen Punkt setzen, denn ich fühlte mich plötzlich wie in einem Labyrinth und war nahe daran, den Überblick zu verlieren. Doch ich muss gestehen, es hat mir in diesem Labyrinth gefallen! Um jede Ecke lauerte eine neue Überraschung: Am einen Tag brachte mir jemand noch nie öffentlich gezeigte Bilder des Surrealisten Edgar Jené‚ am nächsten durchstreifte ich die düsteren Wohnräume H.R.Gigers, am dritten erzählte mir Fabius von Gugel von seinen Begegnungen mit Max Ernst, Fabrizio Clerici oder Leonor Fini.