| 20. Januar 2012 |
Claus Dietrich Hentschel gestorben |
|
|
|
Claus Dietrich Hentschel am 18. Januar 2012 gestorben ist. Claus Dietrich Hentschel beteiligte sich mit seinen Werken an allen Ausstellungen der "art-imaginär" im HERRENHOF Neustadt-Mussbach und kam auch persönlich zu deren Eröffnung am 23.10. 2011. Hentschel sagt zu seiner künstlerischen Arbeit: Ausgehend von der abstrakten Malerei der vierziger und fünfziger Jahre wendete ich mich gegen Ende meiner Studienzeit wieder den Gegenständen zu; aber nicht, um sie im naturalistischen Sinn zu reproduzieren. Ich sehe Gegenstände ("Umwelt", "Natur") als Träger von Bedeutungen, die sie zwar objektiv nicht haben, aber in mir auszulösen vermögen. Die Bedingungen dieses Vorgangs, der sich in ähnlicher Weise wohl in jedem Menschen abspielt, sind meine Aufmerksamkeit und Empfindung, meine Geschichte und die Einwirkung der Gegenwart. Im Prozess des Machens wird der subjektive Eindruck durch Form und Farbe, durch Komplementarität und Analogien objektiviert und ihm etwas Allgemeingültiges, Entzeitlichtes gegeben. So wird die künstlerische Arbeit durch die Neuordnung der Dinge und deren ästhetische Betrachtungsweise zum symbolischen Werk, das einen Hoffnungsschimmer auf das Überdauern unserer Lebenswelt werfen kann. 1937 geboren in Berlin 1956 - 1962 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin, bei den Professoren Fritz Kuhr und Mac Zimmermann 1959 - 1962 Studium der Germanistik an der Freien Universität Berlin seit 1962 Maler und Lehrer, zunächst in Berlin, dann in Stuttgart. Lebt und arbeitet seit 1969 in Konstanz am Bodensee. |
|
|
| 16. Januar 2012 |
Eröffnung "art-imaginär II Hommage á Bruno Weber |
|
|
|
„art-imaginär II “ Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde der Phantastischen Kunst, dies ist das erste Mal, dass der HERRENHOF die Ausstellung „art-imaginär “ verlängert und dabei auch noch die Ausstellungskonzeption bei den Sonderausstellungen verändert hat. Mit Ausnahme der Bilder von Wolfgang Ohlhäuser, der sich z.Z. wieder in Thailand befindet, sind alle anderen Künstler in der Ausstellung weiter mit ihren Werken vertreten, wobei es wie bei Herrmann Hoormann auch einen Bilderwechsel gegeben hat. In den letzen Tage erschien, Dank des besonderen Engagements von Herrn Westermann, ein umfangreicher Bericht über die Ausstellung in dem Kunst & Integrations-Magazin „ostwind“. Ihm sind auch weitere Veröffentlichungen im Internet zu verdanken. In der „art-imaginär 2011“ werden neben 36 Künstlern, auch Leihgaben aus der Sammlung Günter Westermann zu dem Projekt „Phantastik in der Box“ gezeigt. Vor 2 Jahren fand in unserem Kunstkabinett eine Sonderausstellung dieser Sammlung mit ca. 75 Exponaten aus dem Bereich der Phantastischen Kunst statt. Seit 2009 sind wieder 28 neue Exponate hinzugekommen, die Sie an einer großen Wand in der Ausstellung sehen können. Bei diesen Objektboxen handelt es sich um kleine, vom Sammler Westermann selbst gebaute Holzkästen im Standardformat 17 x 13 x 2,5 cm, die er auf eine dahinter befindliche Holzplatte montiert hat, und von den Künstlern nach ihren Vorstellungen gestaltet werden. Das Ergebnis ist faszinierend, da jeder Künstler die Gestaltung des Kastens und der Fläche anders in Angriff nimmt. Wie ich von Herrn Westermann erfahren habe, soll diese Objektboxserie der Phantastischen Künstler fortgesetzt werden. Es wäre schön, wenn diese hervorragende Sammlung Einzug in ein Museum der phantastischen Kunst erfahren würde. Die Ausstellungskonzeption der „art-imaginär“ sieht vor, dass neben einer großen Zahl von zeitgenössischen Künstlern und Klassikern der Phant. Kunst, auch eine, oder mehrere Sonderausstellung statt-finden, die einen größeren Einblick in das Werk eines verstorbenen Künstlers gibt. Bei der „art-imaginär-2011“ war diese Sonderausstellung den Werken von Karl Kunz gewidmet und fand in der Parkvilla statt. Leider konnte diese Ausstellung aus räumlichen Gründen nicht verlängert werden und die Exponate gingen nach Berlin zurück. Hommage á Bruno Weber 2012 Dafür zeigen wir nun bei der „art-imaginär II “ im Kunstkabinett der Kunsthalle eine wundervolle Ausstellung als Hommage à Bruno Weber, einem der größten Phantastischen Künstler aus der Schweiz, die Skizzen, Zeichnungen, Ölbilder, Fotografien, Modelle, Möbel und Essgeschirr umfasst. Bruno Weber verstarb im Alter von 80 Jahren am 24. Oktober 2011, ein Tag nach der Eröffnung der art-imaginär . Er hatte sich bei allen Ausstellungen der phantastischen Kunst im HERRENHOF beteiligt. Bei der Ausstellung „Der Faden der Ariadne“ 1998 war er mit mehreren Plastiken und mit Fotografien von seinem Skulpturenpark vertreten und nahm auch mit seiner Frau Mariann an dem großen Phantastentreffen teil, das einen Tag vor der Eröffnung der Ausstellung im HERRENHOF stattfand. Den Auftakt zu der damaligen Ausstellung bildete eine Großplastik von Bruno Weber, die man durch den Kopf bez. das Maul des Stierentors betrat. Mein Interesse für die Phantastische Kunst beschränkt sich nicht nur auf die Malerei und Gra-fik, sondern gilt auch der Phantastischen Architektur und Parklandschaft. So besuchte ich vor ca. 40 Jahren den manieristischen Park von Bomarzo bei Rom, die Architekturen von Gaudi in Barcelona und das „Palais idéal“ des Briefträgers Ferdinand Cheval in Hauterives bei Romans. Diese architektonischen Kunstwerke waren alle schon lange baulich abgeschlossen und ihre Erbauer schon lange verstorben. Da entdeckte ich vor über 25 Jahren in einer Zeitschrift einen Artikel mit der Überschrift: „Bruno – Sultan vom Weinrebenpark“. Die Fotos dieses Artikel weckten mein Interesse: sie zeigten einen zeitgenössischen Künstler beim Bau seines Atelierhauses mit vielen Figuren und das sah alles äußerst phantastisch aus. Ich beschloss, sobald sich eine Gelegenheit bieten würde, mir dieses Werk in natura anzusehen. Hier bot sich die einmalige Gelegenheit, einen phantastischen Skulpturenpark im Entstehen zu sehen und seinen Erbauer persönlich kennen zu lernen. 1986, auf der Rückreise von unserer damaligen alljährlichen Italienreise beschlossen wir, auf einem Campingplatz am Zürichsee zu übernachten, um am folgenden Tag diese Wunderwelt aus Beton zu besuchen. Die erste Begegnung mit Bruno Weber verlief ausgesprochen surreal- bizarr. Kaum waren wir beim Weinrebenpark aus dem Auto gestiegen, sahen wir auf einem Feldweg, oberhalb des Figurenparks, einen jungen Bauern mit großer Geschwindigkeit auf einem Traktor fahren, der wutentbrannt schrie, ja schrille Laute von sich gab. Plötzlich stoppte er den Traktor, sprang von diesem herunter und begann wie besessen mit einem Prügel auf das Gefährt einzudreschen, so dass uns der Traktor geradezu leid tat. Bruno Weber hatte das Geschrei anscheinend auch gehört, war aus seinem Palast gekommen und sah dem nun weiter fahrenden und schreienden Bauern verwundert hinter her. Er sagte zu uns, dass er so etwas auch noch nie gesehen habe. Anscheinend sei der Traktor unartig gewesen und hatte nicht das gemacht, was der Bauer wollte. Der hatte wohl noch einen persönlichen Bezug zu die-sem Gefährt, so wie früher zu den Kühen und Pferden und war der Meinung, dass ein Traktor mit einer gehörigen Portion Prügel endlich das machen werde, was man von ihm verlange. Wir ließen uns auf einer Phantastischen Sitzgruppe im Park nieder. Ich berichtete Bruno von meinem besonderen Interesse für die Phantastische Architektur und für „Außenseiterkünstler“ und er erzählte uns wie sein Skulpturenpark sich entwickelt hatte und was er alles in den kommenden Jahren noch plante. Einige Tage vorher war er in einer deutschen Fernsehdiskussion über Architektur eingeladen gewesen, in der er seine Vorstellungen gegen die allgegenwärtige tote, sterile, phantasielose Architektur vermittelte. Es bereitete uns großes Vergnügen ihm zuzuhören, wenn er mit ruhiger und sanfter Stimme das bisher von ihm Gebaute erklärte und das noch Kommende genau vor seinem inneren Auge sah und mit Worten plastisch umschrieb. Bruno Weber hatte eigentlich als Kunstmaler angefangen und viele Jahre zuerst gemalt. In unserer Ausstellung sind davon mehrere Beispiele zu sehen. Er hatte die Bildhauer immer bedauert, die so schwere Steine durch die Gegend schleppen müssen und hatte zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn nicht geahnt, dass er einmal selbst bis zu 180 Tonnen schwere Monumentalfiguren errichten würde, die zu den größten der Schweiz gehören. Durch seine Familie war Bruno Weber Mitbesitzer eines Waldgrundstücks von etwa 25.000.qm bei Spreitenbach und Dietikon, oberhalb eines Wiesengeländes, das heute von einer Schrebergartenkolonie eingenommen wird. Da Bruno für seine künstlerische Arbeit einen geeigneten Raum benötigte, plante er auf diesem Waldstück ein Freilicht- oder Schönwetteratelier zu errichten, was er auch reali-sierte. Dieses Atelierhaus wurde dann die Keimzelle für sein gigantisches Gesamtkunstwerk, das in den folgenden 50 Jahren den ganzen Bergrücken einnehmen sollte. Das geplante Schönwetteratelier entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem exotischen Palast, mit Atelier, Wohnräumen, Wohnturm mit Betonbett, Beton- Badegrotte und Sternensaal. Hierbei verwendete Bruno mit tatkräftiger Hilfe seiner Frau Mariann so wundervoll den farbigen Beton und überzogen diesen mit Mosaiken, dass daraus ein poetisch-kreativer Werkstoff wurde. Bruno sagte hier-zu: „ Beton ist das wärmste und echteste Material. Es braucht nur Fantasie und Kühnheit.“ Während man von vielen Künstlern puristisch-konstruktivistische, minimalistische Atelierarchitekturen kennt, schlug Bruno Weber den gegensätzlichen Weg ein und überzog das Haus mit phantastischen Figuren, die vielleicht mancher Bauherr in seinem Hang zur Rationalität, als völlig überflüssig, arbeitsintensiv und kostentreibend ansieht. Ich möchte an dieser Stelle an die Zeit nach dem Krieg erinnern, als man mit dieser Argumentation und dem Hinweis, dass Häuserstuck nicht mehr „modern“ ist, in manchen Städten den Jugendstil- und Gründerzeitstuck von den Fassaden abschlug und Fassaden mit randlosen Fensterlöchern und seelenlose, langweilige und gesichtslose Straßenzüge entstanden. Da sich auf Brunos Grundstück Lehm befindet, entwickelte er eine eigene Technik des Betongusses, wobei er in der Größe der geplanten Figuren eine Holzkiste baute, den Lehm in negativer Form hineinmodellierte, dabei oft auch schon die Mosaiksteine in den Lehm drückte und dann die Kiste mit Beton ausgoss. War der Beton hart, mussten nur noch der Holzverschlag und der Lehm entfernt wer-den und die Figur mit dem Mosaik war fertig. Diese Figur hatte dann auch oft noch das Pigment des Lehms angenommen, so dass der Beton nicht grau war, sondern eine Ockerfärbung bekam. Später wurden die Formen auch aus Polyester hergestellt, wodurch es möglich war, mehrere gleiche Betonabgüsse herzustellen. Weiteres Baumaterial bekam der Künstler oft von Abrisshäusern. Es hatte sich mit der Zeit im Umfeld von Zürich herumgesprochen, dass auf dem Berg bei Spreitenbach jemand wohnt, der so ziemlich alles gebrauchen kann, wodurch so manche Lastwagenladung mit Steinen, Fliesen oder Mosaiken auf Brunos Gelände landete. Auf diese Weise kam er auch zu wundervollen Fenstern oder zu Fenstergläsern für eine Wendeltreppenverglasung am Wohnturm, die aus einem Forschungsinstitut stammten. Diese Fensterscheiben haben die Eigenschaft bei Sonneneinstrahlung milchig-weiß zu werden und die Hitze ab zu halten. 1972 entstand seine erste Monumentalplastik, das große „Tag- und Nacht- Haupttor“. Dies ist ein Kopf durch dessen Maul man das Reich von Bruno Weber betritt. Die Haare dieser Figur wurden aus Pflas-tersteinen gebildet. 1975 entstand das Pyramidenhaus, das sich aus zwei pyramidenförmigen Kopfhäusern zusammensetzt, die ursprünglich mit farbigen Schliffmatten bedeckt waren und später eine Aluminiumverkleidung erhielten. Geht man an den vielen Figuren vorbei in den Wald, kommt man zu einem gigantischen Kuh- und Stierpavillon, einer Wohnskulptur, durch deren Beine man auf den Rücken der Tiere gelangt, wo sich eine Glaskuppel befindet. In der Nähe des Eingangs zum Park steht ein monumentaler 20m hoher und 180 Tonnen schwerer Eulenmensch, dessen Fundament allein 20 Tonnen wiegt. Einen ähnlichen Eulenmenschen gibt es von Bruno Weber in Wien, an der Fassade der Bibliothek der Technischen Universität. Im Skulpturenpark kann man den Eulenmenschen über eine große Treppe besteigen und den Park und das Tal überblicken. Ein weiteres gigantisches Werk ist der Wassergarten, dessen Bau wir jahrelang verfolgten und dessen Fertigstellung bald abgeschlossen sein wird. Ganz davon abgesehen, dass dieses Gesamtkunstwerk finanziert werden muss, ist der unglaublich lange Atem, die Beharrlichkeit und die Energie zu bewundern, die Bruno und Mariann Weber bei diesen Projekten über Jahrzehnte hinweg besaßen. So wird beim Wassergarten ein Wasserbecken von Kolonnaden aus geflügelten Vielfüßler-Hunde-Drachen eingefasst, in dem eine zehnbeinige Riesenspinne steht, die Wasser spritzt. Weitere Figuren stehen am Rand und schauen in das Becken. Hinter dem Wasserbecken befindet sich der große Wassergartensaal mit 56 Sonnenleuchten und geflügelten Tiersäulenkapitellen und einem Tröpfelbrunnen. Wer nun meint, der Park wäre fertig, der irrt, denn über dem Wassergartensaal soll noch ein Museum in Form einer Riesenraupe entstehen. Ein 3-D Computer-Modell ist als Abbildung in unserer Ausstellung zu sehen, wie auch das Foto eines plastischen Modells vom Park, das Architekturstudenten hergestellt haben. Geplant ist noch ein weiterer Turm am Wohnhaus, so dass wir davon ausgehen können, dass die Bautätigkeit noch einige Jahrzehnte nach den Plänen und im Geiste von Bruno weiter gehen werden. Vogelfrau auf Einhorn, Laufhunde, Waldfrau mit Kind, Rehbänke, Spielende Drachen als Geländer, Elefantenkatze, Mosaik-Hahn, Frosch-Alphorn, Mosaik-Schneckenpatriarch, Frühlings-Vasenfrau, Schlangenbrücke, Kopffüßler, Dreihörniger Stier, Frösche, Delfinbrunnen, Eulenspiegelgesichter, Alp-Horn-Geist, Blumenfrau, Tag- und Nachtor, Drachentor, Hirsche als Leuchtenträger, Dies sind nur einige wenige Titel der vielen Figuren die Bruno und Mariann Weber geschaffen haben und die sich in dem grandiosen Park befinden und die man nicht beschreiben kann, sondern mit eigenen Augen ansehen muss. Neben seinen Gebäuden und Figuren entwarf und fertigte Bruno Weber auch Möbel, Geschirr, Essbestecke, Häuser, Riesenräder und Autos. Er gestaltete das bekannte Lokal Tantris in München und den Schweizer Pavillon auf der Weltausstellung Expo 92 in Sevilla. Seine Fabelwesen findet man auf öffentlichen Plätzen in der Schweiz. Inzwischen führt ein von ihm gestalteter Skulpturenweg die Besucher vom Bahnhof von Dietikon zu seinem Park. Als ich mit Bruno über Transportprobleme bei der Ausstellung „Der Faden der Ariadne“ sprach, schüttelte er nur mit den Kopf und meinte, dass man immer darauf bestehen müsse, dass die Vorstellungen, die man habe, erfüllt werden, denn er habe sein Leben lang immer nur gehört, dass das und jenes nicht realisierbar sei. Tatsächlich könne man nahezu alles realisieren, man müsse das nur wollen. In unserer Sonderausstellung geben wir durch Originalskizzen, Fotos und Modelle einen Einblick in die Arbeitsweise von Bruno Weber und seinen Park. Wer sich eingehend mit seinem Gesamtkunstwerk auseinander setzen möchte, dem empfehlen wir den soeben beim Schirmer Verlag erschienenen Bild-band „Bruno Weber – Die Kraft der Fantasie – ein Lebenswerk“, sowie den Besuch des Bruno-Weber-Skulpturenparks, der seit einigen Jahren in eine Stiftung umgewandelt wurde und an Wochenenden besichtigt werden kann. An dieser Stelle möchte ich Mariann Weber sehr herzlich begrüßen, die heute zur Eröffnung zu uns gekommen ist und ihr dafür danken, dass sie uns für diese Sonderausstellung großzügig Exponate zur Verfügung gestellt hat. Damit ist die „art-imaginär II“ und erste Ausstellung mit Dokumenten, Entwürfen, Bildern und Plastiken von Bruno Weber in Deutschland eröffnet ! Otfried H. Culmann |
|
|
| 12. Januar 2012 |
"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber" 2012 im HERRENHOF |
|
|
|
"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber" 2012 Das Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mußbach zeigt in der Zeit der Verlängerung der "art-imaginär" vom 15.- bis 29. Januar 2012 die Sonderausstellung "Hommage á Bruno Weber" mit über 50 Skizzen und Modellen zu den bedeutendsten Monumentalplastiken von Bruno Weber. Sowie frühe Ölbilder und aktuelle Fotografien von seinem Skulpturenpark, Entwürfe zu Automobilen, Riesenrädern, Häusern und realisierten Tischen, Stühlen, Tellern und Eßbestecken. Weiter wird sein gigantisches Werk in der Ausstellung durch Zeitungsartikel aus verschiedenen Zeiten interpretiert. Dies ist die erste Ausstellung in Deutschland welche Einblick in die Arbeitsweise und in die phantastischen Pläne seines Parkes gibt. Die bisherigen Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit sich die hochinteressante Ausstellung nochmals anzusehen und die Interessenten, welche vor Weihnachten verhindert waren die Ausstellung zu sehen, haben nun die Möglichkeit in die Ausstellung zu kommen. In der Ausstellung werden die Werke von über 50 Künstler gezeigt ! |
|
|
| 12. Januar 2012 |
"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber " Ausstellungsverlängerung |
|
|
|
Nach dem großen Erfolg und dem weiter bestehenden Interesse des Publikums verlängert das Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mussbach
"art-imaginär II - Hommage á Bruno Weber " aus Zürich-Dietikon vom 15. Januar bis 29. Januar 2012
Als Höhepunkt der Ausstellung zeigt der HERRENHOF im Kunstkabinett eine Bruno-Weber-Sonderausstellung mit Skizzen, Lithografien, Fotos, Objekten, Plastiken und seinem soeben erschienenen umfangreichen Bildband "Die Kraft der Phantasie - Ein Lebenswerk." Bruno Weber gehört zu den bedeutendsten Phantasten der Schweiz und hat im Laufe von 50 Jahren bei Zürich in einem Skulpturenpark ein grandioses Gesamtkunstwerk geschaffen. Bruno Weber wurde am 10. April 1931 in Dietikon geboren und besuchte die Züricher Kunstgewerbeschule. Studienreisen führten ihn nach Italien, Griechenland und in die Tschechoslowakei. Alles begann damit, dass er vor über 50 Jahren oberhalb einer Schrebergartenkolonie, auf dem 20 000 qm großen Waldgelände das seiner Familie gehörte, ein Atelierhaus mit Fabelwesen aus Beton baute. Daran fand er eine solche Freude, dass er in den folgenden Jahrzehnten auf dem Bergabhang zahlreiche gigantische Figuren errichtete, die zwar beim Publikum, aber am Anfang weniger bei der Baubehörde Freude hervorriefen. Inzwischen haben Hunderttausende diesen Park schon besucht und die Baubehörde hat die einzigartige architektonische Leistung von Bruno Weber und seiner Frau anerkannt. Im Jahre 1992 durfte er den Schweizer Pavillon auf der Expo in Sevilla gestalten und 2011 wurde er mit dem städtischen Kulturpreis von Dietikon ausgezeichnet. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Bruno-Weber-Stiftung, welche den Park in seinem Sinne fertig stellen wird. http://www.bruno-weber.ch
An der Ausstellung nehmen folgende Künstler teil: Bernhard Apfel • Alfred Bast • Moritz Baumgartl • Prinz Nicolaus zu Bentheim • Thomas Brenner • Otfried H. Culmann • Doremi • Edgar Ende • Michael Engelhardt • Andreas Nikolaus Franz • Hanns Joachim Gestering • Friedrich Gross • Joe Hackbarth • Wolfgang Harms • Claus Dietrich Hentschel • Herzog von Berg Charlotte • Hermann Hoormann • Fritz Hörauf • Bernhard Jäger • Lukas Kandl • Hanno Karlhuber James Koga • Michael Krähmer • Hellmut Neukirch • Tamara Ralis Heinz Rose • Manfred Sillner • Piero Strada • Elke Wassmann • Raymond E. Waydelich • Bruno Weber • Christoph Winkler • Woldemar Winkler • Siegfried Zademack
Plakat und Einladungsflyer wurden von Werner Korb entworfen
Phantastik in der Box – Sammlung Westermann Wie bereits bei der „art imaginär“ 2009 sind in dieser Ausstellung 28 phantastische und visionäre Arbeiten aus dem Projekt „Phantastik in der Box - Sammlung Westermann“ mit ausgestellt. Darunter eine Arbeit von Dietmar Gross, der in altmeisterlicher Technik Themen aus der Mythologie aufgreift und sie mit zeitgenössischen Inhalten ironisch verfremdet. Desgleichen ein Bild von Fritz Janschka, einem Klassiker der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, der heute 92jährig in den USA lebt oder von Victor Safonkin, den Ernst Fuchs als einen der brillantesten Maler seiner Generation bezeichnete.
Myriam Bat-Yosef • Franz-Josef Bettag • Eduard Diem • Michael Engelhardt • Christian Flora • Peter Gric Dietmar Gross • Claus Dietrich Hentschel • Hermann Hoormann • Fritz Janschka • Bruce de Jonge • Michael Krähmer • Nikolai Lagoida • Ellen Lórien • Hans-Peter Müller • Alexandra Müller-Jontschewa • Hans Niklaus • Jo Niklaus • Silvia Pecha • Victor Safonkin • Manfred Sillner • Alexander Wachtel • Elke Wassmann • Christoph Winkler • Udo Winkler • Siegfried Zademack • Wladimir Zalyasko
Hochaltar von Berhard Apfel Berhard Apfel ist seit 2007 bei der "art-imaginär" beteiligt. Für die art-imaginär 2011 hat er einen bizarren, phantastischen Hochaltar errichtet, wie man ihn noch in keiner Kirche gesehen hat. Der Phantastische Altar von Elke Wassmann Titel: „Franziskus spricht zu den Tieren“ 2003 - 2011 (127 x 260 cm) Elke Wassmann ist von Franziskus fasziniert und sieht in ihm einen erleuchteten Menschen, der die Gabe hatte, die Tiere zu verstehen und mit ihnen zu sprechen. Sie begann mit dem Mittelteil des Bildes in Heidelberg und um der Gestalt des Franziskus nahe zu sein, fuhr sie in dessen Heimat in die Toskana, wo an sie an dem Bild weiter malte und zwischendurch die Plätze besuchte, wo der Heilige gelebt und gewirkt hatte. Kulturzentrum HERRENHOF D - 67435 Neustadt-Mußbach- Pfalz An der Eselshaut 18 Tel: 06321-963999-0 (Büro 9-13 Uhr Mo-Fr) Tel. 06321-96399-14 (Kunsthalle) |
|
|
| 09. Dezember 2011 |
art-imaginär 2011 "Blick in eine andere Welt" |
|
|
"DIE RHEINPFALZ" 24. Okt.2011Blick in eine andere Welt Zum vierten Mal präsentiert der Mußbacher Herrenhof Glanzlichter der phantastischen KunstVON CAROLINE MANNWEILER In neue, andere Welten zu entführen, verspricht heutzutage jede bessere Werbung für jedes mehr oder weniger ausgefallene Produkt. Und doch bleibt es ein rares und desto beeindruckenderes Erlebnis, in andere Welten zu schauen. Die 55 Künstler, die in -der Ausstellung „art-imaginär" im Herrenhof in Neustadt-Mußbach vertreten sind, gewähren uns solch seltene Einblicke. Alle zwei Jahre lädt das Kulturzentrum Herrenhof zur „art-imaginär", einer internationalen Ausstellung der phantastischen und visionären Kunst, die bislang auf große Resonanz beim Publikum gestoßen ist. Während die professionelle Kunstwelt die phantastische Kunst lange als Randphänomen der Kunstströmungen betrachtet hat, lassen sich die Zuschauer die Gelegenheit nicht entgehen, die geheimnisvolle Kraft der Phantasie auf sich wirken zu lassen. Unbändig, keiner Nachahmung der Realität verpflichtet, präsentieren die Phantasten - so nennen sich die Künstler der phantastischen Kunst - Bilder und Skulpturen, die uns fremdartig erscheinen, aber unwillkürlich ansprechen. Gerade dort, wo Sprache versagt: Zwar sind die Bilder der Phantasten deutbar, oft figürlich und mit symbolisch aufgeladenen Elementen gespickt- Totenköpfe, Dämonen, mythologische Figuren oder wunderbare Tiergestalten, doch was sie sagen wollen, lässt sich nur schauen. . In Hanns Joachim Gesterings Werk "Jeanne endgültig liegend" sehen wir eine liegende Frau, die Augen geschlossen, gen Himmel gerichtet; sie trägt eine Rüstung, die ihre Brüste betont, ihre Scham ist entblößt. Natürlich denken wir an Jeanne d'Arc, die Frau und Kämpferin, doch was heißt es, an Jeanne d'Arc zu denken? Und was heißen die Knochen, Totenköpfe und rauchenden Meiler im Hintergrund des Bildes, was heißt es, dass Jeannes Bein nur Knochen ist, dass ihre Lippen rot, ihr Gesicht aber wie eine Totenmaske auf ihrem Kopf liegt? Lässt sich die Spannung, vielleicht auch die untergründige Komplizenschaft zwischen dem Weiblichen und dem Zerstörerischen, zwi-sehen den träumenden Augen und der graublau kalten Umwelt auf einen Begriff bringen? Gewiss auf keinen, der auch nur annähernd die Tiefe und fast betörende Aura von Gesterings „Jeanne" zu vermitteln vermag. ,Gestering wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, weshalb die Ausstellung ihn besonders würdigt. Neben bekannten Phantasten aus früheren Ausstellungen wie Edgar Ende (dem Vater Michael Endes), der wie der Kurator und Künstler der Ausstellung Otfried H. Culmann betont, schon vor Magritte und Dali „surrealistisch" malte, zeigt „art-imaginär" auch neu hinzugekommene Künstler, darunter den Kaiserslauterer Thomas Brenner, der im so realistischen Medium der Fotografie surreal-dramatische Szenen komponiert. [Die Phantasten erschaffen keine Über- oder Gegenwelt, sondern eine neue. Der Begriff „surreal" mag als Krücke der Beschreibung dienen, dem Schöpferisch-Visionären der phantastischen Kunst, das keine Über- oder Gegenwelt, sondern eine neue Welt erschafft, wird er nicht ganz gerecht. Aus der surreal anmutenden Kombination von Körperelementen im Werk des, der pfälzischen Sezession nahestehenden, Karl Kunz geht eine neue, figürlich-expressive Welt hervor - zu einer Zeit, als die Kunstwelt der Abstraktion huldigte. Dem Werk des 1971 verstorbenen Kunz ist in der Parkvilla des Herrenhofs eine beeindruckende Sonderausstellung gewidmet. Eine kleinere Sonderausstellung zeigt Werke des Elsässers Raymond Waydelich, dessen Objektboxen eine träumerische Mystik der Dinge freilegen. Erneut bei „art-imaginär" vertreten sind Werke aus der Sammlung Westermann, deren gemeinsame Auflage es ist, eine Box im Werk zu enthalten. Was in die Box gemalt wird, ob sie leer bleibt, ob der Rest des Bildes in sie hineinwuchert, ist den Künstlern überlassen. Den Künstlern - und ihrer Phantasie. DIE AUSSTELLUNG________ Die Ausstellung „art-imaginär 2011" ist bis 27. November im Herrenhöf zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags, 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags, 11 bis 18 Uhr, und mittwochs, .18 bis 20 Uhr. -- |
|
|
| 09. Dezember 2011 |
CULMANNs Traumwelt - Ausstellung und Monografie |
|
|
|
Einladung
Zur Vorstellung meiner neuen Monografie und Ausstellung „CULMANNS Traumwelt“am Sonntag, dem 18.12.2011 um 11 Uhr Die Ausstellung ist geöffnet : Sonntag 18.12. von 11 bis 19 Uhr, und vom 19.12. bis 23.12 und 27.12. bis 30.12. von 15 – 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.Otfried CULMANNs Traumwelt Die neue handliche Monografie Ein Bilder- und Lesebuch in bibliophiler Auflage Ölbilder – Zeichnungen – Radierungen – Fotos 1969 –2011 128 Seiten und über 200 Abbildungen Format 22 x 17 cm Hardcover
Die Monografie erscheint in einer limitierten Auflage
Der Vorzugsausgabe liegt die oben abgebildete handkolorierte Radierung im Bildformat 11 x 10,5 cm in einer signierten und nummerierten Auflage von 80 Exemplaren bei.
Normalausgabe 25 .- Euro Vorzugsausgabe mit Radierung 80.- Euro
Atelier & Galerie Culmann Raiffeisenstr. 3 76831 Billigheim/Südpfalz Tel/Fax 06349-5250 CULMANNSTraumwelt Das vorliegende Buch führt traum-geografisch durch meine Traumwelt zur anderen Seite der Realität. Es ist in sechs Kapitel aufgeteilt: Die „Persönlichen Einblicke“ führen uns zu endlosen Bildergeschichten über eine „Verzauberte Landschaft“ mit verwunschenen Gärten und Parkanlagen. In ihnen begegnen wir „Phantastische Erscheinungen“ wie Wald- und Quellnymphen oder Nachtwandler. Weiter in der Ebene kommen wir zu „Imaginäre Städte“ mit bizarren Häusern, Schuppen, Scheunen und verlassenen Villen, in denen sich „Mysteriöse Zimmer“ befinden. Manche dieser Zimmer sind wahre „Wunderkammern“ mit rätselhaften Automaten, Musikmaschinen und Automobilen mit Eigenleben....
|
|
|
| 29. Oktober 2011 |
Der Maler und Bildhauer Bruno Weber ist gestorben |
|
|
|
Der Maler und Bildhauer Bruno Weber ist gestorben. Mit großer Trauer erreicht uns die Nachricht, daß der Maler und Bildhauer Bruno Weber am Montag 24. Oktober in Zürich/Dietikon im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Der Stadtpräsident von Dietikon Otto Müller sprach von einem "grossen Verlust für die Stadt und die Kunstwelt". Dietikon hat Bruno Weber dieses Jahr mit dem städtischen Kulturpreis ausgezeichnet. Der Kurator Harald Szeemann zeigte Werke von Bruno Weber in den Ausstellungen «Visionäre Schweiz» (1991).und sagte zu seinem Park : «Ein Besuch im Weinrebenpark ist wie ein tieferes Atmen.» Bruno Weber ist am 10. April 1931 in Dietikon geboren und besuchte die Zürcher Kunstgewerbeschule. Danach liess sich Weber zum Litografen ausbilden. Studienreisen nach Italien, Griechenland und in die Tschechoslowakei. Mit dem Bau seines Gesamtkunstwerks begann er vor 50 Jahren. Inzwischen gibt es eine Bruno-Weber-Stiftung die den Park in seinem Sinn fertig stellen wird. Der Wassergarten, an dem Bruno Weber bis vor einigen Wochen noch gearbeitet hat, wird demnächst eingeweiht.Bruno Weber war seit vielen Jahren mit LABYRINTHE und seinen Künstlern freundschaftlich verbunden und hatte sich bei den LABYRINTHE - Ausstellungen mit seinen Werken beteiligt. Eine besondere Freude bereitete ihm seine Teilnahme an der "art-imaginär" im HERRENHOF - Neustadt-Mußbach, an der er z.Z mit drei frühen Werken beteiligt ist. !989 kam er extra mit seiner Frau Mariann zum HERRENHOF zur Ausstellung "Der Faden der Ariadne" um beim großen Phantastentreffen dabei zu sein. Ein großer Verlust für die Welt, die einen ihrer großen Verzauberer verloren hat! Demnächts erscheint im Hirmer-Verlag-München ein umfangreicher Bildband zu seinem "Künstlerischen Lebenswerk". Der Maler und Bildhauer Bruno Weber hat in 50 Jahren zwei Lebenswerke geschaffen: sein malerisches Œuvre und ein magisches Reich aus Skulpturen. Umspielt von Bäumen und Gewässern wachsen Gestalten und Gebäude, phantastisch in Form und Farbe. Der reich illustrierte Prachtband ermöglicht einen Einblick in die Bilderwelt des Künstlers und einen Rundgang durch Bruno Webers Skulpturenpark in Spreitenbach-Schweiz. Hier sind Träume Stein geworden. Und aus den Steinen lodern Träume. Seine Skulpturen hat Bruno Weber in vielen Entwürfen erarbeitet und mit handwerklichem Können verwirklicht. Figuren, Tore und Brücken aus allen Weltgegenden und Kulturen, in denen sich unverkennbar Webers Geist und seine ureigene Handschrift ausdrücken. Fabelwesen und Schlinggewächse. Vegetativ entsprungene Rastplätze und Häuser. Phantasmagorien, zumeist freundlich, zuweilen beunruhigend. Ausufernd sind sie und zugleich praktisch. Auf diesen Sesseln und an diesen Tischen, umfangen von Armen und beschützt von Gesichtern, lässt sich vortrefflich ruhen und speisen. Eingänge tun sich auf, Türen öffnen sich, und Stiegen führen zu neuen Aussichten. Im Spiel der Jahreszeiten verschmelzen Kultur und Natur zum sinnlichen, handfesten Erlebnis.
LABYRINTHE - Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste e.V. München-Rom |
|
|
| 11. Oktober 2011 |
"art-imaginär 2011" im HERRENHOF Neustadt/Mußbach - Pfalz |
|
|
|
Kunst im Herrenhof M u ß b a c h - N e u s t a d t a n d e r W e i n s t r a ß e art-imaginär 2011 mit 55 Künstlerinnen und Künstler der phantastischen und visionären Kunst (Sonderausstellungen: Karl Kunz und Raymond Waydelich) Zur Eröffnung der Ausstellung in der Kunsthalle und den Sonderausstellungen des Herrenhofs Neustadt-Mußbach, Sonntag, 23. Oktober 2011, 11 Uhr, Festsaal laden wir Sie mit ihren Freunden herzlich ein. • Begrüßung: Gustav-Adolf Bähr Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach Gerhard Habarta PhantastenMuseum - Wien • Einführung: Clemens Jöckle Leiter der Städtischen Galerie Speyer • Performance: Tine Duffing & Cocoon • Kurator: Otfried H. Culmann Labyrinthe – Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag 14 - 18 Uhr Sonn- und Feiertag 11 - 18 Uhr Mittwoch 18 - 20 Uhr Dauer der Ausstellung: Sonntag, 23. Oktober bis Sonntag, 27. November 2011 Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach e.V Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Zusammenarbeit mit dem PhantastenMuseum-Wien als Herausgeber. Ebenso gibt es einen Katalog zur Karl-Kunz-Ausstellung. • Dauer der Ausstellung im HERRENHOF: Sonntag, 23. Oktober bis Sonntag, 27. November 2011 Dauer der Ausstellung im PhantastenMuseum-Wien: Samstag, 14. bis Sonntag, 29. Januar 2012 |
|
|
| 04. Oktober 2011 |
Surrealismus-Ausstellung in Basel |
|
|
|
Surrealismus in Paris 02.10.2011–29.01.2012
Der Surrealismus gehört zu den entscheidenden künstlerischen und literarischen Bewegungen der Moderne. Er bildete sich zwischen 1919 und 1924 in Paris heraus und entfaltete von dort aus weltweite Wirkung. Beeinflusst von Sigmund Freud und angeführt von André Breton, wollten die Surrealisten mit einer neuen Art von Kunst das Leben und die Gesellschaft verändern. Unter der Einbeziehung des Traums und des Unbewussten wurde eine faszinierende neue Kreativität entwickelt. Die Ausstellung vereint über 200 Meisterwerke von Salvador Dalí, René Magritte, Joan Miró und anderen surrealistischen Künstlern. Als weiterer Höhepunkt werden die einzigartigen surrealistischen Privatsammlungen von Peggy Guggenheim und von André Bretons erster Frau, Simone Collinet, präsentiert. Neben berühmten Gemälden und Skulpturen sind Objekte, Fotografien, Zeichnungen, Manuskripte, Schmuckstücke und Filme zu entdecken. Die Ausstellung der Fondation Beyeler ist die erste umfassende in der Schweiz, die dem Surrealismus in Paris gewidmet ist. Wie die berühmte Ausstellung der Surrealisten 1938 in Paris ist sie durch eine Reihe von Pariser Strassenschildern gegliedert, von denen einige real sind, andere erfunden. Die Besucher begeben sich somit auf einen Spaziergang durch die surrealistische Stadt. http://www.fondationbeyeler.ch/sites/default/files/fondation_beyeler/ausstellung/surrealismus/saalheft_d.pdf http://www.fondationbeyeler.ch/ |
|
|
| 26. September 2011 |
Interview zur "art-imaginär 2011" |
|
|
|
„art-imaginär 2011“ Die große, internationale Ausstellung der Phantastischen Kunstim Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mußbach-Pfalz 23. 10. – 27. 11. 2011 PhantastenMuseum Wien 14. 1. – 29.1.2012
Interview mit dem Kurator Otfried H. Culmann
A: Herr Culmann, ab 23. Oktober zeigt der HERRENHOF - Neustadt/Mussbach-Pfalz die 4.“art-imaginär 2011“. Können Sie uns etwas über deren Konzeption sagen?
Culmann: In der Ausstellung werden wieder Künstler gezeigt die schon bei den anderen art-imaginär – Ausstellungen vertreten waren, aber auch eine ganze Reihe Künstler welche das erste Mal dabei sind und die ich hier vorstellen möchte.
Von Alfred Bast aus dem Landkreis Göppingen, bekommen wir ein 3m großes wundervolles phantastisch-kosmisches Bild mit dem Titel „Im Flutlicht ertrinken die Engel“ . Nach dem Dali-Fotografen Jean Dieuzaide ist Thomas Brenner aus Kaiserslautern der zweite Fotograf bei der „art-imaginär“, mit großen, grandiosen, phantastischen Fotografien deren Inszenierung oft spielfilmartige Dimensionen erreichen.
Aus Künzelsau kommt Andreas Nicolaus Franz, der sehr suggestive, grafische Bilder von Architekturen malt, denen er eine neue Farbigkeit gibt.
Von Bernhard Jäger, einem Maler aus Frankfurt haben wir in der Ausstellung frühe Aquarell-Zeichnungen mit bizarren Köpfen und Gestalten.
James Koga hatte ich um 1970 an der Akademie in Stuttgart flüchtig kennen gelernt, aus deren Zeit auch die Radierungen sind. Er hat die Mythologie seiner Heimat Hawaii, wo er heute wieder lebt, in Kupferplatten eingeätzt und auf Papier gedruckt.
Manfred Sillner kommt aus Bayern und seine Arbeiten sind so arbeitsaufwändig, daß er oft Jahre an manchen Bildern arbeitet. In der Ausstellung sehen wir von ihm monochrome Pinselzeichnungen.
Hanno Karlhuber kommt von Wien und er hatte im vergangenen Jahr eine große internationale Ausstellung der Phantastischen Kunst „Die Macht der Phantasie“ im Schloß Riegersburg in Österreich organisiert, an der auch eine ganze Reihe Künstler der „art-imaginär“ beteiligt waren.
Michael Krähmer aus Stuttgart bezaubert uns durch magische Landschaften, die ins Phantastische übergehen. Nachdem wir von Woldemar Winkler aus Gütersloh einem Klassiker des Surrealismus 2009 eine Sonderausstellung gezeigt haben, ist in dieser Ausstellung auch sein Sohn Christoph Winkler mit eigenen Arbeiten vertreten.
A: Wie im Flyer zu lesen ist, sind auch Bilder von Heinz Rose in der Ausstellung zu sehen.
Culmann: Ja, ich möchte bei der „art-imaginär“ nicht nur die Phantasten weltweit zusammen bringen, sondern auch Phantasten der Vergangenheit und Gegenwart. Heinz Rose ist 1902 in Pirmasens in der Pfalz geboren, hatte in München und Berlin Kunst studiert und war Meisterschüler bei Slevogt. 1971 ist er in Landsberg gestorben. Die Familie war von Pirmasens nach Schondorf am Ammersee gezogen, wo er auch später wieder lebte. Rose hatte immer Kontakt zur Pfalz wo auch seine Bilder, die man zur Pittura metafisica zählen muß, bei zwei Einzelausstellungen 1952 und 1963 in der Pfalzgalerie gezeigt wurden. Seine Bilder mit dämonischen, weißen, galoppierenden Pferdeherden sind mir schon vor 40 Jahren bei der Großen Münchner aufgefallen, aber auch seine klassizistisch- metaphysischen Fresken in den Hofgarten - Kolonaden in München, die Bestandteil von Bilder de Chiricos sind. Ich glaube, daß dies die erste Ausstellung der Phantastischen Kunst ist, in der Heinz Rose vertreten ist
A: Können Sie uns etwas über Hanns Gestering sagen?
Culmann: Gestering wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden und mit einer Ausstellungswand im Zentrum der Ausstellung möchten wir an diesen Maler erinnern. Er ist 1911 in Wunsiedel - Oberfranken geboren und ist 1992 in Forstel im Odenwald gestorben. Es sind sehr dramatische Bilder, in denen noch der Schrecken des letzten Krieges steckt und in denen die Vergänglichkeit eine große Rolle spielt.
A: Es sollen auch zwei Altäre in der Ausstellung aufgebaut werden.
Culmann: Elke Wassmann aus Heidelberg hat einen mehrteiligen Altar gemalt mit dem Titel: „ Franziskus spricht mit den Tieren“ das zum großen Teil in der Heimat des Franziskus im Umbrien entstanden ist. Der zweite Altar ist von Bernhard Apfel aus Leimen. Ich hatte bei dem Besuch seiner Ausstellung die Idee, daß er seine Plastiken, die an Figuren des Manierismus und Gotik erinnern, zu einer Altar-Installation zusammen setzen könnte und ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt.
A: Können sie uns auch etwas über die anderen Künstler in der Ausstellung sagen, die bisher schon bei der „art-imaginär“ vertreten waren?
Culmann: Besonders freue ich mich über die Teilnahme von Moritz Baumgartl aus Stuttgart, der es meisterhaft versteht durch oft sehr wenige Gegenstände in einem Raum, oder vor einer Architektur eine rätselhafte, beunruhigende Szene zu schaffen.
Aus der Nähe von Gütersloh kommt Prinz Nicolaus von Bentheim, der seinen Beruf als Messestand-Gestalter 1970 auf gab und mit seiner Frau nach Rom zog, wo er in der Nähe der Piazza Navona wohnte und sich dort nur noch auf seine Kunst konzentrierte. Hier entstand sein Hauptwerk, das durchdrungen ist von der römischen Architektur vor der er surrealistische Szenen inszeniert.
Der in Palermo geborene und in Darmstadt lebende Doremi baut mit oft exotischen Tapeten und Farben Räumlichkeiten, die an Puppenstuben erinnern. In ihnen inszeniert er bizarre Szenen mit Figuren, die er auf dem Trödelmarkt erworben hat und wozu er oft auch eingebaute Spieluhren erklingen lässt.
Zu den Klassikern der Phantastischen Kunst müssen wir Edgar Ende rechnen. Man muß immer wieder daran erinnern, daß er schon zu einer Zeit um 1925, also vor Magritte und Dali, surrealistische Bilder malte und nicht wie machen meinen, daß er ein Nachfolger der Pariser Surrealisten wäre.
Ein moderner Manierist ist Friedrich Gross aus Lüneburg, der in der Ausstellung mit Lithografien aus dem Jahr 1971 vertreten ist. Er wurde durch Galerie Hartmann in München entdeckt und ausgestellt. Doch Gross ist dann leider 1976 von der praktischen Kunstausübung zur Kunstwissenschaft übergewechselt, hat 1982 in Kunstgeschichte promoviert, war an der Kunsthalle Hamburg als Kunsthistoriker tätig und hat jedem Menge kunsthistorische Essays und Bücher verfasst.
Ein Meister in der Maltechnik ist auch Michael Engelhardt, weshalb er schon in seiner Studienzeit in Wien von Rudolf Hausner, als Assistent für die Realisierung seiner Bilder anstellt wurde. In seinen realistischen gemalten Bildern, tauchen plötzlich andere Bilder auf, wie bei Fotoüberblendungen, wodurch die Bild verschiedene Ebenen bekommt und phantastisch werden.
Von Joe Hackbarth hatten wir bei der „art-imaginär 2007“ eine Sonderausstellung. Eines seiner Themen ist das Stilleben, das sich bei ihm aber aus realistischen, verfremdeten Gegenständen zusammensetzt. Hierbei kommt es vor, daß sich diese Szene verselbständigt und Hackbarth malend ins ausufernde Träumen kommt.
Aus Nürnberg kommt Wolfgang Harms, der nicht nur Bilder malt, sondern der auch ein Meister der Illusionsmalerei für Innenräume ist.
Claus Hentschel aus Konstanz stellt Architektur und Natur in Dialog, wobei sich die Fenster und Türen der Architektur oft hin zu einer weiteren Landschaft öffnen.
Eindrucksvoll sind auch die Bilder von Charlotte Herzog die in Ladenburg und Berlin lebt, die etwas „Unerklärliches“ in eine Landschaft oder in ein Feld der Ornamente stellt. Das „Unerklärliche“ ist eine farbige Fläche deren Umriß ein Berg, ein Tier, aber auch die Umrisse eines undefinierbaren Wesen sein kann.
Der Pfälzer Herrmann Hoormann erzählt uns in seinen Bilder in geradezu barocker Fabulierlust Geschichten über die Menschen und deren Leben, mit all ihren Höhepunkten und Schwächen.
Warum ist unsere Welt nicht wie die auf den Bildern von Fritz Hörauf aus München? Eine Welt voll Frieden, mit Feen, Liliengeistern, Steine die klingen und wundervollen Tempelarchitekturen. Am 15. September wurde von Hörauf die Bronzeplastik „Die Echse“ im Michael-Ende-Kurpark in Garmisch-Partenkirchen der Öffentlichkeit übergeben.
Aus Burgund kommt Lukas Kandl, auf dessen großformatigen Bildern, mit oft einem nacht-schwarzen Hintergrund, realistische Gegenstände schweben die neue Verbindungen eingehen und eine andere Wirklichkeit zeigen.
Inzwischen ist Hellmut Neukirch, der lange in der Pfalz lebte, in Budapest zuhause. Er zeigt uns eine Welt des Grauens, in der aber auch immer wieder Edelsteine aufleuchten und verführerische, erotische Frauen in schwülen und von betäubenden Düften erfüllten Höhlenreiche auf Männer warten – die sie dann in ihren Umschlingungen zu Grunde richten – wenn sie nicht aufpassen!
Bis ins winzigste Detail verliebt zeigt uns Wolfgang Ohlhäuser aus Weinheim Landschaften, die er so ähnlich auch in Asien gesehen hat, wo er sich fast jährlich, als Dozent für Maltechnik an verschiedenen Akademien und Universitäten aufhält. Hätte Hieronymus Bosch die Möglichkeit gehabt, nach Asien zu kommen, hätte er gewiß wie Wolfgang Öhlhäuser gemalt, d.h. er hätte alles Dämonische abgelegt und hätte sich von einem orientalischen, zauberhaften Traum tragen lassen.
Die Inszenierungen auf Miniaturplattformen der Münchner Künstlerin Tamara Ralis zeigen Kultplätze, an denen geheimnisvolle Rituale abgehalten werden – nicht am Tag, sondern in der Nacht, wenn niemand im Ausstellungsraum ist. Wir müssen uns winzige Gruppen von Gestalten vorstellen, welche über diese Plätze schreiten und die dann plötzlich durch einen Lichtstrahl am Morgen, in der Haltung in der sie sich befinden, für immer erstarren.
Aus Ravenna kommt Piero Strada, der es versteht seine Plastiken so aus Eisen zu schmieden, daß sie oft einem Bronzeguss gleichen. Hierbei habe ich oft das Gefühl, als müsse irgendwo bei seinen fernen Vorfahren auch ein Etrusker dabei gewesen sein, da seine Plastiken von fernen Mythen berichten die voller Geheimnis sind.
Ein einzigartiges Phänomen ist Bruno Weber und seine Frau Mariann, die bei Zürich seit Jahrzehnten einen Park aus farbigen, gigantischen Figuren aus Beton errichtet haben, die sich über einen Berghang erstrecken und einem figurenreichen Haus in dem sie wohnen. Bruno Weber feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag und wir wünschen ihm, daß er den Park nach seinen Plänen zuende bauen kann. Aus Bremen kommt Siegfried Zademack der mit einer bestechenden realistischen Technik seine Visionen auf die Leinwand bringt. Geheimnisvolle, verhüllte Gestalten bewegen sich durch seine Bilder, Gegenstände multiplizieren sich und Eisengewichte bilden Kreise oder beginnen zu schweben.
(Culmann) Meine Wand in der Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Ein großes Bild von 200 x 250 cm mit dem Titel „Dynamische Statuen“ das ich 1980 bis 81 gemalt habe und das bisher nur in Hamburg in einer Ausstellung zu sehen war, weil ich den sperrigen Transport scheute. Auf der anderen Seite zeige ich neue Guckkastenbilder. Das sind Bilder vor die eine Glasscheibe befestigt und so darauf gemalt wurde, daß man noch das Bild darunter sieht, wodurch das Bild dreidimensional wird.
A: Was zeigen Sie im Ausstellungskabinett?
Culmann: Bei dieser Ausstellung ist es nur ein Künstler und das ist der Elsässer Raymond Waydelich aus der Nähe von Straßburg. Er komponiert in Objektkästen ganze Geschichten wie die Lydia-Jacob-Story, deren Gegenstände aus Haushaltsauflösungen bestehen und die er in den Kästen dem Thema entsprechend anordnet. Seine Bilder und Grafiken bevölkert ein skurriles, satirisches Bestiarium.
A: Die Sammlung Westermann ist in der Ausstellung auch wieder vertreten. Culmann: Nachdem wir die Sammlung Westermann 2009 im Kunstkabinett gezeigt hatten, haben sich in der Zwischenzeit noch weitere Künstler an diesem Projekt der Objektboxen beteiligt, sodass nun auch in der Ausstellung 28 neue Arbeiten zu sehen sind. Unter dem Titel: „Phantastik in der Box – Sammlung Westermann“ sind hierbei folgende Künstler vertreten: Myriam Bat-Yosef - Nicolaus zu Bentheim - Franz-Josef Bettag - Eduard Diem - Michael Engelhardt - Christian Flora - Peter Gric - Dietmar Gross - Claus D. Hentschel - Roland Heyder - Fritz Janschka - Bruce de Jonge - Michael Krähmer - Nikolai Lagoida – Ellen Lórien - Hans-Peter Müller - Alexandra Müller-Jontschewa - Hans Niklaus - Jo Niklaus - Silvia Pecha - Victor Safonkin - Manfred Sillner - Alexander Wachtel - Elke Wassmann - Christoph Winkler - Udo Winkler - Siegfried Zademack - Wladimir Zalyasko
A: Ein besonderer Schwerpunkt der „art-imaginär“ bildet wohl die Sonderausstellung von Karl Kunz.
Culmann: Ja, auf diese Ausstellung freue ich mich besonders, denn Karl Kunz muß man zu den deutschen, surrealistischen Klassikern zählen. Kunz ist 1905 in Augsburg geboren und 1971 in Frankfurt gestorben. Durch die Pfälzische Sezession hatte er auch immer Kontakt mit der Pfalz und hatte auch 1966 eine Einzelausstellung in der Pfalzgalerie, die mich damals sehr beeindruckt hat. Die Ausstellung von Karl Kunz wird in den Räumen der Parkvilla zu sehen sein.
A: Gibt es auch ein Beiprogramm?
Culmann: Wie 2009 wird auch Tine Duffing &. Cocoon bei der „art-imaginär“ beteiligt und wird eine surrealistische Performance unter dem Titel „Weißes Rauschen“ in der Parkvilla zeigen.
A: Eine weitere Besonderheit der Ausstellung ist, daß sie nach Wien weiter geht und dort 2012 gezeigt wird.
Culmann: Gerhard Habarta, der Initiator des PhantastenMuseum in Wien hatte die „art-imaginär“ zwei Mal besucht und will die Ausstellung anlässlich des einjährigen Bestehens des PhantastenMuseums dort vom 14. bis 29. Januar 2012 zeigen. Hierzu muß ich anmerken, daß ich keine spezifische Ausstellung für Wien gemacht habe, sondern ich habe im HERRENHOF nach den uns gebotenen Möglichkeiten die Künstler zusammen gestellt. Eine der zukünftigen interessanten Aufgaben wäre es z.B. aus kunsthistorische Sicht die schwierige Situation der deutschen Künstler mit surrealistischer Tendenz, vor und nach 1945 zu analysieren und zu dokumentieren, zumal man heute über die um 1950 manipulierte Kunstszene durch die amerikanische Kulturpolitik in Europa weit mehr weiß. Mir ist nicht bekannt, daß es darüber in Deutschland eine Buch-Dokumentation gegeben hat. Immerhin gab es unter dem Titel „Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz des CIA“, eine ausführliche Fernsehdokumentation die auch unter You Tube zu sehen ist. Als ich im Katalog 1998 auf diese Manipulation der Kunstszene durch den CIA hinwies, bei der die Phantasten und Surrealisten um 1950 immer mehr an der Rand der Kunstszene gedrückt wurden, weil sie nicht verdeckt finanziert wurden wie die Abstrakte Kunst, wurde ich in einem Artikel in der „Chaussee“ noch so hingestellt, als würde ich in einem Anfall von Paranoia „Dunkle Mächte“ sehen. In Österreich wurde dieses Kapitel der Kunstpolitik nach 1945 durch Gerhard Habarta in dem Buch „...frühe Verhältnisse“ schon 1996 veröffentlicht. Nach vielen Anläufen und Planungen ist Anfang 2011 endlich in Wien ein Museum für die Phantastische Kunst im Palais Palffy eingerichtet worden. Neben der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ werden dort auch andere Phantasten aus anderen Ländern gezeigt. Das ist wirklich ein entscheidender Meilenstein für die Phantastische Kunst!
A: Gibt es noch weitere positive Zeichen?
Culmann: Durch das Internet werden wir immer informiert, wo und wann Ausstellungen mit Phantastischer Kunst stattfindet und durch dieses Netzwerk können die Phantasten für die Zukunft, ganz anderes wie früher, Aktivitäten miteinander planen. Für ein „Museum der phantastischen Kunst“ wurde mir erst kürzlich Bauland von einer Kommune angeboten, woran zu sehen ist, daß von der Öffentlichkeit ein großes Interesse an der Realisierung eines solchen Museum besteht. Im vergangenen Jahr fand fast vor der Haustür des HERRENHOF im Hack-Museum in Ludwigshafen die Ausstellung „Gegen jede Vernunft – Surrealismus Paris – Prag“ statt, mit surrealistischen Klassikern um André Breton und tschechische Surrealisten. Auch gibt es jetzt in Berlin ein „Surrealistisches Museum“ mit Klassiker des Surrealismus die bisher von über 180 000 Besuchern gesehen wurde. Auch die jetzt zu Ende gegangene Ausstellung in Baden-Baden von Neo Rauch, einem aktuellen Surrealisten, hatte 60 000 Besucher. Ab 14. Oktober zeigt in Basel die Fondation Beyerler die erste umfassende Surrealismus-Ausstellung von klassischen Surrealisten in der Schweiz. Es wäre zu wünschen, daß der Surrealismus in Zukunft von den großen Ausstellungshäusern nicht nur immer wieder auf die Zeit von André Breton eingeengt wird. Der Surrealismus Pariser Prägung erfuhr auch in seiner Zeit immer wieder Wandlungen und die surrealistischen Maler der damaligen Zeit, sahen es ja nicht als ihre Aufgabe an Illustratoren des Surrealismus zu sein. Man muß das eher umgekehrt sehen, daß André Breton die Kunstwerke der Künstler und Phantasten bei den Surrealismus- Ausstellungen dazu bedient haben um den Geist des Surrealismus bildlich darzustellen. Die Künstler sahen sich dort in einem Kreis von Schriftsteller und Künstler aufgenommen, die ihre Visionen zu schätzen wussten. Wir von LABYRINTHE und dem HERRENHOF sehen ebenfalls eine Aufgabe darin, Künstler mit einer außergewöhnlichen Phantasie ein Forum für die Bilder ihre Träume und ihrer inneren Welt zu geben. André Breton sagte einmal: „Es gibt Ideen, die in der Luft liegen und gegen deren Verwirklichung von dem Augenblick an niemand etwas vermag, da sie eine Möglichkeit gefunden haben, Gestalt anzunehmen.“ Wenn Sie die „art-imaginär 2011“ gesehen haben, werden sie spüren, daß hier etwas „in der Luft lieg“!
|
|
|
| 25. September 2011 |
Künstler im Netz der CIA |
|
|
|
"Benutzt und gesteuert" Künstler im Netz der CIA jetzt auf You tube http://www.youtube.com/watch?v=_uHfSeYrDIo |
|
|
| 02. September 2011 |
Phantastische Werke von Fritz Hörauf in Garmisch-Partenkirchen |
|
|
|
Der Künstler Fritz Hörauf, 1949 in Eggenfelden geboren, lebt seit 1968 in München. Zwischen 1968 und 1975 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste bei Marc Zimmermann. Neben der Malerei betätigt er sich auch in den Bereichen der Architektur und Plastik. Anlässlich der Einweihung seiner Skulptur „Die geflügelte Echse“ findet diese Ausstellung statt, die Einblick in das vielseitige Schaffen, insbesondere auf die Phantastischen Werke des Künstler, erlaubt. Die Werkschau läuft bis 6.11. und öffnet am 12.11.2011, dem Geburtstag von Michael Ende, noch einmal seine Pforten (Sonderöffnungstag). Ausstellungsort: MICHAEL-ENDE-AUSSTELLUNG IN DER GALERIE DES MARKTES Fürstenstraße 14 82467 Garmisch-Partenkirchen Vernissage: 15.9.2011, 19 Uhr geöffnet von 15.9. – 6.11.2011 und am 12.11.2011 Öffnungszeiten: DI – SO, 11 – 18 Uhr Veranstalter: Phantastische Gesellschaft e.V. Ein Veranstaltung |
|
|
| 15. Juni 2011 |
Phantasten trauern um Peter Schamoni |
|
|
|
Phantasten trauern um Peter Schamoni Peter Schamoni gehört nicht nur zu den bedeutenden deutschen Regisseuren, sondern er hatte auch bedeutende Filme über Phantastische Künstler gemacht. Caspar David Friedrich „Grenzen der Zeit“ 1986 Max Ernst „Entdeckungsfahrt ins Unbewußte“ 1963 „Maximiliana“ 1966 „Mein Vagabundieren – Meine Unruhe.“ „“…endlose Spiele bereiten sich vor.“ 1972 Münchner Kammerspiele Hundertwasser „Hundertwassers Regentag“1972 Deutscher Filmpreis, Oscar-Nominierung Niki de Saint Phalle „Wer ist das Monster – du oder ich ? 1994 Dorothea Tanning „Insomnia“ 1978 Botero „Botero Born in Medellin“ Peter Schamoni hatte dem HERRENHOF-Neustadt/Mußbach für die „art-imaginär 2007“ ein Werk von Max Ernst zur Verfügung gestellt. Scharmoni erzählte mir, daß seine erste Begegnung mit Max Ernst mit Hindernissen verlief. Er hatte sich mit Max Ernst in einer Galerie im Zentrum von Paris verabredet. Das Problem war nur, daß Schamoni für sein Auto keinen Parkplatz fand und über eine Stunde herum fuhr und dabei auch immer wieder an der Galerie vorbei kam, in der Max Ernst alleine auf einem Stuhl saß und wartete. Schamoni malte sich schon aus, daß dies alles mit einem Fiasko enden müssen, da er den inzwischen schon weltbekannten Künstler dort warten ließ und er auch befürchtete, daß Max Ernst irgendwann aufstehen und gehen würde. Endlich fand Schamoni einen Parkplatz und als er in die Galerie hineinstürmte, zeiget sich Max Ernst nicht verärgert, sondern verblüfft, denn für einen Moment meinte Max Ernst seinen früheren Freund aus der DADA-Zeit vor sich zu sehen: Johannes Baargeld, der in jungen Jahren Schamoni sehr ähnlich gesehen haben soll. Die Situation war gerettet und Schamon machte zusammen mit Max Ernst 3 Filme, sowie über dessen Frau Dorothea Tanning einen Kurzfilm.
|
|
|
| 30. Mai 2011 |
Leonora Carrington gestorben |
|
|
|
Surrealistische Malerin Leonora Carrington gestorben
Am 25. Mai 2011 ist in Mexiko die surrealistische Malerin und Bildhauerin Leonora Carrington gestorben. Bekannt wurde Carrington hauptsächlich durch Max Ernst mit dem sie in St. Martin d’Ardèche bei Avignon in einem phantastischen Haus mit Betonfiguren zusammen lebte. Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs trennten sich ihre Wege. Max Ernst wurde in Südfrankreich interniert und floh dann in die USA. Carrington floh über Spanien und Portugal zu einem späteren Zeitpunkt nach Mexiko, wozu sie einen mexikanischen Diplomaten heiratete, von dem sie sich dort wie vereinbart wieder trennte. In Mexiko heiratete sie den Fotografen Imre Weisz, mit dem sie zwei Kinder hatte. Carrington wurde 1917 in der englischen Grafschaft Lancashire geboren und studierte in London Malerei. Ihre Mutter schenkte ihr ein Buch über Surrealismus, das sie entscheidend beeinflusste. Bei einer Surrealismus-Ausstellung in London lerne sie Max Ernst kennen, mit dem sie nach Paris durchbrannte. Carrington zeigt in ihren Bildern eine skurrile Märchenwelt, die von keltischen und indianischen Mythen beeinflußt sind. Ihre Bilder wurden bei Ausstellungen der Surrealisten gezeigt und ein neues Museum im mexikanischen Bundesstaat Baja California widmet sich ihrem Lebenswerk. LABYRINTHE hat schon vor Jahren über ihren Sohn Kontakt mit der Künstlerin aufgenommen. In Zusammenarbeit mit Roman Hocke AVA- international erschien der Roman "Himmelsdiebe" -Surrealisten und ihre Schoko-Brüste- von Christiane von Korff, der sich auf das Leben von Max Ernst und Carrington bezieht. Otfried h. Culmann LABYRINTHE -- |
|
|
| 09. Mai 2011 |
Culmanns Paradiesgarten auf You Tube |
|
|
|
http://www.youtube.com/watch?v=7Dm21dnmtyU Der Phantastische Garten des Surrealisten Otfried H. Culmann, sowie der Innenhof und die Kunsthalle in der Südpfalz. Außerdem sieht man das SWR-Team bei Aufnahmen für die Sendung "Landes-art" für die Sendung "DADA und Surrealismus" 7. Mai 2011. In dem phantastischen Garten wurden schon verschiedene Fernsehsendungen aufgezeichnet. Zu sehen ist der Große Sphinx-Brunnen, der römische Brunnen, der Tröpfelbrunnen mit der Ariadne, der Tempel der drei Grazien, die Orakel-Wand, das "Haus der Geheimnisse", der zugewachsene Piratenturm, Robinsons-Hütte, viele phantastische Figuren, der Musicautomatophon usw |
|
|
| 07. Mai 2011 |
LABYRINTHE und der Surrealismus im SWR "Landesart" 7.Mai 2011 |
|
|
|
"DADA und Surrealismus" 7. Mai 19:15 Uhr in SWR-Mainz "Landes-art" in Zusammenarbeit mit Otfried H. Culmann - LABYRINTHE "DADA und Surrealismus" 14.Mai 2011 19:15 Uhr - 19:45 Uhr Uhr in unserem Anwesen in Billigheim bei Landau Pfalz. Hierbei ist zum ersten Mal auch "Das Haus der Geheimnisse" in unserem Garten zu sehen, das ich in den letzten Wochen gebaut und gestaltet habe. In der Sendung wird auch auf die internationale Ausstellung "art-imaginär 2011" im HERRENHOF - Neustadt-Mußbach 23.10 - 27.11. 2011, das Phantasten-Museum in Wien und das geplante "Museum der Phantastischen Kunst " in der Pfalz aufmerksam gemacht. In der Sendung wirken mit: "Surreale Dinge" Kunsthalle Schirn - Frankfurt Arp - Museum Bahnhof Rolandseck Hugo-Ball-Sammlung Pirmasens Otfried H. Culmann Südpfalz |
|
|
| 06. April 2011 |
CULMANN- Ausstellung auf You Tube |
|
|
|
OTFRIED H. CULMANN Malerei - Grafik - Objekte im Zehnthaus Jockgrim Hier bekommen Sie durch ein Video (Slideshow) einen Einblick in die Ausstellung: bei www.youtube.com Stichwort: "Culmann Jockgrim" oder http://www.youtube.com/watch?v=TxSB4t5NLUY Dauer der Ausstellung: 27. März bis 17. April 2011 Öffnungszeiten: Sa 15 -17 Uhr So 11 - 17 Uhr ZEHNTHAUS Ludwigstr. 28 76751 Jockgrim (Südpfalz - bei Wörth und Kandel) Tel. 07271 - 52138 www.zehnthaus.de Kreisvolkshochschule und Kuratorium für Kunst- und Denkmalpflege mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Germersheim-Kandel PHANTASTISCHE WELTEN "DIE RHEINPFALZ" Der Pfälzer Surrealist Otfried Culmann stellt seine Werke im Zehnthaus in Jockgrim aus. Neben Bildern sind auch dreidimensionale Arbeiten und mechanische Objekte des Künstlers aus Billigheim zu sehen. Die Phantasie, wie kann sie beflügeln und befreien, verwirren und verführen, neue Welten schaffen oder gewohnte Bilder zum Wanken bringen. Dieser geistigen Macht hat sich auch der Maler Otfried Culmann aus Billigheim unterworfen, der sich in seiner Kunst gänzlich dem neuen konstruktiven Surrealismus verschrieben hat. Seine Bild-Motive erinnern an mediterrane oder antike Landschaften, an Gaukler-Leben und Jahrmarktnostalgie. Die einzelnen Elemente in seinen konstruierten Kompositionen stehen scheinbar unzusammenhängend nebeneinander, Tiere, Menschen, Fabelwesen und real unbewohnbare Gebäude ergänzen rudimentäre Landschaften. In den realen, klaren Räumen des Zehnthauses sind sie derzeit versammelt, der „Landeplatz", ein „Turm mit Rampen" oder ein „Vierfaches Wohnlabyrinth". Bäume in sattem Grün, zu verspielten Voluten verformt, Häuser, deren Perspektive entgegen üblicher Sehgewohnheiten den Fluchtpunkt nach vorne verlagert ist, Verheißungs-Brunnen und Geschöpfe, nicht Mensch, nicht Tier, sie alle sind aus der Phantasiewelt im Kopf des Künstlers durch Farbe sichtbar geworden. Aber welche Farbtöne leuchten, quietschen schrill aus dem Bild? Rosa, zitronengelb, giftgrün, lila, alles ist bunt, fast aufdringlich grell. Wie Marionetten wirken die Figuren in Culmanns Bildern, so, als seien sie Prototypen für Magier, Engel, Wahrsagerinnen. Neben seinen opulenten Gemälden im „klassischen" zweidimensionalen Format spielt der in Billigheim lebende Surrealist auch mit der dritten Dimension. In einem ersten Schritt weg von der schlichten Ebene lagert Culmann Glasplatten über das Basisbild. Dessen Motive werden von ihm fortgeführt, auf das Glas und Dank seiner Durchsichtigkeit auch gedanklich in den Raum des Betrachters hinein. Eine freudige Entdeckung für den menschlichen Spieltrieb sind seine mechanischen Objekte. Viele Rädchen und Scheiben sind vom Künstler so miteinander verbunden, dass beim Drehen einer kleinen Kurbel der ganze Apparat zum Leben erweckt wird. Stille, starre Bilder bewegen sich, werden fast lebendig. Eine Steigerung der manuell zu drehenden Objekte ist der mehrteilige „Musik"-Automat, aus dem sphärische Töne erklingen, die in die Zeit der alten Karussells mit ihrer eigenen Jahrmarktsorgel erinnern. Obskur, gruselig, schaurig schön sind die „Sammelkästen" des phantastischen Malers. Neben einem beinahe magischen Auge stehen in kunstvollen Holzkästchen und kleinsten Vitrinen filigran bemalte Eier. In einem anderen Objekt wird ein Totenschädel von maroden Alltags-Funden eingerahmt, wie ein sehr persönlicher Schrein mit einem tiefen Geheimnis. Neben all diesen Absonderlichkeiten und Phantastereien, neben unzähligen, wie Culmann sie selbst nennt, „Culmannisationspunkten", gibt es sogar so was ein Stückchen Heimat zu entdecken. Dort, wo der Maler zu beinahe realistisch dargestellten Fachwerkgebäuden und alten Scheunen, wie könnte es anders ein, erneut nicht-irdische Wesen gruppiert, sie zusammen mit dem gewillten Betrachter auf eine gedankliche Phantasiereise schickt. INFO_________________ Öffnungszeiten bis 17. April Samstag von 15 bis 17 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. (bic) |
|
|
| 14. März 2011 |
CULMANN - Ausstellung in Jockgrim 27.03. - 17.04.2011 |
|
|
|
OTFRIED H. CULMANN Malerei - Grafik - Objekte Im Zehnthaus Jockgrim Zur Eröffnung am Sonntag, dem 27. März 2011 sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Begrüßung Wolfgang Nolting Laudatio Susanne Pfaffmann Dauer der Ausstellung: 27. März bis 17. April 2011 Öffnungszeiten: Sa 15 -17 Uhr So 11 - 17 Uhr ZEHNTHAUS Ludwigstr. 28 76751 Jockgrim (Südpfalz - bei Wörth und Kandel) Tel. 07271 - 52138 www.zehnthaus.de Kreisvolkshochschule und Kuratorium für Kunst- und Denkmalpflege mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Germersheim-Kandel Kinderbetreuung - Malen und Zeichnen während der Vernissage ab 10:30 Uhr im kleinen Zehnthaus Kunst für Kinder und Familien 2. April 2011, 15 -17 Uhr |
|
|
| 07. Februar 2011 |
Phantasten in Bad Rappenau |
|
|
|
PHANTASTEN - TREFFEN in Bad Rappenau mit Michael Engelhardt, Philine Maurus, Christine Rogge, Elke Wassmann, Otfried H. Culmann, Wolfgang Harm, Wolfgang Ohlhäuser, Bernhard Apfel Anläßlich der Ausstellung ***DER VERFÜHRTE BETRACHTER*** Augentäuschereien in der phantastischen und surrealen Kunst Malerei von Joe Hackbarth, Michael Engelhardt, Philine Maurus, Christine Rogge und Elke Wassmann Vernissage am 6. Februar 2011, 11 Uhr Ausstellung vom 6. Februar bis 17. April 2011 Wasserschloss Bad Rappenau | Fr, Sa, So 14 - 19 Uhr | sowie nach Vereinbarung Ein weiteres Mal zeigen die Galerie Grandel und die Stadt Bad Rappenau unter dem Titel „Der verführte Betrachter" Augentäuschereien der Gegenwartskunst. Mit malerischen Mitteln den Gegenstand täuschend echt auf der Leinwand abzubilden ist von der Antike bis in die Gegenwart eine geachtete Herausforderung für viele Künstlergenerationen. Ein magnetisierendes Spektakel für unsere Augen und unsere Wahrnehmung ist diese Malerei immer - aber es gehört auch das Spiel der Augentäuschung dazu: das Trompe l'œil. Eine perfekte Beherrschung der Malmittel und die genaue Beobachtung des Motivs, der Umgebung und der Lichtverhältnisse sind die Voraussetzungen für eine Darstellung ohne perspektivische Verzerrungen. |
|
|
| 17. Januar 2011 |
LABYRINTHE - Aktivitäten: Rückblick 2009 - 2010 |
|
|
|
LABYRINTHE - Aktivitäten: Rückblick 2009 - 2010
Folgende Aktivitäten wurden von LABYRINTHE seit der Ausstellung "art-imaginär 2009 unternommen, oder war daran beteiligt: art - imaginär 2009 Klassische und aktuelle phantastische Kunst 3. große internationale Ausstellung der phantastischen und visionären Kunst im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt - Mußbach – Pfalz 27. September bis 25. Oktober 2009 Kurator: Otfried H. Culmann LABYRINTHE- Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste An der Ausstellung sind 75 Künstler/innen aus 10 Länder beteiligt. Peter Ackermann + Bernhard Apfel + Utz Arnoldi + WESSI Benderlieva Karlhofer + Myriam Bat-Yosef + Nicolaus zu Bentheim + Johfra van den Berg + Serge Brignoni + Alice Buis + Agustin Cardenas + Fabricio Clerici + Otfried H. Culmann + Salvador Dali + Doremi + Tine Duffing & Cocoon + Edgar Ende + Leonor Fini + Ernst Fuchs + Joachim Geissler-Kasmekat + Walter Grab + Peter Gric + Friedrich Gross + Fabius von Gugel + Joe Hackbarth + Veronika Hagen + Wolfgang Harms + Rudolf Hausner + Claus Dietrich Hentschel + Werner Holz + Herrmann Hoormann + Fritz Hörauf + Emy Hudecek + Wolfgang Hutter + Michel-Claude Jullian + Edgar Jené + Heinz Jung + Lukas Kandl + Helmut Kies + Karl Korab + Edgar Landherr + Hannelore Langhans + Barbara Lenz + Ellen Lórien + Jaime Makinde + Roberto E. Matta + Max von Moos + Hans-Peter Müller + Alexandra Müller-Jontschewa + Hellmut Neukirch + Wolfgang Ohlhäuser + Erik Olson + Wolfgang Peuker + Dieter Peukert + Silvia Quandt + Tamara Ralis + Kurt Regschek + Carl-W. Röhrig + Victor Safonskin + Hundertwasser + Dietrich Schuchardt + URSULA Schultze-Bluhm + Ludwig Schwarzer + Cornelia Simone-Bach + Manfred Sillner + Ernst Steiner + Piero Strada + Charles F. Soehnée + Esaias Thóren + Elke Wassmann + Bruno Weber + Woldemar Winkler + Paul Wunderlich + Siegfried Zademack + Mac Zimmermann Außerdem zeigten wir bei der "art-imaginär 09" zwei Sonderausstellungen : im Kunstkabinett Sammlung Westermann, Im Ausstellungssaal im Renaissance -Bau ein Klassiker der Phantastischen Kunst Woldemar Winkler Begrüßung:Gustav Adolf Bähr "Das Universum ist größer" Gerhard Habarta Österreich Galerieleiter, Ausstellungsmacher,Verleger und Autor des aktuell herausgekommenen *** Lexikon der phantastischen Künstler *** "Die phantastische Kunst" Clemens Joeckle Leiter der städtischen Galerie Speyer "Lebende Skulpturen" Performance Tine Duffing & CocoonWANDERER ZWISCHEN DEN WELTEN im Michael-Ende-Kurpark - der früheren Galerie des Marktes im Kurhaus - Garmisch 31. Okt. – 29. Nov. 09 Phantastische und visionäre Kunst Es gibt Künstlergruppen, bei denen ein gemeinsames Konzept, eine Theorie, die sich auch in Manifesten ausdrücken kann, im Vordergrund steht. Daneben finden wir Künstlerpersönlichkeiten, die schwerer einzuordnen sind. Sie stehen im Gegensatz zu den "Ismen" ihrer Zeit, bilden in ihrer Subjektivität so etwas wie eine Konstante des Visionären und Phantastischen in der Europäischen Kunstgeschichte. Diese Konstante sichtbar zu machen, ist Idee der Ausstellung. Die Künstler verbinden keine formale Analogien, vielmehr das Pionierhafte, die Wanderschaft zwischen den Welten, die es zu entdecken, zu schauen oder zu erschaffen gilt. Ausstellende Künstler: Cornelia Bach, Alfred Bast, Otfried Culmann, Fritz Hörauf, Claudia Knüppel, Tamara Ralis, Ernst Steiner WANDERER ZWISCHEN DEN WELTEN Phantastische und visionäre Kunst "Wanderer zwischen den Welten“ heißt die beeindruckende Ausstellung, die am 31. Oktober 2009 in Garmisch, im Michael- Ende-Kurpark eröffnet. Sie vereint Künstler wie Otfried Culmann, Fritz Hörauf, Ernst Steiner, Claudia Knüppel, Alfred Bast, Cornelia Simon-Bach und Tamara Ralis Künstlerpersönlichkeiten, die sich nicht in gängige Schubladen einordnen lassen. Die Wurzeln der phantastischen Kunst liegen nicht allein im Surrealismus, sondern auch im Jugendstil, sie reichen zurück in den Barock, vermutlich sogar bis in die Antike und schließlich bis hin zur beschwörenden Kunst, wie wir sie aus der Höhlenmalerei kennen. Die präzise gemalten Bilder der Ausstellung entführen in die Welt des Ungewöhnlichen: Riesenhafte Labyrinthe, magische Landschaften und meta-physische Rätsel. LABYRINTHE stellt Videos, Fotodokumente als Slideshow auf YOU TUBE Zu sehen sind: 1, Internationales Treffen der Phantasten im Kulturzentrum Villa Rolandseck in Rolandseck/Bonn 2, Ausstellung "Der Faden der Ariadne" 1998 (2 Videos) 3, Ausstellung "art-imaginär 2007 und 2009" 4, Das Phantastische Museum Surrealistenausstellung im Hack-Museum Ludwigshafen LABYRINTHE begrüßte die Ausstellung von Bildern, Plastiken, Objekten und Filmen des klassischen Surrealismus im Hack-Museum Ludwigshafen, welche den Titel: "Gegen jede Vernunft - Surrealismus Paris - Prag" trug. Gegen diesen Titel den wir mißverständlich und falsch fanden, sowie den amateurhaft verfassten Pressetext zu der Ausstellung hatten wir Einspruch erhoben und sowohl bei der Museumsleitung, wie beim Kulturamt der Stadt protestiert. Hierzu hatten wir eine ausführliche Argumentationsdokumentation verfaßt wozu wir auch sechs mit uns verbundene Kunsthistoriker und Schriftsteller zu Wort kommen ließen, welche sich ebenfalls kritisch hierzu äußerten. Leider zeigte sich Dr. Spieler, der Direktor des Hack-Museums, erst nach der Ausstellung einsichtig, daß er "Gegen jede Vernunft" gehandelt hatte, nachdem die hervorragende Ausstellung nicht die erhoffte Besucherzahl erreichte. Prof. Dr. Gustav René Hocke und die Tradition des Phantastischen "Die Welt als Labyrinth" Da das Buch im Buchhandel vergriffen ist, hat Roman Hocke zu G.R.Hocke und den Manierismus eine wundervolle Webside erstellen lassen, auf der man hierzu weitere Informationen findet: www.gustav-rene-hocke.de Bis heute sind Hockes Bücher zum Manierismus Standardwerke, unverzichtbar für ein Verständnis der europäischen Kunst. Für Michael Ende, den langjährigen Freund, bedeuteten sie aber noch mehr: Mit ihrer Hilfe war mir zum ersten Mal klargeworden, dass alles, was mich künstlerisch und poetisch bewegte,(...) keineswegs nur einer wirklichkeitsfernen Lust am Absonderlichen, Entlegenen entsprang, sondern einer Grundhaltung, einer „Urgebärde“, die in der ganzen europäischen Kultur, ja eigentlich in allen Kulturen der Welt, jener anderen „klassizistischen“ Gebärde komplementär und dialektisch, aber gleichberechtigt gegenüberstand. Das Büro für surrealistische Forschung und Dokumentation bei LABYRINTHE Das „Büro für surrealistische Forschung und Dokumentation“ Dokumentation: 1, Archiv mit Brief- und Email- Korrespondenz mit Künstler, Kunsthistoriker, Kunstschriftsteller, Galeristen, Museumsleiter, Sammler, Leihgeber, Interessenten usw. 2, Seit ca. 20 Jahren werden von mir alle Einladungskarten, Flyer, Zeitungsberichte, schriftliche Dokumente, Kunstpostkarten, Fotos usw. gesammelt die ich bekomme oder finde und die mit dem Surrealismus und der Phantastischen Kunst zusammen hängen. 3, Umfangreiches Archiv mit Ausstellungsdokumente die mit der Organisation von Ausstellungen von LABYRINTHE zusammen hängen. 4, Das bisherige Dokumentationsarchiv umfasst 18 Ordner sowie Sammelboxen mit verschiedenen Informationen. Bibliothek: 1, Etwa 400 Monografien (Kataloge und Bildbände) von surrealistischen und phantastischen Künstler 2, Etwa 200 Monografien (Kataloge und Bildbände) von Künstler anderer Stilrichtungen 3, Über 100 Bücher über surrealistische, phantastische, manieristische Kunst und Außenseiterkunst 4, Über 100 Bücher zur Kunstgeschichte und Kunstphilosophie 5, Ein umfangreiches Video-Archiv über surr. und phant. Künstler, sowie über den Phantastischen Film.Michael und Edgar Ende-Nachlaß : Roman Hocke betreut den künstlerischen Nachlaß von dem visionären Maler Edgar Ende, der zu den großen Klassikern der Phantastischen Kunst gezählt wird. In diesem Zusammenhang organisiert LABYRINTHE von Edgar Ende Ausstellungen und bezieht dessen Werke in die LABYRINTHE-Ausstellungen mit ein. "Der Spiegel im Spiegel" - Edgar und Michael Ende. Neue Sonderausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall (in Zusammenarbeit mit LABYRINTHE) „Der Spiegel im Spiegel“ lautet der Titel eines Buches von Michael Ende, das er seinem Vater Edgar (1901-1965) widmete. Darin versuchte der Sohn in Worten das auszudrücken, was sein Vater mit den Mitteln der Malerei dargestellt hatte. Eine Reihe phantastischer Kurzgeschichten entstand, die für den Leser ebenso vieldeutig und geheimnisvoll bleibt wie die Bilder des Vaters. In der Haller Ausstellung werden Gemälde und Zeichnungen von Edgar Ende gezeigt, eines Meisters der phantastischen und visionären Kunst, die zum Teil noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren, sowie Bücher des Sohnes vorgestellt. Einflüsse des Vaters auf den Sohn lassen sich nicht nur in „Der Spiegel im Spiegel“ erkennen. Von Kindesbeinen an prägte die Kunst Edgar Endes das Bewusstsein Michaels. Roman Hocke, Autor und langjähriger Freund Michael Endes, schreibt: „Das geräumige Atelier seines Vaters diente auch als Wohnung und war in zwei verschiedene Bereiche unterteilt: für die Familie ein Wohn- und Schlafzimmer und für Edgar Ende einen Arbeitsbereich, der über ein Glasdach verfügte. Michael Ende wächst also in einem Raum auf, der über keine Fenster verfügt und von dem aus nachts die Sterne zu sehen sind. Die Gemälde des Vaters an den Wänden sind seine Fenster in die Welt.“ In einem Fernsehinterview stellte Michael Ende fest: „Ich stehe sozusagen auf der Bilderwelt meines Vaters, ich habe versucht, seine künstlerische Methode – auf meinem Gebiet – weiterzuführen, das heißt die Art und Weise, wie er seine Bilder gefunden hat.“ Die Ausstellung dauert vom 11. Dezember 2010 bis 20. Februar 2011.
" DIE MACHT DER PHANTASIE" GRENZÜBERSCHREITENDE MANIERISTISCHE-PHANTASTISCHE KUNST Kurator: Hanno Karlhuber in Zusammenarbeit mit LABYRINTHE BAROCKSCHLOSS RIEGERSBURG (Österreich) Unter dem Ehrenschutz von S. E. Hans Henning Blomeyer-Bartenstein Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich S. E. Dr. Jan Koukal Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich S. E. Dott. Massimo Spinetti Botschafter der Italienischen Republik in Österreich S. E. Dr. Ferdinand Trautmannsdorf Österreichischer Botschafter in der Tschechischen Republik Eröffnungsansprachen: Professor Norbert Gollinger, Direktor Landesstudio ORF NÖ; S. E. Dr. Jan Koukal, Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich; Mag Carl Aigner, Direktor NÖ Landesmuseums St. Pölten; Gerhard Habarta, Kunsthistoriker ***Wanderer zwischen den Welten*** Phantastische und visionäre Kunst aus drei Jahrhunderten30. April – 29. August 2010 SchlossÖkonomie Eggenfelden/Gern (bei Passau) – Gotischer Kasten Künstler der Ausstellung: Giovanni Battista Piranesi, Francesco Piranesi, Edgar Ende, Mac Zimmermann, Alfred Bast, Otfried Culmann, Fritz Hörauf, Claudia Knüppel, Wolfgang Maria Ohlhäuser, Tamara Ralis, Ernst Steiner, Cornelia Simon-Bach Kurator und Organisation: Fritz HöraufERNST FUCHS - 80 Jahre im HERRENHOF Neustadt-Mußbach 24. Oktober bis 14. November 2010 Eine Ausstellung die in Zusammenarbeit mit LABYRINTHE organisiert wurde Das Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt /Mußbach feiert den 80. Geburtstag von Prof. Ernst Fuchs, den großen Meister der Phantastischen Kunst, in Form einer grandiosen Ausstellung mit über 100 Werken (monumentale Ölbilder, Pastelle, Zeichnungen. Plastiken und seltene Druckgrafiken) aus der Sammlung von Frau Dr. Cornelia Mensdorff-Pouilly, der langjährigen Muse und Managerin des Künstlers. Phantastenmuseum in Wien Mit der Eröffnung des PhantastenMuseum Wien im Palais Palffy 1010 Wien Josefsplatz 6 am 15. Januar 2010 hat die Phantastische Kunst einen Mittelpunkt in Europa. Hier kann man die Geschichte der Legende Phantastischer Realismus der Wiener Schule kennen lernen und Werke bedeutender internationaler Maler der phantastischen, surrealen und visionären Kunst kennen lernen. Präsident Mag. Piero Banchero und dem Direktor des Hauses Erich Peischl. Zum Museum spricht Gerhard Habarta. Das Phantastenmuseum: Was im ZENTRUM DER PHANTASTISCHEN KÜNSTE in Bonn/Rolandseck vor ca. 20 Jahren im Kreis von Phantasten und ihren Sympathisanten einen Anfang nahm, findet nun in Wien seine Realisierung Grußwort von LABYRINTHE: Die Minotauren von LABYRINTHE - der Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste, begrüßen die Einrichtung des Neuen Phantasten-Museums in Wien und beglückwünschen das Österreichischen Kulturzentrum und Herrn Habarta zu der Gründung. Endlich hat die phantastische Kunst hier, im Palais Palffy, einen Ort gefunden, an dem sie ihren Kosmos unendlicher Welten entfalten kann. Dass sich dieser Ort in Wien befindet, ist sinnvoll und evident. Hier hat die Imaginationskunst durch die sogenannte Wiener Schule in den 60er Jahren einen neuen starken Impuls erhalten, der bis heute fortwirkt. Wir wünschen der phantastischen Unternehmung viel Glück und Erfolg. Mit minotaurischen Grüßen Roman Hocke Otfried H. Culmann Fritz Hörauf Vorstand Labyrinthe e.V. Aigner Florian, Aigner Fritz,,Alesandrion - Wallner Alexander,Alvarez Katrin,Angerer d.Ältere,Aratym Hubert,Bannuscher Gerd,Bauer Karlheinz,Bayer Franz,Beck Gustav K.,Beinart Jon,Biljan-Bilger Maria,Brauer Arik,Breicha Otto,Brusen Claus,Buchsbaum Maria (T),Calvus Jehan,Celan Paul (T),Coudenhove Michael,Croÿ Peter Severin,Culmann Otfried H.,De Es - Schwertberger Dieter,Diem Eduard,Diemer Karl (T ),Doxat Robert,Etzelsdorfer Hannes (T),Fellerer Gotthard,Fellin Benedetto,Ferra Raimund Gregor,Flora Christian,Franz Andreas N.,Freist Greta,Fuchs Ernst,Gansert Ulrich,Gepp Gerhard,Goebel Kurt,Gric Peter,Gütersloh Albert Paris,Habarta Gerhard (T),Haider Friedrich (T),Haller Roman,Hanko Hans,Harms Wolfgang,Hartmann Gerd,Hartmann Richard P.(T),Haruguchi Mitsuyoshi,Hausner Rudolf,Hechelmann Friedrich,Helnwein Gottfried,Hentschel Claus Dietrich,Heyder Roland,Hilger Wolfgang (T ),Hörauf Fritz,Horst Dietmar (T ),Hundertwasser,Hutter Wolfgang,Ingerl Kurt,Janschka Fritz,Jené Edgar,Kainz Peter (T),Kándl Lukáš,Karlhuber Hanno,Kies Helmut,Klemmer Robert,Klitsch Peter,Korab Karl,Koschatzky Walter (T),Krähmer Michael,Krejcar Anton,Kudrnofsky Wolfgang,Lang Manfred M.(T),Lassnig Maria,Leherb,Lehmden Anton,Lehner Frederik (T),Lehrer Joachim,Lenkovic Dina,Lindner Gisela,Lipka Charles,Löffler Oliver (T),Luby Franz,Marlin Brigid,Maschka Michael,Matouschek Richard,Mikula Kurt,Moses Stefan,Muhr Hans,Muschik Johann (T),Neuwirth Arnulf,Nicolic Aigner Zorica,Niklaus Hans,Niklaus Jo,Noever Peter (T),Palkowitz Gerhard,Palmerio Helene,Proksch Heide,Proksch Peter,Pultar Kurt,Raidl Lisbeth,Rainer Arnulf,Ralis Tamara,Regschek Kurt,Richter Jolanda,Ripper Rudolf Charles von,Rubin Eva (T),Rubinov Jacobson Philip,Rumpf Charles (T),Rustin Daniela,Safonkin Victor,Sage Amanda,Scheucher Hannes,Schmeller Alfred (T),Schmid Reinhard,Schmied Wieland (T),Schöller Robert,Schönwald Rudolf,Steiner Ernst,Stenvert Curt / SteinwendnerKurt,Stenvert Kurt,Stern Rainer,Unger Carl,Urbach Elsa Olivia,Wassmann Elke,Wieternik Peppino,Wind Gerhard,Zademack Siegfried,Zavodsky Alfred,Zens Herwig,(T)= Texte
Für das Neue Jahr die besten Wünsche Otfried H. Culmann Atelier & Galerie LABYRINTHE - Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste e.V. München-Rom ( 2. Vorsitzender) Büro für surrealistische Forschung "art-imaginär" intern.phant. Kunst Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mussbach (Kurator) |
|
|
| 16. Januar 2011 |
Phantastenmuseum in Wien eröffnet ! |
|
|
|
Samstag 15.Jänner 2011 Die Legende bekommt ein Haus
Mit der Eröffnung des PhantastenMuseum Wien im Palais Palffy 1010 Wien Josefsplatz 6 hat die Phantastische Kunst einen Mittelpunkt in Europa. Hier kann man die Geschichte der Legende Phantastischer Realismus der Wiener Schule kennen lernen und Werke bedeutender internationaler Maler der phantastischen, surrealen und visionären Kunst kennen lernen. Das Museum ist ab 10:00 Uhr geöffnet Um 11:00 gibt es im historischen Figaro-Saal kurze Begrüßung- und Eröffnungsansprachen von den Verantwortlichen des Trägervereins Österreichisches Kulturzentrum seit 1958 – Österreich Haus, Präsident Mag. Piero Banchero und dem Direktor des Hauses Erich Peischl. Zum Museum spricht Gerhard Habarta.
Für das PhantastenMuseum Wien wurden weite Bereiche des historischen, von den Kriegsschäden in den 1950er Jahren renovierten Palais neu adaptiert. Das Foyer wurde vom Lehmden-Schüler Kurt Welther zum Thema Figaros Hochzeit neu gestaltet. Hier wurde auch ein großzügiger Empfangsbereich mit der Ticketkasse, der Information und dem Museums-Shop eingerichtet. Im 1. Stock entstand gegenüber dem Figaro-Konzertsaal die neue Museums Galerie. Ein 150 m² Raum für Einzelausstellungen. Hier zeigt Gotthard Feller vom 15.1. bis 30.1. großformatige Es-Zeichnungen, die der surrealistischen Theorie des Automatismus entsprechen. Der Künstler ist in der Ausstellung anwesend.
Das Museum ist in 10 Bereiche gegliedert: 1. Die Impulse, die den jungen Künstlern erste Informationen nach dem Krieg brachten mit Werken von Edgar Jené und Gustav K. Beck und Arnulf Neuwirth. 2. Die Akademie, in der sie eine künstlerische Heimat fanden, mit Werken von A.P.Gütersloh, Ernst Fuchs, Fritz Janschka, Anton Lehmden und Kurt Steinwendner, bevor er zum Filmemache und Objektkünstler Stenvert wurde. 3. Die Zeitgenossen, Ältere Künstler des Phantastischen, die die Diktatur überlebt hatten wie Greta Freist, Kurt Goebel, Charles Lipka oder der CIA Agent Charles von Ripper. Und die Jungen wie Rudolf Schönwald oder Arnulf Rainer. Und Maler die sich im späteren 4. Art Club bewegten. Dazu gehören die ‚Partisanin‘ Maria Biljan Bilger, Peppino Wieternik, bevor er zum Abstrakten mutierte, Carl Unger, der für das Palais Palffy eine riesige Glasfront gestaltete. Der Art Club selbst versammelte dann die künstlerische Elite der Nachkriegszeit und wurde mit dem ‚Strohkoffer‘ das legendäre, gesellige Zentrum. 5. Die Hundsgruppe wurde zur ersten Gegenbewegung in der sich die Aufrührer wie Fuchs, Rainer und Lassnig, Kudrnovsky und der Aussenseiter-Phantast Anton Krejcar mit heute weretvoll gewordenen Grafiken manifestierten. 6. Das Pintorarium von Hundertwasser – Fuchs – Rainer wurde zum Aktionismus mit Wandzeitung und Nacktdemonstration gegen etablierte Akademie, schlechte Architektur und für die Freiheit des Geistes. 7. Hundertwasser verwirklichte diese Theorien in seinen Bauten. Eine Fotodokumentation von Kurt Pultar. Der Kern des Museums sind bedeutende Werke der 8. ‚Ersten Sechs‘ der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Bedeutende Bilder von Arik Brauer, Wolfgang Hutter, dem in den USA lebenden Fritz Janschka und von Anton Lehmden. Von Rudolf Hausner ist nicht nur ein Ölbild zu sehen, sondern auch die Dokumentation der langjährigen Arbeit an seiner Arche des Odysseus. Neben einem Frühwerk von Ernst Fuchs ist auch eine eigens für das Museum geschaffene große Gemälde-Fassung einer vor 55 Jahren entstandenen Zeichnung. 8. In der Abteilung der Gleichzeitigen sind 16 Bilder jene Wiener Fantasten zu sehen, die in den 1960er Jahren sich erstmnal präsentierten, u.a. in der Galerie die Ernst Fuchs installierte. 8. Bei der Next Generation, sind jene fast ‚noch Jungen‘, die unbeeindruckt von der zeitweiligen Ausgrenzung durch die sogenannte Avantgarde sich neuen Tendenzen des Phantastischen verpflichtet fühlen. Und zum Teil bei Hausner, Lehmden, Hutter und auch Fuchs studierten und auch als Assistenten lernten. 9. Das Graphische Kabinett belegt mit einigen ausgesuchten Grafiken, den letzten Höhepunkt der graphischen Kunst in Radierung und Lithographie bis hin zum Miniatur Meisterwerk der Briefmarke. 10. Wien & die Welt zeigt in etwa 30 Meisterwerken internationaler Phantasten die weltweite Vernetzung. Vertreter aus Japan, den USA, Australien und europäischen Zentren sind die Botschafter von Vereinigungen phantastischer Künstler, die ‚Ambassadors oft he Fantastic Universe‘.
Das Museum zeigt ca. 150 Werke. Der Katalog mit rund 200 Farbtafeln und Faksimiles von Dokumenten und Texten der Künstler und zu den Werken, hat 312 Seiten, ist hart gebunden und kostet € 29 Der Eintritt kostet € 9 (die üblichen Ermäßigungen). Zu jedem Ticket gibt es die Erinnerungsmedaille als Geschenk.
PhantastenMuseum Wien Ort: Palais Palffy Wien 1010 Josefsplatz 6 Träger : Österreichisches Kulturzentrum seit 1958 Kurator: Gerhard Habarta Kontakt: Direktor Erich Peischl 0664-11 77 31 InformationenTickets, Führungen : 0043 (0)1-512 56 81 Öffnungszeiten Ab 15.Jänner 2011 Täglich 10:00 bis 18:00 (und nach Vereinbarung)
Künstler im Museum und Autoren im Katalog Aigner Florian Aigner Fritz Alesandrion - Wallner Alexander Alvarez Katrin Angerer d.Ältere Aratym Hubert Bannuscher Gerd Bauer Karlheinz Bayer Franz Beck Gustav K. Beinart Jon Biljan-Bilger Maria Brauer Arik Breicha Otto Brusen Claus Buchsbaum Maria (T) Calvus Jehan Celan Paul (T) Coudenhove Michael Croÿ Peter Severin Culmann Ottfried H. De Es - Schwertberger Dieter Diem Eduard Diemer Karl (T ) Doxat Robert Etzelsdorfer Hannes (T) Fellerer Gotthard Fellin Benedetto Ferra Raimund Gregor Flora Christian Franz Andreas N. Freist Greta Fuchs Ernst Gansert Ulrich Gepp Gerhard Goebel Kurt Gric Peter Gütersloh Albert Paris Habarta Gerhard (T) Haider Friedrich (T) Haller Roman Hanko Hans Harms Wolfgang Hartmann Gerd Hartmann Richard P.(T) Haruguchi Mitsuyoshi Hausner Rudolf Hechelmann Friedrich Helnwein Gottfried Hentschel Claus Dietrich Heyder Roland Hilger Wolfgang (T ) Hörauf Fritz Horst Dietmar (T ) Hundertwasser Hutter Wolfgang Ingerl Kurt Janschka Fritz Jené Edgar Kainz Peter (T) Kándl Lukáš Karlhuber Hanno Kies Helmut Klemmer Robert Klitsch Peter Korab Karl Koschatzky Walter (T) Krähmer Michael Krejcar Anton Kudrnofsky Wolfgang Lang Manfred M.(T) Lassnig Maria Leherb Lehmden Anton Lehner Frederik (T) Lehrer Joachim Lenkovic Dina Lindner Gisela Lipka Charles Löffler Oliver (T) Luby Franz Marlin Brigid Maschka Michael Matouschek Richard Mikula Kurt Moses Stefan Muhr Hans Muschik Johann (T) Neuwirth Arnulf Nicolic Aigner Zorica Niklaus Hans Niklaus Jo Noever Peter (T) Palkowitz Gerhard Palmerio Helene Proksch Heide Proksch Peter Pultar Kurt Raidl Lisbeth Rainer Arnulf Ralis Tamara Regschek Kurt Richter Jolanda Ripper Rudolf Charles von Rubin Eva (T) Rubinov Jacobson Philip Rumpf Charles (T) Rustin Daniela Safonkin Victor Sage Amanda Scheucher Hannes Schmeller Alfred (T) Schmid Reinhard Schmied Wieland (T) Schöller Robert Schönwald Rudolf Steiner Ernst Stenvert Curt / SteinwendnerKurt Stenvert Kurt Stern Rainer Unger Carl Urbach Elsa Olivia Wassmann Elke Wieternik Peppino Wind Gerhard Zademack Siegfried Zavodsky Alfred Zens Herwig (T)= Texte
|
|
|
| 11. Januar 2011 |
Wien hat ein Phantasten Museum |
|
|
|
Wien hat ein Phantasten Museum
Eine der international wichtigen Kunsterscheinungen des 20. Jahrhunderts ist die Malerei der Phantasten. Die Wiener Phantasten sind eine Legende und die Legende lebt. Dieser Legende und den legendären Bildern ist das Museum im Palais Palffy (1010 Wien Josefsplatz 6) gewidmet. Von den ersten Impulsen nach dem 2.Weltkrieg bis zur Gegenwart reicht das Spektrum der Ausstellung: Der ART Club mit seinen Großausstellungen und seiner Nachtgalerie – dem ‚Strohkoffer‘, der Protest von Ernst Fuchs, Arnulf Rainer und anderen in der ‚Hundsgruppe‘ und den Manifestationen des ‚Pintorariums‘ zu dem auch Hundertwasser stieß. Kernstück des Museums sind die Feinmaler der Wiener Schule mit Spitzenwerken von Brauer Hausner, Hutter, Lehmden und dem in den USA erfolgreich gewordenen Fritz Janschka. Der heute über 80jährige Ernst Fuchs schuf für das PhantastenMuseum Wien ein Werk, das auf einer Arbeit die vor 55 Jahren in New York entstand, basiert. Die Idee der ‚Wiener Schule‘, die keine Schule war, hatte aber viele Künstler fasziniert. Ihrer Malerei, ihren Graphischen Werken und auch den jungen Künstlern der Next Generation, die heute international erfolgreich sind Räume des Museums gewidmet. Viele dieser Künstler sind vernetzt in internationalen Organisationen und Communities. Zahlreiche bedeutende Vertreter und die ‚Ambassadors of the Fantastic Universe‘ von Europa, Australien, den USA und Japan zeigen ihre Bilder. Zur Ausstellung erscheint ein 300 Seiten Katalog mit farbigen Abbildungen aller Werke
PhantastenMuseum Wien Ort: Palais Palffy Wien 1010 Josefsplatz 6 www.palais-palffy.at Träger : Österreichisches Kulturzentrum seit 1958 Kurator: Gerhard Habarta Kontakt: Direktor Erich Peischl 43 (0)664 131 77 31 Öffnungszeiten Ab 15.Jänner 2010 Täglich 10:00 bis 18:00 und nach Vereinbarung) Erste Innenansichten: http://www.oesterreichfotos.com/intern/phantastenmuseum Passwort: Presse
|
|
|
| 04. Januar 2011 |
Zum Tod von DADO Miodrag Djuric |
|
|
|
Zum Tod von DADO Miodrag Djuric
am 27. November 2010
Miodrag Djuric, Künstlername DADO, ist am 4.Oktober 1933 in Cetinje, Montenegro geboren.1951 besuchte er die Kunstakademie in Belgrad. 1956 geht er nach Paris, wo er in einem Atelier Lithografien druckt und dort Jean Dubuffet kennen lernt. Bald darauf wird er von namhaften Galerien wie James Speyer und Daniel Cordier ausgestellt. 1960 kauft er eine ehemalige Mühle in Herouval bei Gisors, ca. 100 km nördlich von Paris. 1962 besucht er New York, wo Dado seine Frau Hessie, eine Kubanerin und Tänzerin kennenlernt. Hans Bellmer , Unica Zürn und Michel Leiris besuchen DADO in Herouval. 1991 entsteht in Montenegro von DADO ein Anti-Museum. Seine Bilder sind in der ständigen Sammlung des Centre Pompiduo in Paris zusehen und er wird zu den bedeutendsten Phantasten unserer Zeit gezählt, ein H. Bosch unseres Jahrhunderts. Bei Gisors wurde von ihm eine Kapelle ausgemalt.
1996. Die Fahrt von der Bretagne zu DADO hatte länger gedauert, als wir dachten. Das hing u.a. damit zusammen, daß wir uns nach Herouval über Dörfer, Weiler und Gehöfte hintasten mussten, bis wir endlich nach einem Wäldchen und einem See seine Mühle gegen 18:30 Uhr erreichten. Als wir im Hof ausstiegen und auf das Haus zugingen, kam uns DADO´s Frau Hessie entgegen und begrüßt uns. Sie führte uns links zu einem Anbau mit großen farbverspritzten Fenstern, in einem Raum in dem bizarre Schrottmonster ein unbeschreibliches Chaos verursachten. Erst auf den zweiten Blick erkannten wir DADO, der wie ein Bauer mit brauner Jacke und Wollmütze Zeitung lesend dazwischen saß. Er begrüßte uns, wie entschuldigten uns, daß wir so spät noch bei ihm vorbei kamen, doch wären wir auf dem Rückweg nach Deutschland und ich hätte ihn gerne persönlich kennen gelernt, sowie seine neuesten Bilder gesehen. DADO verschwand in dem Monstergerümpel und zeigte uns an der Wand mehrere Hochformate die man aber erst aus dem Chaos heraussehen musste. DADO arbeitete an Dürer-Paraphrasen d.h. das Bildnis von Dürers Mutter wandelte er in ein hühnerfüßiges Monster um. Dado fragte mich was ich von dem Bild halte, was mich etwas in Verlegenheit brachte, denn ich hatte 600 km hinter mir und ein Qualitätsmaßstab bei DADO zu setzen ist in der Hinsicht schwierig, weil seine Bilder eine ganz eigene Qualität haben und oft kompositorisch überquellen. Ich sagte, daß ich das Bild recht interessant finde, doch DADO schüttelte den Kopf und knurrte ganz unglücklich, daß es „Merde!“ sei. Er zeigte mir daraufhin ein ganz zerfledertes Dürer-Buch, woraus er seine Inspiration nahm und was mich später veranlaßte ihm von zuhause ein neues Buch zu senden. Weitere Bilder standen herum, doch war alles so wild mit Farbe verspritzt, daß man die Orientierung verlor und man gar nicht wusste wo man hinblicken sollte. In einem weiteren dunklen Raum waren Leinwände an die Wand genagelt, die von einem Graffiti - Künstler besprayt und von DADO dämonisch ausgemalt worden waren. Durch die Dunkelheit des Raumes wirkte das Chaos noch abstruser, zumal hier ausgestopfte Schwäne, eine alte Badewanne, eine von Vögeln vollgekackte Lithopresse, Sessel. Tische und weiterer bemalter Schrott herumstanden. Mit der Videokamera versuchte ich alles festzuhalten. DADO erzählte, daß er auch deutsche Schriftstellern wie Günter Grass und Dürrenmatt gelesen habe und zeigte uns seine neusten Collagen. DADO gab uns ein Zeichen ihm zu folgen und über eine Treppe und durch einen Flur kamen wir vor das Haus an den See auf dem einige Enten herum schwammen. Eine wundervolle idyllische Landschaft und man fragte sich, wie kommt ein Mensch dazu hier Bilder von pastellfarbener Dämonie zu malen? Der Regisseur Heinz Dieckmann, der vor vielen Jahren einen Film über DADO drehte, erzählte mir, daß während der Filmaufnahmen plötzlich mehrere Schüsse fielen und einige Enten tot in den See stürzten. DADO ließ den Pinsel fallen, hob einen Prügel von der Erde und rannte hinaus. Am See stand ein Bauer von einem anderen Gehöft und schoß mit einem Gewehr nach den Enten. Als er den rasenden DADO auf sich zu laufen sah, schob er schnell einige Patronen in den Lauf und wollte auf DADO anlegen. Doch DADO warf den Prügel dem Bauern so scharf am Kopf vorbei, daß dieser vor Schreck sein Gewehr fallen ließ. DADO hob es schnell auf, zerschmetterte es an einem Baum und warf die Reste in den See. Zwischen DADO und dem Bauer begann eine furchtbare Prügelei, die nur durch das aktive Eingreifen durch das Fernsehteam beendet wurde. DADO sagte später, daß die friedliche Landschaft nur Täuschung sei. In Wirklichkeit sei es hier sehr gefährlich! Der Kunsthistoriker Dr. Sauré erzählte mir, daß er einmal DADO besuchte und dieser gerade eine wilde Schießerei im Fernsehen ansah und dabei immer wieder brüllte: „Ja,ja – so ist das wahre Leben!“ Ich hatte gehofft, daß wir seinen, mit pastellfarbigen Knochen überzogenen Oldtimer sehen könnten, doch scheint dieser in der Garage zu stehen. 2010 hat Dado bei der Eröffnung des Centre Pompidou in Metz ein neueres Auto mit Schrottmonster auffahren lassen, als Hommage á Hans Bellmer und Unica Zürn. Auf der anderes Seite des Fachwerkhauses kamen wir an seinem verbeulten Auto vorbei zu einem zweiten Atelier, das aber eher wie ein Rohbau aussah, denn bei allen Fenstern fehlten die Glasscheiben. An der Wand lehnte ein riesiges Bild mit einer Masse grauer Monster. Davor Tische voller Farben, Flaschen und Pinsel. Vor einigen Jahren war sein Haus, die ehemalige Mühle mit einem Teil seiner Werke abgebrannt und war anscheinend noch immer nicht ganz renoviert. DADO zeigte uns wie er diese Bilder malt, wobei er einfach die Farbe aus der Tube auf einen Tisch schmierte, Terpentin in eine Büchse füllte und dann den Pinsel in das Terpentin tauchte und die Farbe damit verdünnt auf die Leinwand auftrug. Die Zeit vergeht, es wird dunkel und wir müssen noch ein Hotel suchen. Ich wollte DADO nochmals besuchen – es sind die Dinge die man sich vornimmt und die leider mit der Zeit zerrinnen!
Otfried H. Culmann
|
|
|
| 23. Oktober 2010 |
ERNST FUCHS im HERRENHOF Neustadt-Mußbach |
|
|
|
Ernst Fuchs 80 Jahre ................im HERRENHOF Neustadt-Mußbach 24. Oktober bis 14. November 2010 Das Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt /Mußbach feiert den 80. Geburtstag von Prof. Ernst Fuchs, den großen Meister der Phantastischen Kunst, in Form einer grandiosen Ausstellung mit über 100 Werken (monumentale Ölbilder, Pastelle, Zeichnungen. Plastiken und seltene Druckgrafiken) aus der Sammlung von Frau Dr. Cornelia Mensdorff-Pouilly, der langjährigen Muse und Managerin des Künstlers. Anlässlich der internationalen Ausstellung "Der Faden der Ariadne" stellte Prof. Ernst Fuchs 1998 dem HERRENHOF vier Hauptwerke und wichtige Druckgrafiken aus seinem Museum in Wien zur Verfügung. Bei den nachfolgenden Ausstellungen der "art-imaginär 07/09" war er ebenfalls mit weiteren Kunstwerken vertreten. Ernst Fuchs wurde 1930 in Wien geboren. Schon früh zeigte sich seine außergewöhnliche große künstlerische Begabung und bereits im Alter von 15 Jahren wurde er zum Studium an der Akademie der Bildenden Künste aufgenommen. Neben seiner Beschäftigung mit den Alten Meistern und deren Maltechnik wurde er auch durch den in Saarbrücken geborenen und zeitweise in Paris und Wien lebenden Surrealisten Edgar Jené inspiriert. Fuchs lebte zwölf Jahre in Paris, wo er auch Kontakt zu Dali bekam. Es folgten Reisen nach Israel, Italien, Spanien, England und in die USA. Ernst Fuchs war 1948 Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, der bedeutendsten Manifestation österreichischer Kunst nach dem zweiten Weltkrieg. Um die Ausstellungssituation für die Phantastische Kunst zu verbessern, gründete er 1958 in Wien die Galerie Fuchs, in der zum ersten Mal viele phantastische Künstler ihre Werke zeigen konnten. 1966 veröffentlichte Fuchs das Buch "Architectura caelestis", in dem er von einem "verschollenen Stil" schreibt, der in jedem Menschen im Unterbewusstsein verborgen ist und in verschiedenen Zeiten, Kulturen und Werken der Künstler sichtbar wird. Neben zahlreichen Bildern mit biblischen und mythologischen Themen hat Fuchs auch ein umfangreiches grafisches und plastisches Werk geschaffen. Außerdem gibt es von Ernst Fuchs zahlreiche Essays, einen phantastischen Roman, kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände, CD´s mit eigenen Musikkompositionen, Bühnenbilder und Kostüme für die Oper. Seit einigen Jahren betätigt er sich auch als Architekt. 1972 erwarb er die vollkommen ruinöse Otto-Wagner-Villa in Wien, die er mit beträchtlichem finanziellem Aufwand renovierte und 1988 als Privatmuseum Ernst Fuchs mit Werken aus allen Schaffensperioden eröffnete. Dr. Agnes Husslein, die Direktorin des Belvedere in Wien, bezeichnete Ernst Fuchs als einen der "bedeutendsten Künstler dieser Erde" und als einen der "großen Malerfürsten" von Österreich. 2004 erhielt Ernst Fuchs das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse", 2010 das "Goldene Ehrenzeichen um die Stadt Wien". Ernst Fuchs hat 1996 zusammen mit über 50 Künstlern, Schriftstellern, Verlegern und Sympathisanten der Phantastischen Kunst in Rolandseck das "Zentrum der phantastischen Künste" gegründet, das heute unter dem Namen LABYRINTHE und mit dem Kurator Otfried H. Culmann die internationalen Ausstellungen "art-imaginär" im HERRENHOF organisiert. Der Künstler lebt in Wien und Monaco. Die Ausstellung "DIE PHANTASTISCHE SAMMLUNG" von Frau Dr. Cornelia Mensdorff-Pouilly, die einen Überblick über 65 Schaffensjahre gibt, soll mit ihrem retrospektiven Charakter bedeutende Etappen im Schaffen von Prof. Ernst Fuchs repräsentieren und sein Werk der Öffentlichkeit, vor allem auch jungen Besuchern näher bringen. Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Samstag 14 - 20 Uhr Sonn- und Feiertag 11 - 18 Uhr Zur Eröffnung der Ausstellung in der Kunsthalle des Herrenhofs Mußbach . Sonntag, 24. Oktober 2010, 11 Uhr, laden wir Sie mit Ihren Freunden herzlich ein. . Begrüßung: Gustav-Adolf Bähr Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach . I. Laudatio: Dr. Cornelia Mensdorff-Pouilly / Wien Ernst Fuchs - autobiographisch - persönlich . II. Laudatio: Clemens Jöckle Leiter der Städtischen Galerie Speyer Ernst Fuchs - kunsthistorisch . Klaviersolo: Nargiza Alimova Taschkent / Karlsruhe spielt Sätze aus M. Mussorgskiy "Bilder einer Ausstellung" Die Eröffnung findet im Festsaal über der Kunsthalle statt. Im Anschluss sind Sie im Foyer zu einem Glas Wein eingeladen. . Dauer der Ausstellung: 24. Oktober bis 14. November 2010 Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach e.V. D-67435 Neustadt an der Weinstraße – Mußbach An der Eselshaut 18 Telefon: 06321-963999-0 (Büro) Fax: 06321-963999-13 Kunsthalle: Herrenhofstraße 6 Telefon: 06321-963999-14 (Ausstellung) www.herrenhof-mussbach.de e-Mail: info@herrenhof-mussbach.de |
|
|
| 06. Mai 2010 |
Die Wirklichkeit hinter der Realität |
|
|
|
Rottaler Anzeiger vom Montag, 03. Mai 2010 Die Wirklichkeit hinter der Realität Phantastische und visionäre Kunst aus drei Jahrhunderten im Gotischen Kasten Von Josef Nöhmaier. Eggenfelden. Nach der erfolgreichen Ausstellung des Künstlerkreises »Dalis Erben« Ende 2008 ist es der Stadt erneut gelungen, hochkarätige Werke aus dem Bereich der phantastischen und visionären Kunst im Gotischen Kasten der Schlossökonomie Gern zu präsentieren. Der gebürtige Eggenfeldener Fritz Hörauf, zugleich Vorstandsmitglied der Künstlergruppe »Labyrinthe«, hat zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tamara Ralis die aktuelle Bilderschau organisiert. Idee dieser Ausstellung ist es, so etwas wie eine Konstante des Visionären und Phantastischen in der europäischen Kunstgeschichte sichtbar zu machen. Akustisch auf den Kunstgenuss eingestimmt wurden die Besucher der Vernissage durch eine Trommeleinlage des deutschen Malers und Künstlers Alfred Bast. Bürgermeister Werner Schießl versicherte in seiner Begrüßung, dass die Stadt bereit sei, trotz chronisch klammer Kassenlage Kunst und Kultur weiterhin finanziell zu fördern. Roman Hocke, Vorsitzender von »Labyrinthe« und Verwalter der Edgar und Michael-Ende-Stiftung, ging bei der Einführung detailliert auf das Wesen der phantastischen Kunst ein. Der phantastische Künstler forsche nach der Wirklichkeit hinter der Realität. Er sei ein »Homo ludens«, ein unendlicher Spieler, der den Rahmen gesellschaftlicher Konventionen sprenge, indem er das herrschende Gesellschaftsbild in Frage stelle. Breites Spektrum Trotz kunstgeschichtlicher Gemeinsamkeiten wird bei der Ausstellung schnell klar, dass sich die Künstlerpersönlichkeiten in keine gängigen Schubladen einordnen lassen. Es wird ein Raum aufgespannt, der vom 18. Jahrhundert mit Giovanni und Francesco Piranesi über die Klassiker wie Edgar Ende und Mac Zimmermann bis zu acht zeitgenössischen Künstlern mit ihren surrealen Weltbildern bis in die Gegenwart reicht. Viel beachtete Werke aus der Epoche der nicht mehr lebenden Künstler sind z. B. die meisterhafte Radierung von Giovanni Battista Piranesi »Der Senat und die Bevölkerung von Rom« oder die surrealen Ölgemälde von Edgar Ende »Das alte Pferd« von 1933 sowie »Der geflügelte Berg« von 1947. All diese klassischen »alten« Werke hat Kurator Fritz Hörauf aus privaten Sammlungen zusammengetragen. Von den zeitgenössischen Werken stechen sofort zwei großformatige Tafeln von Alfred Bast ins Auge, betitelt mit »Im Flutlicht ertranken die Engel«, angefertigt mit Asche, Acryl, Öl, über Zeitungscollagen auf die Leinwand geklebt. Das Zentrum des Bildes stellt ein Kind dar, das die Erde in Form eines zu schützenden Keimes wie einen Ball trägt. Unzählige Geistwesen bevölkern die in Ei-Tempera mit Harzöl-Lasur angefertigten Bilder von Wolfgang Maria Ohlhäuser aus Weinheim. In seinem Werk »In den Höhlen der Drachenbucht«, die in Nordvietnam tatsächlich existiert, ist seine künstlerische Intention deutlich spürbar. Ohlhäuser propagiert die »beweste« Natur, sie ist für ihn keinesfalls tote Materie. Auch in den Werken der Dachauer Künstlerin Claudia Knüppel wimmelt es von Naturgeistern, die dem Betrachter geheimnisvoll oder auch frech aus dem schillernden Reich der Phantasie zuwinken. Vielen Besuchern dürften die von einer geheimnisvollen Aura umgebenen Ölbilder des in München lebenden Malers, Bildhauers und Architekten Fritz Hörauf schon bekannt sein, wie z. B. »Die Seherin« aus dem Jahr 1991. Seine Bilder verfügen teilweise über eine fast greifbare Dreidimensionalität und schwindelnde Tiefe. In Gern zeigt Hörauf auch interessante Bronzegusse, die er in Ton vormodelliert. In München lebt und arbeitet auch Tamara Ralis, die sich nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Dichterin, Schriftstellerin und Schauspielerin einen Namen gemacht hat. Mit ihren weißlich gehaltenen Objekt-Skulpturen wie »Ankunft der Ellipse« präsentiert sie eine eigenwillige Variante im Rahmen der visionären Kunst. Kunst mit klaren Strukturen Zu den Pionieren der Phantastischen Kunst zählt auch der Maler, Grafiker und Schriftsteller Otfried Culmann, der in Billigheim bei Landau in der Südpfalz lebt und arbeitet. Das Ölbild »Gelbe Villa und Autometamorphose« ist ein typisches Beispiel für seine klar strukturierte Kunst: Eine nackte Frau räkelt sich vor einem fliederfarbenen Auto, im Hintergrund prunkt eine zitronengelbe, kubische Villa; Anklänge an den Stil des Surrealisten Salvador Dali sind nicht zu übersehen. Abgeschlossen wird die Kunstschau von den Werken der Wienerin Cornelia Simon-Bach (verschiedene Figurationen in Mischtechnik) und des Schweizers Ernst Steiner, der seit 1955 ebenfalls in Wien lebt. Steiner verkörpert den Typus des Symbolisten und ist einer altmeisterlichen Maltechnik wie Tempera und Gouache verpflichtet. |
|
|
| 24. April 2010 |
WANDERER ZWISCHEN DEN WELTEN Eggenfelden 30. April - 29. August 2010 |
|
|
***Wanderer zwischen den Welten***Phantastische und visionäre Kunst aus drei Jahrhunderten30. April – 29. August 2010 SchlossÖkonomie Eggenfelden/Gern (bei Passau) – Gotischer Kasten (siehe Anlage)
Öffnungszeiten: Samstag + Sonntag 13 -18 Uhr Montag geschlossen Dienstag bis Freitag 10 - 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr
? Fritz Hörauf, in Eggenfelden geboren und seit Jahrzehnten mit seinen visionär phantastischen Bildern Kunstinteressenten der Region und weit darüber hinaus bekannt, ist es als Vorstandsmitglied von LABYRINTHE gelungen, eine außergewöhnliche Ausstellung mit herausragenden Künstlern für den Gotischen Kasten in Eggenfelden zu organisieren. Edgar Ende, 1901 in Hamburg geboren und Jahrzehnte in Bayern lebend, begann schon um 1925 phantastische Bilder zu malen, ohne von der Existenz einer surrealistischen Bewegung in Paris zu wissen. Die Bedeutung seines Werkes wurde in großen Ausstellungen - z.B. im Lehnbachhaus München und der Städtischen Kunsthalle Mannheim - durch kunstwissenschaftliche Publikationen gewürdigt. Seinem Sohn, dem Schriftsteller Michael Ende, war es ein tiefes Anliegen, dass die Phantastische Kunst einen besonderen Stellenwert in der Kultur von heute erhält, weshalb er als einer der Initiatoren von LABYRINTHE – Gesellschaft für phantastische und visionäre Kunst anzusehen ist. In direkter örtlicher Nachbarschaft in Genzano di Roma, lebte der Manierismusexperte Prof. Dr. Gustav René Hocke, dessen Buch "Die Welt als Labyrinth" mit seinen Studien zum Manierismus und zur Phantastischen Kunst weltweit Beachtung gefunden hat. Die von G.R. Hocke aufgezeigte Konstante der Phantastischen Kunst über die Jahrhunderte bis heute versucht LABYRINTHE bei ihren Ausstellungen sichtbar zu machen. Ein weiterer Klassiker des deutschen Surrealismus ist Mac Zimmermann. Er wurde 1912 in Stettin geboren und hatte ab 1958 in Berlin und ab 1963 in München eine Professur an deren Akademien. Aus seiner Klasse traten Künstler wie Hörauf und Culmann hervor. Mac Zimmermanns Werk wurde u.a. bei der documenta in Kassel wie auch bei der Biennale von Venedig gezeigt. ? Vor ca. 15 Jahren wurde in Bonn/Rolandseck im Kreis von über 50 internationalen Künstlern, Schriftstellern, Galeristen, Verlegern, Politikern das Zentrum der phantastischen Künste gegründet, aus dem später LABYRINTHE - Gesellschaft für phantastische und visionäre Kunst hervorgegangen ist. Diese ist nicht als eine geschlossene Künstlergruppe zu betrachten, sondern LABYRINTHE sieht sich als ein Netzwerk zwischen den Künstlern, um in immer neuen Konstellationen, je nach örtlicher Ausstellungssituation, Beispiele aus der großen Bandbreite dieser Kunst zu zeigen.
Giovanni Battista Piranesi, 1720 im Veneto/Italien geboren und 1778 in Rom gestorben. War Kupferstecher, Archäologe, Architekt und Architekturtheoretiker. Seine Kupferstiche über antike Denkmäler von Rom, machten ihn zu einem der bedeutendsten Kupferstecher seiner Zeit. Von besonderem Interesse für die Phantastische Kunst sind seine Radierungen über die "Cerceri", in denen er Gefängnisse in gigantischen Dimensionen in einer labyrinthischen Architektur dargestellt hat. Sein Hang zum Gigantischen wird auch durch seinen Ausspruch deutlich: " Ich habe das Bedürfnis große Ideen hervorzubringen, und ich glaube, wenn man mich mit der Planung eines Universums beauftragte, ich wäre verrückt genug, diesen Auftrag anzunehmen."
Francesco Piranesi 1756 oder 1758 in Rom geboren und 1810 in Paris gestorben. er war der Sohn von Giovanni Battista Piranesi und ebenfalls Künstler und Architekt. Wie sein Vater schuf er Radierungen von Denkmälern der Stadt Rom, aber auch von Pompeji. 1788 wird er vom schwedischen König Gustav III zum königlichen Agenten für die Schönen Künste in Italien ernannt und 1794 zum schwedischen Konsul in Neapel. Wegen seiner Sympathie für die republikanischen Bewegung in Frankreich, flieht er mit den gesamten Druckplatten nach Paris wo er eine Druckwerkstatt eröffnet.
Alfred Bast 1948 in Schwäbisch Gmünd geboren. Lebt in Abtsgmünd und Berlin. FH Schwäbisch Gmünd, Zeichnen bei Prof. Nic Plump. Studium der Malerei an der Kunstakademie in Stuttgart, Prof. Gollwitzer, Prof. Grau, Prof. von Stockhausen. Gestaltung und Ästhetik bei Lothar Retzlaff. Stipendien und Artist in Residence. Studienstiftung des deutschen Volkes,Auslandstipendium Pondicherry Auroville, Südindien. Kunststiftung Baden-Württemberg. Atelierhaus Worpswede.Banana Factory, Bethlehem, (USA) Shekesfehervar, Ungarn, Jamshedpur, Indien, Goethe-Institut, Georgien, Goethe-Institut, Dakar/Senegal/Afrika Seit 1975 regionale, nationale und internationale Ausstellungen, Seminare und Projekte zu Kunst, Wahrnehmung und Spiritualität, Performances und projektbezogene Lehrtätigkeiten. 1995/96 Gründung KUNST KLOSTER art research
Culmann H. Otfried 1949 bei Landau in der Pfalz geboren, wo er heute auch lebt. Studium an den Akademien Suttgart und München. Meisterschüler von Prof. Mac Zimmermann. Mannlich-Preis, Purrmann-Preis , Preis "Junge Kunst" und Stipendien in der Villa Massimo/Rom und Paris. Mitbegründer und im Vorstand einer internationalen Bewegung der Phantastischen Kunst 1994 in Rolandseck die heute den Namen "LABYRINTHE -Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste trägt. Kurator der großen internationalen Ausstellungen "art-imaginär - 1998 - 2007- 2009 in Neustadt/Weinstr. Pfalz Culmanns Visionen zeigen eine archaische Landschaft mit bizarren Brunnen und rätselhaften Architekturen und Stadtlabyrinthen, aber auch südpfälzische Scheunen und Gehöfte, in denen sich vagabundierende, wunderliche Gestalten niedergelassen haben. Wenn er nicht gerade an seinen Bildern malt, oder Guckkastenbilder und spektakuläre Musikautomaten baut, schreibt er phantastische Romane und Essays.
Fritz Hörauf 1949 in Eggenfeld/Niederbayern geboren, studierte an der Kunstakademie München bei Prof. Hartmann und Prof. Mac Zimmermann Malerei und an der Universität Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie. Außer mit Malerei und Plastik beschäftigt sich Hörauf auch mit Architektur, die er z.B. bei der Aussegnungshalle in Eggenfeld realisiert hat. Der Künstler lebt in München.Vorstandsmitglied von LABYRINTHE Ausstellungen im In- und Ausland z.B. in New York, Philadelphia, München, Köln, Berlin und Rothenburg ob der Tauber. "Malen und Zeichnen verstehe ich als eine Art Freisetzen. Dies ist vergleichbar mit einem Nebel, der sich nach und nach, auflöst und die hinter ihm liegende Landschaft erkennen lässt. Dem Nebel entspräche das Weiß der Leinwand oder des Papiers. Das Sichtbarmachen einer unsichtbaren Welt ist kein mechanischer Prozess, wie etwa beim Medium, sondern ein malerisches Ringen, ein ständiger Austausch, um den Wesen nahe zu kommen, die in einem anderen Rhythmus von Raum und Zeit leben und sich als Pflanze oder Tier, als Landschaft oder menschliches Gesicht verkörpern.
Claudia Knüppel 1969 geboren in Kösching bei Ingolstadt und lebt heute in Dachau. 1988 bis 1993 Magisterstudium der Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Begleitend Teilnahme an der Illustrationsklasse von Maria Friedrich an der Akademie der bildenden Künste, München bis 1997. Kunsttherapeutische Arbeit und begleitende logotherapeutische Ausbildung seit 2001. Malen ist für mich ein Sichtbarmachen innerer Welten, denen durch den künstlerischen Prozess zur Geburt ins irdene Leben verholfen wird. Dieses Sichtbarmachen kann sowohl in gegenständlicher als auch in abstrakter, formfreier Weise geschehen. Beim Gestalten und Malen begegne ich vor allem meinem inneren Kind, das die Welt des Kleinen als ganz groß erlebt. Kleine Blüten- und Blätterwelten sind lebendige Wesenheiten, die aus dem Licht hervortreten, bzw. die Licht sind.
Wolfgang Maria Ohlhäuser 1941 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren. Seit 1986 wohnhaft im Schloß Langenzell/Wiesloch und seit 2009 in Weinheim. Ausbildung als Grafiker. Seit 1967 freischaffender Grafiker in Mannheim und Heidelberg. Zahlreiche Lehraufträge für Altmeisterliche Technik an Universitäten und Akademien in Thailand und Nepal. Zahlreiche Ausstellungen, Preise und Stipendien. Öhlhäuser ist ein Nachfahre von Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel und Max Ernst, aber in einer pittoresken asiatischen Landschaft, die er in minutiöser, sehr detailreicher und sehr zeitaufwändiger Form auf die Maltafel bringt. Es sind Visionen seiner Paradieslandschaften wie man sich die Welt tatsächlich wünscht.
Tamara Ralis In München geboren, studierte Tamara Ralis von 1970 bis 1974 an der Kunstakademie München in der Klasse von Hermann Jünger und an der Otto Falkenberg-Schau-spielschule. 1974 folgte das Studium der Philosophie und der Literatur in New York. Die Künstlerin lebt in München. Die Objekte von Tamara Ralis sind Miniaturplattformen mit einem auf wenige Gegen-stände reduzierten Geschehen. Durch ihre bühnenartige Erscheinungsform und durch ihre reduzierte Zeichensetzung müssen sie zur Kunst der "ars metaphysica" gerechnet werden. Die Objekte beeindrucken durch das bestimmte Arrangement der Gegenstände, die durch die Leere des Raums zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Ernst Steiner 1935 in Winterthur (CH) geboren, lebt heute in Wien. Kunstgewerbeschule Zürich, Akad. für angew. Kunst und Akad. der bild. Künste, Wien und ein Musikstudium an der Akad. für Musik und darstellende Künste, Wien "Als ob ein irischer Malermönch mit tausend und mehr Jahren Verspätung sich in die von Modernismen explodierende Kunstszene verirrt hätte, so tauchte der junge rnst Steiner anfangs der sechziger Jahre mit verinnerlichten, teils goldgrundierten Arbeiten in den Galerien auf. Aus labyrinthischen Wurzelgeflechten sprossten phantastische Pflanzen und Bäume, in prallen Knospen staute sich Lebenssaft und Triebkraft. Farne rollten ihre dunklen Blattspiralen. So sehr drängte ein Übermächtiges zum Durchbruch, dass dem Maler nur mit minuziösem Aufzeichnen der Wunderwelt zu antworten übrigblieb. Er musste etwas schaffen, wonach niemand fragte - was die wenigsten interessierte und manche gar belächelten. Von Anfang an war Steiners Kunst eine wesentlich spirituelle Kunst, denn sie kam aus dem Erschrecken und der Erschütterung, dem Staunen und Stammeln, der Hingabe an eine nie zu beruhigende Sehnsucht." Gerhard Pinicl Theodor-Körner-Kunstpreis (1998) - Sechsmonatiger Arbeitsaufenthalt in Kairo (2001) Arbeitsaufenthalt in Maloja (2004) - Arbeitsaufenthalt in der Kartause Ittingen
Cornelia Simone-Bach 1941 ist in Konstanz geboren. Studium an der Bodensee-Kunstschule. Lebt heute in Wien. Aufgewachsen, behütet und auf geschreckt zugleich von Vergangenheit und Zeitläuften. Mit einem hintergründigen Sensorium ftir menschliche wie ästhetische Werte ausgestattet, registriert die Künstlerin ihre Erlebnisse. Eine Wanderin zwischen mehreren Welten, sucht sie den Anreiz der sich stets ändemden Umwelt. Sie braucht das Refugium der freien Natur, nicht als Idylle, sondern als Konfrontation mit dem Ursprünglichen. Im Innersten erfüllt von der Sehnsucht nach dem paradiesischen Urzustand, versenkt sich Cornelia Simon mit meditativer Hingabe ins kleinste Detail ihrer Bilder. Zugleich lebt modemstes Existenzbewußtsein in ihr: das Simultangefühl von heute. Vielleicht liegt hier eine Parallele zu den geheimnisvollen Durchblicken, den sich überschneidenden Perspektiven in ihren Bildern, die nicht nur eine Situation, sondem die Auffächerung der Wirklichkeit anvisieren. Sie ist eine Produzentin stupender Tag- und Nachtträume; aber was immer das geistige Auge erschaut und erleidet, kann das künstlerische nicht blind übernehmen. Gerade die strenge Bildkomposition, eine oft ikonenhafte Szenerie beweisen, daß das elbische Wesen Cornelia Simon nicht nur im irrealen Traumreich beheimatet ist, sondern die Disziplin der konzentrierten, gestalterischen Übersetzung kennt und meistert. E.U. Pulver-Sofer, Zürich
|
|
|
| 14. April 2010 |
Phantastische Kunst im Schloß Riegersburg (österreich) |
|
|
|
Am 28. April 2010 wird im Barockschloß Riegersburg in Österreich in Zusammenarbeit mit mit dem Kurator Hanno Karlhuber und dem Kurator der "art-imaginär" Otfried Culmann - LABYRINTHE die Ausstellung "DIE MACHT DER PHANTASIE" eröffnet.
Siehe Anlage
Hanno Karlhuber hatte im letzten Jahr die "art-imaginär 2009" im HERRENHOF Neustadt-Mußbach besucht und war so von deren Konzeption beeindruckt, daß im Barockschloß Riegersburg ebenfalls eine Ausstellung mit Klassikern und zeitgenössischen Phantastischen Künstlern gezeigt wird.
" DIE MACHT DER PHANTASIE"
GRENZÜBERSCHREITENDE MANIERISTISCHE-PHANTASTISCHE KUNST BAROCKSCHLOSS RIEGERSBURG (Österreich) Eröffnung am Mittwoch, dem 28. April 2010, um 15 Uhr im Barockschloß Riegersburg, NÖ Dauer der Sonderausstellung bis 15 November 2010, täglich geöffnet 9 bis 17 Uhr (im Sommer bis 19 Uhr E-Mail: forstbetriebe.fronsburg@aon.at Wir bitten Sie, die Einladung beim Eingang vorzuweisen. Unter dem Ehrenschutz von S. E. Hans Henning Blomeyer-Bartenstein Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich S. E. Dr. Jan Koukal Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich S. E. Dott. Massimo Spinetti Botschafter der Italienischen Republik in Österreich S. E. Dr. Ferdinand Trautmannsdorf Österreichischer Botschafter in der Tschechischen Republik Eröffnungsansprachen: Professor Norbert Gollinger, Direktor Landesstudio ORF NÖ S. E. Dr. Jan Koukal, Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich Mag Carl Aigner, Direktor NÖ Landesmuseums St. Pölten Professor Gerhard Habarta, Kunsthistoriker Weitere Informationen: www.macht-der-phantasie.com Künstler der Ausstellung: /* */Edgar Ende, Die Büßerinnen, Öl auf Leinwand, 90 x 120cm, 1958 /* */ |
|
|
| 14. April 2010 |
Phantastische Kunst in Eggenfelden-Gern "Wanderer zwischen den Welten" |
|
|
|
Wanderer zwischen den Welten
Phantastische und visionäre Kunst aus drei Jahrhunderten
SchlossÖkonomie Gern // Gotischer Kasten Vernissage Freitag, 30. April 2010 // 19:00 UhrAusstellung 1. Mai - 28. August 2010 Das Bildungs- und Kulturzentrum der Stadt Eggenfelden Rathausplatz 1 84307 Eggenfelden Info: Tel. 08721 / 708-35 stadtinfo@eggenfelden.de siehe Anlage Begrüßung Werner Schießl 1. Bürgermeister Stadt Eggenfelden Einführende Worte Roman Hocke Labyrinthe - Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste
Finissage Sonntag, 29. August 2010 // 16:00 Uhr SchlossÖkonomie Gern // Gotischer Kasten Lesung Texte von Alfred Bast, Fritz Hörauf, Tamara Ralis und Ernst Steiner
Künstler der Ausstellung: Giovanni Battista Piranesi Francesco Piranesi Edgar Ende Mac Zimmermann Alfred Bast Otfried Culmann Fritz Hörauf Claudia Knüppel Wolfgang Maria Ohlhäuser Tamara Ralis Ernst Steiner Cornelia Simon-Bach Es gibt Künstlergruppen, bei denen ein gemeinsames Konzept, eine Theorie, die sich auch in Manifesten ausdrücken kann, im Vordergrund steht. Daneben finden wir Künstlerpersönlichkeiten, die schwerer einzuordnen sind. Sie stehen im Gegensatz zu den "Ismen" ihrer Zeit, bilden in ihrer Subjektivität so etwas wie eine Konstante des Visionären und Phantastischen in der Europäischen Kunstgeschichte. Diese Konstante sichtbar zu machen, ist Idee der Ausstellung. Es wird ein Raum aufgespannt, der vom 18. Jahrhundert mit Giovanni und Francesco Piranesi über Edgar Ende bis in die Gegenwart reicht. Die Künstler verbinden keine formalen Analogien, vielmehr das Pionierhafte, die Wanderschaft zwischen den Welten, die es zu entdecken, zu schauen oder zu erschaffen gilt.
|
|
|
| 16. Januar 2010 |
"art-imaginär 07 und 09" auf You Tube |
|
|
| Neue Zugangsadresse bei You Tube "art-imaginär 07" Große internationale Ausstellung der Phantastischen Kunst http://www.youtube.com/watch?v=thxlhLmnoZI&feature=related "art-imaginär 09" Große internationale Ausstellung der Phantastischen Kunst http://www.youtube.com/watch?v=mXFIIzfWgu8&feature=related "Otfried Culmann - Das Haus eines Phantasten" http://www.youtube.com/watch?v=EYk_zGuJtRk |
|
|
| 30. November 2009 |
Museum für Phantastische Kunst auf You Tube |
|
|
|
Das Modell des "Museum für Phantastische Kunst" ist jetzt als Video auf You Tube zu sehen!
http://www.youtube.com/watch?v=KYfUzR8KlvY
|
|
|
| 25. November 2009 |
"Der Faden der Ariadne" SWF 1998 auf You Tube |
|
|
|
"Der Faden der Ariadne" SWF-Mainz
1. art-imaginär 1998 http://www.youtube.com/watch?v=GgJEMfStO-M NEU!
1. art-imaginär 1998 http://www.youtube.com/watch?v=6sfESkhyVTg 2. art-imaginär 2007 http://www.youtube.com/watch?v=KmaZc6AkSGw
3. art-imaginär 2009 http://www.youtube.com/watch?v=uD1m3M2-EQ8
|
|
|
| 23. November 2009 |
"Der Faden der Ariadne" 1998 auf You Tube zu sehen! |
|
|
|
"Der Faden der Ariadne - phantastische und visionäre Kunst " 1998 ,
die 1. art-imaginär Ausstellung im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt-Mußbach kann auf You Tube angesehen werden!
Das Video wurde von Otfried Culmann 1998 aufgenommen und bearbeitet. Wegen You Tube mußte das Video um die Hälfte auf 10 Minuten gekürzt werden. Die 2. Hälfte des Videos mit der Ausstellung in der Parkvilla und den Sonderausstellungen von Edgar Ende und Mac Zimmermann im Getreidekasten (Renaissance-Bau) wird erst demnächst auf You Tube zu sehen sein, da noch technische Probleme beseitigt werden müssen.
Das Video gibt einen Einblick in die Ausstellung "Der Faden der Ariadne" , der ersten großen internationalen Ausstellung mit Phantastischer Kunst im Kulturzentrum HERRENHOF. Bei der Ausstellung wurden über 350 Kunstwerke in drei Häusern gezeigt. Außerdem gab es ein umfangreiches Beiprogramm mit Theater, Lesungen, Pantomime und Vorträgen.
Der HERRENHOF hatte diese zusammen mit dem SWF, der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz, der Ev. Akademie Pfalz und LABYRINTHE Otfried H. Culmann realisiert. Der SWF machte darüber eine einstündige Sendung und sendete eine "Phantastische Nacht" mit Filmen über Phantastische Kunst und Künstler von fast 5 Stunden, was in dieser Form, als einzigartig anzusehen ist.
Ein weiteres Video hoffen wir ebenfalls bald bei You Tube zeigen zu können.
"Der Faden der Ariadne"
1. art-imaginär 1998 http://www.youtube.com/watch?v=6sfESkhyVTg
2. art-imaginär 2007 http://www.youtube.com/watch?v=KmaZc6AkSGw
3. art-imaginär 2009 http://www.youtube.com/watch?v=uD1m3M2-EQ8
|
|
|
| 11. November 2009 |
"Reise in die eigene Welt" Ausstellung Garmisch 2009 |
|
|
|
Reise in die eigene Innenwelt „KREISBOTE 2009“
Ausstellung „Wanderer zwischen den Welten – Phantastische und Visionäre Kunst“ eröffnet. Kurhaus Garmisch 31. Okt. – 29. Nov. 09
GAP - „Was du nicht kennst, das, meinst du, soll nicht gelten? Du meinst, dass Phantasie nicht wirklich sei? Aus ihr erwachsen künftige Welten: In dem/ was wir erschaffen, sind wir frei", sagte einst Michael Ende. Zum 80, Geburtstag des in Garmisch-Partenkirchen geborenen Schriftstellers setzen sich sieben Künstler mit seinen Welten auseinander. In der Galerie des Marktes im Michael-Ende-Kurpark Garmisch wurde die Ausstellung „Wanderer zwischen den Welten - Phantastische und Visionäre Kunst" eröffnet. Zu sehen ist die Ausstattung noch bis Sonntag, 29. November, dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr. Alfred Bast, Otfried H. Culmann, Fritz Hörauf, Claudia Knüppel, "Samara Raiis, Cornelia Simon-Bach sowie Ernst Steiner präsentieren darin außergewöhnliche, sehenswerte Werke. Dr. Uwe Neumahr, Mitarbeiter von Roman Hocke, dem langjährigen Lektor von Michael Ende, sagte in seiner Rede zur Eröffnung: „Jeder Künstler der sich auf eine Reise in die eigene Innenwelt begibt wird etwas anderes sehen. So sind nicht nur die phantastischen Künstler Wanderer zwischen den Welten. Sondern sie laden auch ihre Betrachter zu solch einer Reise ein." Ende war überzeugt davon, dass die Reise ins Reich der Phantasie die gefährlichste von allen sei. Hier könne man sich verlieren und - schlimmer noch - den eigenen Abgründen und Dämonen, aber auch Engeln begegnen. Dort lauem Monster und Schrecken, locken Elfen und lichte Kristalldome, verwirren aber auch verschlungene Labyrinthe, Genau wie auf den Bildern der Künstler.
Ende hat in seinem Buch „Die unendliche Geschichte" geschrieben: „Es gibt Menschen, die können nie nach Phantasien kommen, und es gibt Menschen, die können es, aber sie bleiben für immer dort. Und dann gibt es noch einige, die gehen nach Phantasien und kehren wieder zurück. Und die machen beide Weiten gesund." Die Wirklichkeit ist voller Zauber und Geheimnisse, lautet die Botschaft. Dem hat sich auch die Phantastische Gesellschaft mit ihrem Präsidenten Georg Büttel an der Spitze verschrieben. Ihr Zweck, ist es, das Werk Endes und insbesondere die Phantastische Kunst und Literatur zu pflegen. Am Sonntag, 29. November, ist um 15 Uhr in der Galerie des Marktes eine Finissage. Bei einer Lesung sind Texte von Michael Ende, Ernst Steiner, Tamara Ralis, Fritz Hörauf und Alfred Bast zu hören, edh
|
|
|
| 16. Oktober 2009 |
art-imaginär 09 Klassiker und historische Phantasten |
|
|
| art-imaginär 09 - phantastische und visionäre Kunst im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt - Mußbach- nur noch bis zum 25 Okt. geöffnet! Klassiker der Phantastischen Kunst und historische Phantasten in der Ausstellung "art-imaginär 09" Der bisherige Verlauf der "art-imaginär 09" war hervorragend und wir haben nur die allerbesten Reaktionen von allen Seiten erhalten. Außerdem haben wir drei Ausstellungsübernahmen angeboten bekommen, die sich aber aus zeitlichen, finanziellen und technischen Gründen leider zur Zeit nicht realisieren lassen. Hierzu muß auf längere Sichte eine neue Konzeption der "art-imaginär" ausgearbeitet werden, sodaß diese Ausstellungsübernahmen sofort nach dem Ausstellungstermin der "art-imaginär" im HERRENHOF erfolgen kann. Ich möchte daran erinnern, daß beim großen internationalen Phantastentreffen 1994 in Bonn-Rolandseck schon der Wunsch geäußert wurde, daß wir national, wie international Ausstellungsorte ausfindig machen sollen, die fertige Wanderausstellungen mit Phantastischer Kunst übernehmen, sodaß im Idealfall ständig irgendwo eine, oder mehrere Phantastenausstellung unterwegs sind. Der Vorteil liegt darin, daß man nur ein Mal den organisatorischen Aufwand für eine Ausstellungen hat, die dann nur noch von Ausstellungsort zu Ausstellungsort transportiert werden muß. Die Schwierigkeit liegt sicher darin, daß jeder Ausstellungsort eine andere Innenarchitektur hat und man sehen muß, wie eine Ausstellung in eine andere Raumstruktur paßt. Bei den bisherigen "art-imaginär" Ausstellungen wollten wir nicht nur aktuelle Phantasten zeigen, sondern darauf aufmerksam machen, daß die Phantastische Kunst eine Konstante in der Kunstgeschichte ist. Es muß dem Publikum, aber auch immer wieder der Presse deutlich gemacht werden, daß die Phantastische Kunst nicht mit Dali begonnen hat, oder alle Phantasten in ihm ihren geistigen und künstlerischen Vorläufer sehen, oder sogar "Erben" von ihm sind. Dali 1904 - 1989 So wurde z.B. in einer Vorankündigung der "art-imaginär 09" in der RHEINPFALZ - LEO (Kulturbeilage) geschrieben, "die phantastische Malerei die aus dem Surrealismus Dalischer Prägung hervorgegangen ist, aber auch Maler wie Hieronymus Bosch zu ihren Ahnherren rechnet." Der Journalist liegt mit dem Ahnherren Hieronymus Bosch als historische Figur der Phantastischen Kunst als zeitlich ferner Vorläufer sicherlich richtig, aber daß diese aus "dem Surrealismus Dalischer Prägung hervorgegangen" wäre, damit liegt er voll daneben und zeigt nur wieder, daß durch die vielen Dali-Grafik-Ausstellungen die an allen Orten gezeigt werden, ein vollkommen falsches Bild von der Phantastischen Kunst geprägt wird. Wer die "art-imaginär 09" gesehen hat, wird bei allen Künstlern eine ganz andere Darstellungsweise der Phantastik und Geisteshaltung finden, die auch nichts mit Dali zu tun hat. Natürlich ist bei der "art-imaginär 09" auch Dali vertreten und wer will bestreiten, daß er ein grandioser, phantastischer Künstler war. Aber wir müssen auch daraufhinweisen, daß z.B Edgar Ende schon 1921 begonnen hatte phantastische Bilder zu malen, in einer Zeit als Dali Bilder im Stil der Neuen Sachlichkeit und noch nicht surrealistisch malte. Aus vollkommener Unkenntnis der tatsächliche Situation wurde Edgar Ende später auch immer wieder unterstellt, daß er ein Nachfahre der Surrealisten gewesen sei. Damit tut man ihm und nicht nur vielen Phantasten Unrecht, es entspricht auch nicht den kunsthistorischen Tatsachen! Edgar Ende 1901 - 1965 Edgar Jené 1904 im gleichen Jahr wie Dali geboren, hatte zwar schon um 1930 surrealistische Bilder und Schriften in Paris kennen gelernt und 1930 begonnen Bilder mit surrealistischer Tendenz zu malen (er war später auch mit André Breton und anderen Surrealisten befreundet und gehört zu den Vätern der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus"), doch hatte er nie seine Bilder in einer altmeisterlichen Technik bez. in einer Feinmalerei ausgeführt, im Gegenteil. Oft experimentierte er mit verschiedenen Techniken, malte auch mit der Spachtel um später geradezu in die Nähe des Informell zu kommen, aber dabei nie den realistischen Gegenstand ganz aufgegeben. Seine Bilder sind in ihrer Art phantastisch - rätselhaft geblieben. So wurde z.B am 11. Oktober 09 in der "RHEINPFALZ AM SONNTAG" unter "Beweger" und "Schräger Meister - Salvador Dali gilt als der Inbegriff des Surrealismus. Als Maler brillant, als Person umstritten" eine ganze Seite über Dali Altbekanntes gebracht, wobei im Untertitel Dali "als der Inbegriff des Surrealismus" hinstellt wird. Dabei wird wieder unterschlagen, daß ebenso de Chirico, Tanguy oder Magritte eine ganz bedeutende Rolle im Surrealismus gespielt haben. Deshalb müssen die Phantasten sehen, daß die Phantastische Kunst mit vielen Vorläufern ins Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt und die Phantastische Kunst nicht immer wieder durch den dalischen Fleischwolf gedreht wird. Am Beispiel historischer und verstorbener phantastischer Künstler die in der Ausstellung "art-imaginär 09" vertreten sind, kann gesehen werden, daß diese von einer ganz anderen Seite inspiriert wurden und keine Geburtshilfe von Dali nötig hatten. Peter Ackermann 1934 - 2007 Bosschart 1919 - 1998 Brignoni 1903 - 2002 Fabricio Clerici 1913 - 1993 Geissler-Kasmekat 1919 - 2000 Fabius von Gugel 1910 - 2000 Rudolf Hausner 1914 - 1995 Werner Holz 1948 - 1991 Leonor Fini 1918 - 1966 Joe Hackbarth 1931 - 2000 Hundertwasser 1892 - 2000 Roberto Matta 1911 - 2002 Max von Moos 1903 -1979 Wolfgang Peuker 1945 - 2001 Kurt Regschek 1923 -2005 Ludwig Schwarz 1912 - 1989 Charles F. Soehnée 1789 - 1878 Woldemar Winkler 1902 - 2004 Mac Zimmermann 1912 - 1995 Charles-Frederic Soehnée 1780 - 1878 1789 in Landau in der Pfalz geboren und 1878 in Paris gestorben. Sein Werk wurde erst in den letzten Jahren entdeckt und eine Aquarellzeichnung (Kopie) wird das erste Mal überhaupt bei einer Ausstellung mit Phantastischer Kunst bei der "art-imaginär 09" gezeigt. http://www.youtube.com/watch?v=gq_ZxpxykH8 Otfried H. Culmann Edgar Jenè 1904 - 1984 |
|
|
| 09. Oktober 2009 |
|
|
„DIE RHEINPFALZ“ - Kultur – 26. Sept. 09
Rätsel, Mythen, Träume
Eine große Ausstellung im Mußbacher Herrenhof zeigt, was die phantastische und visionäre Kunst kannVON HOLGER PÖSCHLZu einem Fixpunkt der phantastischen Kunst in Deutschland wollen die Verantwortlichen den Mußbacher Herrenhof ausbauen, und so kommt es, dass nach 1998 und 2007 nun bereits die dritte große Überblicksschau in der Kunsthalle des Neustadter Kulturzentrums zu sehen ist. Nicht weniger als 75 Künstler werden diesmal aufgeboten, darunter große Namen wie Salvador Dali, Roberto Matta, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Fabrizio Clerici. Surrealismus, Phantastik, Manierismus, Symbolismus, Fantasy-Art, visionäre und imaginäre Kunst - es sind viele, mitunter schillernde Begriffe, die Kurator Otfried H. Culmann, selbst einer der namhaftesten Phantasten im Land, im Vorwort des Katalogs auflistet, um zu umreißen, was die von ihm konzipierte '„art-imaginär"- Ausstellung bieten will. Die phantastische Kunst wird dabei im wesentlichen motivisch, aus der Perspektive des Betrachters definiert: als eine Kunst der Rätsel, der Mythen, der Träume und Alpträume, des kindlichen Staunens, die etwas Größeres, Bunteres und Geheimnisvolleres anschaulich macht, als die sichtbare Welt der rechten Winkel, die uns täglich umgibt. Aus der vagen Begrifflichkeit lässt sich bereits erkennen, dass auch die Ausstellung selbst kein einheitliches Bild vermitteln kann und will, obwohl sie in der Gesamtschau durchaus einen interessanten Überblick aktueller Positionen der phantastischen Kunst bietet - mit einigen Längsschnitten in die Vergangenheit. Wie schwierig allerdings mitunter die Abgrenzung zu anderen, zum Teil sogar diametral entgegengesetzten Strömungen ist, zeigt das Beispiel des 2004 im biblischen Alter von 102 Jahren in Gütersloh verstorbenen Malers und Bildhauers Woldemar Winkler, der im Getreidekasten des Herrenhofs in einer Sonderausstellung vorgestellt wird. Der gebürtige Sachse studierte in den 1920er Jahren an der Kunstakademie Dresden und sah sich selbst in der Tradition deutscher Surrealisten Max Ernst oder Richard Oelze. Ob sich der von ihm selbst geprägte Begriff des Imaginativen allerdings wirklich mit der Phantastik Culmann'scher Prägung deckt, darf angezweifelt werden. Zu sehen sind von ihm etwa einige Assemblagen aus Fundstücken vom Straßenrand, die sich auch gut in eine Arte-Povera-Ausstellung einfügen ließen. Auch der Rastatter Kunstsammler Günter Westermann, aus dessen Sammlung rund 60 Arbeiten phantastischer und surrealistischer Prägung in einem eigenen kleinen Kabinett gezeigt werden, sammelt nicht ausschließlich phantastische Kunst. AIlerdings finden sich viele namhafte Vertreter der Richtung in seiner Kollektion, die aus zwei markanten Werkgruppen besteht: von ihm selbst gebaute Objektboxen in Standardgröße, die von den Künstlern individuell gestaltet werden, und Arbeiten auf Papier im Postkartenformat. Insbesondere die Boxen entfalten dabei einen ganz eigenen Reiz, bestechen durch die Vielfalt der künstlerischen Lösungen und tragen zudem ganz wesentlich zur internationalen Anmutung der Ausstellung bei: Der chilenische Surrealist Roberto Matta findet sich hier ebenso wie sein kubanischer Kollege Agustin Cardenas oder die Schweden Esaias Thören und Erik Olson, die ebenfalls in Kontakt zum Pariser Kreis um Andre Breton standen. Auch die „Wiener Schule des phantastischen Realismus" ist mit markanten Beispielen vertreten, ebenso wichtige Vertreter der nachfolgenden Phantasten-Generation wie Max Zimmermann, Peter Ackermann oder die Pfälzer Hermann Hoormann und Werner Holz.So vorbereitet kann man sich dann auf die Reise durch den Hauptteil der Schau begeben, wo die monumentalen apokalyptischen Endzeitvisionen des Russen Victor Safonkin auf die kleinteilig-visionären Figurenbilder eines Wolfgang Ohlhäuser treffen, der zu der Heidelberger Phantasten-Gruppe gehört, oder die mythologischen Metallskulpturen des Italieners Piero Strada auf die von der Altarkunst der Gotik inspirierten phantasievollen Holzskulpturen des Bayern Bernhard Apfel – und das sind nur einige Beispiele. Es sei ihm vor allem darum gegangen, die Vielfalt der Richtung aufzuzeigen, sagt Culmann. Das ist ihm gelungen. Etwas störend allerdings ist der kulturkämpferische Ansatz, der wohl nur vor dem Hintergrund der Verbitterung über jahrzehntelange Nichtbeachtung durch den Kunstbetrieb zu verstehen ist. „Was als gültige Moderne ausgegeben wird, ist eine dünne Kruste erkalteter Kuratorenkunst, die auf dem glühenden Erdkern der Phantastik, des Surrealismus und des Visionären schwimmt", ist etwa von dem Wiener Phantastik-Forscher Gerhard Habarta zu lesen, Herausgeber eines einschlägigen Künstlerlexikons, der morgen auch zur Eröffnung sprechen wird. Solche Verschwörungstheorien haben die meisten der in Mußbach gezeigten Arbeiten aber gar nicht nötig. Das drückt sich, ganz nüchtern gesprochen, auch in ihrem Versicherungswert aus: Der liegt bei 1,5 Millionen Euro, was für einen im wesentlichen auf ehrenamtlichem Engagement basierenden Kulturverein wie der Fördergemeinschaft Herrenhof sicherlich ein Wort ist.
INFO Eröffnung morgen, Sonntag, um 11 Uhr. Die Schau läuft bis 25. Oktober. Öffnungszeiten: sonn- und feiertags 11-18 Uhr, mittwochs 18-20 Uhr und samstags 14-18 Uhr. Katalog: 18 Euro; Email-Adresse Büro Herrenhof : info@herrenhof-mussbach.de
|
|
|
| 08. Oktober 2009 |
art-imaginär 09 - Besuch aus Viehtach |
|
|
|
"art - imaginär 09" die 3. Offensive der internationalen Phantasten im HERRENHOF Neustadt-Mußbach
Am 7. Oktober 09 bekam die "art-imaginär 09" Besuch aus Bayern. Bürgermeister Bruckner von Viechtach (in der Nähe von Regensburg), kam extra mit Frau Häuslmeier von der Tourist - Information Viechtach und dem Künstler und Leiter des Kristallmuseums Reinhard Schmid zur "art-imaginär 09" um sich die Ausstellung anzusehen, sich über unsere Ausstellungskonzeption zu informieren und über ihre bisherigen und zukünftigen Phantastenausstellungen zu berichten.
Die Gäste aus Viechtach waren von der Ausstellung beeindruckt und waren der Meinung, daß sich die weite Reise zu uns gelohnt hat. In Viechtach werden seit ca. 5 Jahren Ausstellungen mit Phantastischer Kunst im Alten Rathaus gezeigt und man will dort ein Zentrum der Phantastischen Kunst etablieren. Auch wurde über eine zukünftige Zusammenarbeit bei Ausstellungen gesprochen, wozu uns Herr Bürgermeister Bruckner zur Besichtigung der Ausstellungsräume nach Viechtach eingeladen hat.
Gustav Adolf Bähr Monika Häuslmeier Otfried h. Culmann Bürgermeister Bruckner Reinhard Schmid
Bei unserem Gespräch kamen wir auch auf die Problematik der aktuellen Phantastischen Kunst zu sprechen, die nur selten bei Ausstellungen (außer den Klassikern wie Max Ernst oder Magritte usw.) in den Museen gezeigt wird. Museumsdirektor Dr. Grewenig (Saarland) fordert von seinen Kollegen eine besondere Verantwortung auch gegenüber den Museumsbesuchern, d.h. daß es nicht so sein kann wie bisher, daß zu über 90% Ausstellungen in Museen gemacht werden, welche dem persönlichen Vorlieben des Museumsleiters entsprechen und viele Ausstellungen für bestimmte Leuten von Fach von Interesse sind, die aber sonst niemand interessieren.
Wie vollkommen verzerrt oder manipuliert die Situation ist, kann an der folgenden Statistik gesehen werden und ich möchte aus „Kunstpräferenzen des Museumspublikums“ aus dem Traktat „Das Museumspublikum als Teil des Kunstpublikums“ von Rainer Wick aus dem Dumont-Buch „Kunstsoziologie“ zitieren:
1, Impressionismus, Expressionismus, Kubismus (klassische Moderne) 44,7 % 2, Alte Kunst bis Impressionismus (ausschließlich klassische Moderne) 23,3 % 3, Surrealistische Tendenzen (einschließlich Phantastischer Realismus) 13,5 % 4, Neorealistische Tendenzen (Pop-art, Neuer Realismus, Kritischer Realismus) 11,0 % 5, Konstruktivistische Tendenzen (einschließlich Op-art) 3,6 % 6, Intermedia, Concept-art, Land-art, Body-art 2,2 % 7, Informel (Tachismus, abstrakter Expressionismus) 1,7 % Rainer Wick stellt in seinem Text fest. „..so wird deutlich, daß in rund zwei Drittel aller Fälle solche Kunstrichtungen präferiert werden, die seit mehr als einem halben Jahrhundert als historisch abgeschlossen und als fester Bestand des kulturellen Fundus zu bezeichnen sind. Während für konstruktivistische Tendenzen das Interesse fast ebenso gering ist wie für das Informel, erfreuen sich surrealistische Tendenzen besonderer Beliebtheit.“ Wer aber die Ausstellungsprogramme der Museen verfolgt wird feststellen, daß solche Publikumsinteressen und solche Statistiken von deren Leitungen vollkommen ignoriert werden. Wir haben es hierbei mit einer Art versteckter Zensur zu tun, d.h. es wird zwar kein Verbot ausgesprochen, aber sie wird dort einfach nicht gezeigt. Dr. Grewenig hat auch darauf hingewiesen, daß in Zeiten von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spannungen Ausstellungen gezeigt werden sollten, welche für die Besucher aller Gesellschaftsschichten eine Bereicherung sind und es nicht so sein kann, daß diese vorher dicke Bücher darüber lesen, oder ein höheres Kunstgeschichtsstudium haben müssen um die Kunstwerke verstehen zu können. Der große Erfolg der Ausstellungen mit Phantastischer Kunst zeigt deutlich, daß diese Kunst dem Bedürfnis von einem großen Teil des Publikums entgegen kommt, in der eine Welt der Phantasie, individuelle Mythologien, Träume und Visionen in Bildern festgehaltenen sind. Inzwischen hat es sich auch unter Museumsleuten herumgesprochen, daß Surrealismus-Ausstellungen zu dem meist besuchten Ausstellungen überhaupt gehören, weshalb es auch erfreulicherweise immer wieder solche Ausstellungen auch in Museen gibt, wie demnächst auch im Hack-Museum Ludwigshafen, bei der die Surrealismus-Ausstellung von 1938 rekonstruiert werden soll. Es gibt hierbei nicht wenige Kunsthistoriker die dann gleich sagen, daß es mit dem Tod von Max Ernst und Dali kein Surrealismus mehr gibt. Wer die Geschichte des Surrealismus verfolgt wird feststellen, daß damals in Paris alle Surrealismus-Ausstellungen von der ganzen Presse gnadenlos herunter gemacht wurden und der philosophische Kopf der Surrealisten André Breton, schrieb über Jahrzehnte immer wieder eine "Warnung an jene immer noch unbeschäftigten Totengräber", daß die Bewegung immer noch lebendig und wohlauf sei und er über Jahrzehnte es gewohnt war, daß jährlich in der Presse der Tod des Surrealismus verkündet wurde. Wenn demnächst im Hack-Museum die Surrealismus Ausstellung stattfindet, die sicherlich wieder ein Publikumsmagnet werden wird, so sollte man hierbei nicht vergessen, daß 1938 in der Presse als Überschrift zu lesen war: " Surrealismus tot - Ausstellung folgt.", "Die Schule der Possenreißer", "Der Todeskampf des Surrealismus" usw. Nach dem Tod von André Breton 1966 hat es den Surrealismus in Paris in seiner organisierten Form und Dominanz nicht mehr gegeben. Trotzdem hat es keine andere Kunstrichtung im letzten Jahrhundert gegeben, die einen solchen gewaltigen Einfluß auf die ganze Kunst hatte und hat, wie der Surrealismus - und wenn wir den Surrealismus breiter fassen (immerhin beriefen sich die Surrealisten auch auf historische Vorgänger), so muß man feststellen, daß die Phantastische Kunst (in der Gestalt des Surrealismus) keine modische kurze Phase, sondern eine Erscheinung ist, die es seit vielen Jahrhunderten immer gegeben hat und weiter geben wird. Otfried H. Culmann
|
|
|
| 07. Oktober 2009 |
Wanderer zwischen den Welten - Garmisch |
|
|
|
Zum 80.Geburttag von Michael Ende WANDERER ZWISCHEN DEN WELTEN Phantastische und visionäre Kunst Es gibt Künstlergruppen, bei denen ein gemeinsames Konzept, eine Theorie, die sich auch in Manifesten ausdrücken kann, im Vordergrund steht. Daneben finden wir Künstlerpersönlichkeiten, die schwerer einzuordnen sind. Sie stehen im Gegensatz zu den "Ismen" ihrer Zeit, bilden in ihrer Subjektivität so etwas wie eine Konstante des Visionären und Phantastischen in der Europäischen Kunstgeschichte. Diese Konstante sichtbar zu machen, ist Idee der Ausstellung. Die Künstler verbinden keine formale Analogien, vielmehr das Pionierhafte, die Wanderschaft zwischen den Welten, die es zu entdecken, zu schauen oder zu erschaffen gilt. Ausstellende Künstler, Cornelia Bach Alfred Bast Otfried Culmann Fritz Hörauf Claudia Knüppel Tamara Ralis Ernst Steiner
WANDERER ZWISCHEN DEN WELTEN Phantastische und visionäre Kunst "Wanderer zwischen den Welten“ heißt die beeindruckende Ausstellung, die am 31. Oktober 2009 in Garmisch, im Michael- Ende-Kurpark eröffnet. Sie vereint Künstler wie Otfried Culmann, Fritz Hörauf, Ernst Steiner, Claudia Knüppel, Alfred Bast, Cornelia Simon-Bach und Tamara Ralis Künstlerpersönlichkeiten, die sich nicht in gängige Schubladen einordnen lassen. Die Wurzeln der phantastischen Kunst liegen nicht allein im Surrealismus, sondern auch im Jugendstil, sie reichen zurück in den Barock, vermutlich sogar bis in die Antike und schließlich bis hin zur beschwörenden Kunst, wie wir sie aus der Höhlenmalerei kennen. Die präzise gemalten Bilder der Ausstellung entführen in die Welt des Ungewöhnlichen: Riesenhafte Labyrinthe, magische Landschaften und meta-physische Rätsel. Phantastische Kunst muss man nicht studiert haben, sie erschließt sich spontan im Anschauen - überraschend und geheimnisvoll. Die Ausstellung eröffnet am 31. Oktober um 18 Uhr im Michael-Ende-Kurpark - der früheren Galerie des Marktes im Kurhaus - Garmisch. Öffnungszeiten: Dienstag -Sonntag von 12-17 Uhr. Roman Hocke
|
|
|
| 07. Oktober 2009 |
|
|
|
Mac Zimmermann und der phantastische Realismus
Sonntag, 01.11.2009 bis Montag, 11.01.2010 von 11:00 bis 16:00 Uhr Ausstellung Di–So 11–16 Uhr Ort: Neues Museum Weimar Die Ausstellung zeigt surrealistische und phantastische Werke der 50er, 60er und 70er Jahre aus der Sammlung Worbes, die eine Gegenposition zur damals in der Kunstöffentlichkeit dominierenden ungegenständlichen Kunst darstellen. des 1936 aufgelösten Deutschen Künstlerbundes. Er übernahm eine Professor an der Hochschule für bildende Künste in Berlin (1958), an der Akademie der Bildenden Künste München (1964) und von 1979 bis 1986 war er Präsident der „Neuen Gruppe" in München. Einladung zur Eröffnung der Ausstellung "Mac Zimmermann und der phantastische Realismus" Neues Museum Weimar 1. November 2009 bis 14. Februar 2010 Wir haben die Freude, Ihnen aus dem umfangreichen Fundus der Schenkung von Dr. Christoph Worbes an die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar eine besondere Auswahl zu zeigen. Am Samstag, den 31. Oktober 2009, 15.00 Uhr eröffnen wir im Neuen Museum Weimar die Ausstellung "Mac Zimmermann und der phantastische Realismus". Mac (eigentlich: Max) Zimmermann (Stettin 1912 - 1995 Wasserburg am Inn) zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern des Surrealismus. Sein Leben und sein Werk waren wie das vieler Zeitgenossen von den Brüchen der Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt. Nach einem abgebrochenen Studium zog Zimmermann 1934 nach Hamburg, wo er als Illustrator, Bühnenbildner, Pressezeichner und Zeichenlehrer wirkte. 1938 ging er nach Berlin, dort fandi940 seine erste Einzelausstellung statt. Anschließend setzte ein Malverbot der Nationalsozialisten seiner Karriere ein Ende. 1946 stellte er wieder in Berlin aus und arbeitete dann für ein Jahr als Lehrer an der Kunstschule in Weimar. 1950 gehörte Zimmermann gemeinsam mit Karl Hofer, Karl Schmidt-Rottluff, Ewald Matare, Karl Härtung und Willi Baumeister zu den Neugründern Zur Eröffnung der Ausstellung sprechen: Begrüßung Professor Dr. Wolfgang Holler Generaldirektor der Museen Einführung Dr. Hermann Mildenberger Leiter der Graphischen Sammlungen Surrealismus und phantastischer Realismus in Deutschland gilt es mit dieser Ausstellung wieder neu zu entdecken. Neben Mac Zimmermann sieht man eine Phalanx seiner der Phantasie und Figuration verpflichteten Schüler: Birte Kahn, Rainer Schwarz, Otfried Culmann, Ulf R. Badendieck, Peter Collien, Christian Mischke, Manfred Sillner, Veronika Demeter, Claus - Dietrich Hentschel, Wolfgang Kunde. Der Sammler Dr. Christoph Worbes, der die Auswahl getroffen hat, ist persönlich anwesend. |
|
|
| 07. Oktober 2009 |
Culmann "Das Haus eines Phantasten" auf YouTube |
|
|
|
Otfried H. Culmann "Das Haus eines Phantasten" auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=8p7ERo0vFNk |
|
|
| 07. Oktober 2009 |
Haus von Max Ernst Video von Otfried Culmann |
|
|
|
Max Ernst - Haus Video von Otfried Culmann Das ehemalige Wohnhaus von Max Ernst an der Ardéche. Um 1975 von Otfried Culmann aufgenommen mit Super8. Zu sehen unter YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=JZ-9Py1JOrY&feature=related |
|
|
| 30. September 2009 |
art-imaginär 09 - FAMILIENTREFFEN DER PHANTASTEN |
|
|
„DIE RHEINPFALZ“ 25. Sept. 09Familientreffen der PhantastenDie „art-imaginär“ im Herrenhof versammelt jede Menge phantastische, visionäre und surrealistische Kunst VON HOLGER POSCHL NEUSTADT-MUSSBACH. Es dürfte nicht leicht sein, am kommenden Wochenende in Mußbach und Umgebung noch ein Fremdenzimmer zu bekommen, denn es steht das „Familientreffen" einer weitverzweigten „Sippe" an: Im Herrenhof wird am Sonntag die dritte große Ausstellung phantastischer, visionärer und surrealistischer Kunst nach 1998 und 2007 eröffnet, und dazu reisen Künstler, Sammler, Galeristen, Erben plus Angehörige aus ganz Deutschland und vielen europäischen Ländern an. Die Mußbacher Gabriele Humborg und Kurt Kaiser, beim Herrenhof-Kunstkreis seit kurzem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, haben deshalb .gleich komplett ihr Haus geräumt und es zur Künstler-Herberge umfunktioniert. Auch sonst steckt viel Arbeit in dieser Schau, die Kurator Otfried Culmann und das Herrenhof-Team wie immer mit relativ bescheidenen Bordmitteln auf den Weg gebracht haben. Das belegen schon die nackten Zahlen: 75 Künstler aus zehn Ländern sind bei der „art-imaginär 2009" vertreten. Viele bringen ihre Bilder selbst mit, bei anderen musste Culmann selbst mit dem Transporter vorbeischauen. Auch bei dieser Ausstellung sind natürlich wieder Klassiker wie Salvador Dali, Edgar Ende, Edgar Jene, Friedensreich Hundertwasser vertreten, die gewissermaßen als Ahnherren der sich heute auf dem Gebiet der Phantastik tummelnden Künstler fungieren. Ein geografischer Schwerpunkt liegt auf Österreich, das nicht allein durch die berühmte „Wiener Schule des Phantastischen Realismus" einschlägig vorgeprägt ist. Von Ernst Fuchs zum Beispiel gibt es eine Märchenphantasie in Öl: „Cinderella und der Zwerg". Auch die Heidelberger Phantasten mit Namen wie Joe Hackbarth, Elke Wassmann, Wolfgang Ohlhäuser oder Joachim Geissler-Kasmekat sind mit charakteristischen Beispielen zu sehen. Neben vielen bekannten Künstlern, auch aus der Pfalz, die bereits bei den beiden Vorgängerausstellungen im Herrenhof dabei waren, sind auch einige Neuentdeckungen zu machen. Besonders stolz ist Culmann auf den in Prag lebenden Russen Viktor Safonkin, der in seinen großformatigen Ölbildern monumentale Figuren in der Nachfolge des sozialistischen Realismus in apokalyptischdunkle, altmeisterlich gemalte Landschaften setzt. Auch die visionär-surrealen Gemälde von Nicolaus zu Bentheim stellen für Mußbach eine Premiere dar: Obwohl schon 84 Jahre alt, war der Westfale, der über 30 Jahre in Rom lebte, selbst in der Phantasten-Szene lange weitgehend unbekannt. Zu Bentheim steht für einen weiteren Aspekt der Schau, die anders als ihre beiden Vorgängerinnen erstmals den norddeutschen Raum intensiver in den Blick nimmt. Zu den Vertretern dieses Gebiets gehört auch der Gütersloher Woldemar Winkler, dem eine Sonderausstellung im Getreidekasten des Herrenhofs gewidmet ist
Eine weitere Besonderheit ist eine Auswahl aus der Sammlung des Rastatters Günter Westermann, die in einem architektonisch abgegrenzten Bereich in der Kunsthalle präsentiert wird. Westermanns Sammlung besteht aus zwei Werkgruppen, zum einen Arbeiten auf Papier im (vorgegebenen) Postkartenformat, zum anderen aus von Westermann selbst gebauten Objektboxen in der Standardgröße 17x13x2,5 Zentimeter, die von den Künstlern nach ihren Bedürfnissen gestaltet werden konnten. Diesem spielerischen Diktat haben sich auch viele namhafte Phantasten wie Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter, Fabrizio Clerici oder Mac Zimmermann nur zu gern unterworfen. Sonderausstellung Woldemar WinklerEs ist ein gewaltiges (Euvre, von dem die kleine Kabinettausstellung im Getreidekasten des Herrenhofs naturgemäß nur einen winzigen Ausschnitt bieten kann: 102 Jahre alt war der Maler Und Bildhauer Woldemar Winkler, als er 2004 in Gütersloh starb, und mehr als 80 Jahre davon war der gebürtige Sachse, der in den 20er Jahren an der Dresdner Kunstakademie studierte, künstlerisch tätig. So; ist die älteste Arbeit, die jetzt in Mußbach zu sehen ist, eine „Spielkobold", ten der lasziven Installation, 1970. Blumen" (1979) aber meist gar nicht auffallen. Von hier ist der Weg dann nicht mehr weit zur reinen Materialcollage oder Assemblage. Die Werke dieser Art, etwa die Assemblage „Hommage ä Bosch" oder eine Serie aus alten Zeitungen und sonstigen Fundstücken vom Straßenrand, die in den 80er Jahren in Florenz entstand, erinnern rein technisch denn auch mehr an die Nouveaux Realistes als an die phantastisch-imaginative Schule, der sich Winkler gleichwohl immer zugehörig fühlte. Parallel zur Malerei hat sich der Künstler immer auch bildhauerisch betätigt - auch hier zeigt die Schau eine charakteristische Auswahl an Holzstelen und Installationen aus mehreren Jahrzehnten. Mit welch subversivem Witz Winkler an die Sache heranging, zeigt dabei die Plastik „Wunderblume" (1970), die aus zwei umfunktionierten Schuhspannern besteht. INFO_________________ Die Ausstellung „art-imaginär 2009" wird am Sonntag, 27. September, um 11 Uhr in der Festhalle des Mußbacher Herrenhofs eröffnet. Es sprechen Gerhard Habarta aus Wien, Herausgeber des „Lexikons der phantastische Künstler" und Clemens Jöckle, Leiter der Städtischen Galerie Speyer. Tine Duffing und ihre „Cocoon" „Cocoon"-Truppe gestalten eine Performance mit dem Titel „Dali-Dali & Co.". Der Katalog kostet 18 Euro. Die Schau läuft bis 25. Oktober. Öffnungszeiten: sonn- und feiertags 11-18 Uhr, mittwochs 18-20 Uhr und samstags 14-18 Uhr. Die Eröffnungsreden zur "art-imaginär 09" sind unter LABYRINTHE "Dokumentation" nachzulesen!
|
|
|
| 03. September 2009 |
Michael Ende und LABYRINTHE |
|
|
|
LABYRINTHE - Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste erinnert anläßlich der Ausstellung art-imaginär 09 im HERRENHOF Neustadt-Mußbach 27. Sept. - 25. Okt 09 an Michael Ende der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre und der einer der Initiatoren der Phantastenbewegung war ! Sein Vater war der Maler Edgar Ende und Michael Ende hatte in jungen Jahren erlebt, mit welchen Schwierigkeiten dieser mit seiner phantastischen Malerei in Deutschland zu kämpfen hatte. Dabei malte Edgar Ende schon 1930 phantastische Bilder ohne vorher Bilder surrealistischer Maler aus dem Umfeld von André Breton gesehen zu haben. In einem Gespräch mit Jörg Krichbaum berichtet Michael Ende wie sein Vater immer wieder auf der Suche war nach Gleichgesinnten, Mitstreiter, einer Gruppe von Phantasten die zusammen Ausstellungen organisieren würden. Was seinem Vater nicht gelang, wollte Michael Ende realisieren, was leider durch seinen viel zu frühen Tod 1995 verhindert wurde. LABYRINTHE- Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste versucht auch im Sinne von Michael Ende Phantastische Künstler zusammen zu bringen und auszustellen. Otfried H. Culmann
Michael Ende:. Bei meinem Vater kann man regelrecht sagen, daß für ihn immer die falsche Zeit war. Gerade, wenn er anfing, Erfolg zu haben, geschah etwas, was diesen Erfolg zunichte machte. In den 30er Jahren, als er anfing, Erfolg vor allem im Ausland zu haben, kamen die Nazis und haben das unterbunden. Als der Krieg dann vorbei war und er nun dachte, endlich ist die Zeit da, jetzt kann ich malen und ausstellen, wie ich will, war die offizielle Kunstszene nicht mehr am Surrealismus in seiner Gesamtheit interessiert: Plötzlich gab's nur noch Abstrakt oder Monochrom, mit allen Zwischenstufen. Und Ende galt als veraltet, weil er an seiner Art zu malen festhielt. Er hat seiner Sache die Treu gehalten. Und als dann die Zeit der Wiener Schule kam, so in den frühen 60er Jahren, also die Zeit, in der man auch seine Werke hätte rezipieren können, da starb er, gerade 64 Jahre alt. Kirchbaum: Gab es zu dieser Zeit schon Mitstreiter, andere Künstler, die seine Auffassung teilten?
Ende: Das hätte ihn sicher gefreut, wenn es die gegeben hätte. Es ist ihm aber nie gelungen. Nach dem Krieg war er ja mit Mac Zimmermann in der Neuen Gruppe zusammen. Trotzdem, gerade mit Mac Zimmermann konnte er sich nicht besonders gut verstehen. Der Ansatz von Zimmermann war ein grundsätzlich anderer, der kam aus der entgegengesetzten Richtung.
Krichbaum: Aber es gab ja noch andere Gruppen, bei denen er mitgemacht hat. Beispielsweise die Gruppe Fantasmagie, die einige vielbeachtete Ausstellungen gemacht hat, an der auch Künstler wie Radziwill, Rauh und Bucaille beteiligt waren.
Ende : Ich sage ja, er hat es immer versucht. Auch mit Fabius von Gugel zusammen. Wo er dann, vielleicht unnötigerweise, zu viel Distanz zu wahren versuchte. Aber, daß man sich in einer Gruppe zusammenfindet, bei der alle in dieselbe Himmelsrichtung schauen, das war ihm schon ein Anliegen. Aber vielleicht hat er sich für seinen Teil zuviel davon versprochen...
Krichbaum: Es gab ja auch, zugespitzt formuliert, reine Zweckbündnisse, die er einging, um an bestimmten Ausstellungen teilzunehmen. Und da fällt auch dem wenig eingeweihten Betrachter sofort wieder auf, in welcher ausgezeichneten Nachbarschaft er sich da bewegte. Ich erinnere nur an die von Edgar Jené für das Saarland- Museum organisierte Ausstellung, wo neben den Bildern Edgar Endes die Werke von Labisse, Man Ray, Matta, Max Ernst und Rene Magritte hingen. Und ich glaube, daß auch Dali beteiligt war. Irgendwie geht das alles für mich nur schwer zusammen. Man kann diese Liste beliebig verlängern. Es gibt nämlich auch Ausstellungen, wo Nagel, Wunderlich und Schulze beteiligt waren und natürlich Richard Oelze, wo es von Ihrem Vater ein Bild gibt, ich glaube es heißt "Die Letzten", das fast schon eine Art Hommage ist. Und dann natürlich das Stichwort Schlichter. Sehr delikat aus heutiger Sicht. Rudolf Schlichter. Im meistverkauften Kunstlexikon, dem Kindlers Malerei Lexikon, ist Ihr Vater mit 2 1/2 Seiten und Abbildungen vertreten, während sein freundschaftlicher Bekannter Rudolf Schlichter völlig fehlt. (...) Ende: Das ist mir auch unbegreiflich. Ich würde das noch verstehen, wenn mein Vater ein Eklektiker gewesen wäre. Wenn er also einer von denen gewesen wäre, von dem man gesagt hätte, na ja, mein Gott, er malt wie der und der, bloß ein bißchen schlechter. Aber er zählte zu denen, die von vornherein eine sehr originäre Welt hingestellt haben, die sich so ohne weiteres mit irgendeiner anderen nicht vergleichen läßt. Wie gesagt, diese Mißachtung verstehe ich bis heute nicht. (aus "Die Archäologie der Dunkelheit")
Unterm schwarzen Himmel zum Horizont
„Unter einem schwarzen Himmel“ ist der Titel einer Kurzgeschichte von Michael Ende (1). Die kurze Episode lässt verstehen, warum Kunst, und besonders phantastische Kunst für Michael Ende so wichtig waren. Wer die Bilder seines Vaters, des visionären Malers Edgar Ende kennt, sieht die Szenerie der Geschichte als Bild vor sich: Den Jahrmarkt mit seinen verlassenen Buden im Halbdunkel. Und irgendwo im Hintergrund, unter einem schwarzen Himmel, auf dem Weg zu einem helleren Horizont, zwei Gestalten: Das Kind und den Pagat – Gaukler und Magier in einem. Gemeinsam suchen sie eine bewohnbare Welt. In diese Chiffre hat Michael Ende gelegt, was er über Kunst dachte. Von Kindheit an stellte die künstlerische Welt für ihn eine stärkere Wirklichkeit dar als die äußere Realität. Die Figur des "Pagat", die erste Karte im Tarot-Spiel (die wir als „Joker“ kennen), wurde ihm schon früh zur Schlüsselfigur dieses künstlerischen Konzepts, das ihn sein Leben begleiten sollte (2). Der Aspekt des "Gauklers" steht für das spielerische Prinzip der Kunst (3), das Absichtslose. Der "Magier“ ist Inbegriff der Kraft, aus dem Nichts Welten zu schaffen. Auch die phantastische Kunst schöpft aus geheimnisvollen Innenwelten, auch sie spürt hinab in das unergründliche Höhlensystem der Vorstellung. Auch sie verzaubert, wo alles erklärbar geworden scheint. Auch sie sucht nach einer Wirklichkeit jenseits der äußeren Realität – einer Wirklichkeit voller Schönheit, selbst im Hässlichen, im Schrecklichen, Bizarren. Sich dem Minotaurus im Labyrinth der Welterlebnisse stellen – durch das Labyrinth menschlicher Vorstellungskraft gehen, wo Irrwege plötzlich nötig und scheinbare Ziele Sackgassen werden, wo die Gesetze der realen Welt nicht mehr gelten und der Raum zur Täuschung wird: Die phantastische Kunst lässt ihre Betrachter ein Bild förmlich lesen, statt es einfach zu konsumieren. Michael Ende war fest überzeugt, dass man nicht nach Sinn und Funktion eines Kunstwerks fragen kann – denn Kunst trägt ihren Sinn in sich. Aber er glaubte zugleich fest, dass Kunst die Welt verändern könne. Ein positives Wunschbild könne viel mehr bewirken als der erhobene Zeigefinger der politisch korrekten Literatur. Das Nichts, das sein Phantásien bedroht, ist das Nützlichkeitsdenken, der „Funktionalisierungswahn“ unserer Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass Michael Ende bis zu seinem viel zu frühen Tod am 28. August 1995, einer der Initiatoren der Phantastenbewegung war, die sich heute „Labyrinthe – Gesellschaft für Phantastische und visionäre Künste“ nennt. Es wäre schön gewesen, wenn er erlebt hätte, was inzwischen daraus geworden ist, wenn er ein ebenso hohes Alter erreicht hätte wie sein Wappentier, die Schildkröte. Am 12. November 2009 würde Michael Ende 80 Jahre alt. Roman Hocke
[1] Aus: Der Spiegel im Spiegel. Ein Labyrinth, Stuttgart 1984, S. 228-230. 2 Siehe auch den Beitrag von Dr. Uwe Neumahr „Pagat oder Der Künstler in der Jahrmarktsbude – Michael Endes Poetik“, abgedruckt in: Das große Michael Ende Lesebuch, München 2004, S. 332-337. 3 Vgl. hierzu Friedrich Schiller, "11. bis 15. Brief", in: Die ästhetische Erziehung des Menschen, Band II, München 1966, S. 468-482 |
|
|
| 09. Juli 2009 |
Bilderträume - Surrealismus in Berlin |
|
|
|
Neue Nationalgalerie Potsdamer Straße 50 10785 Berlin Bilderträume - Surrealismus Die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch 19. Juni - 22. November 2009 Die Sammlung des Berliner Ehepaares Ulla und Heiner Pietzsch zählt zu den herausragenden deutschen Privatsammlungen der Klassischen Moderne, die auch international keinen Vergleich zu scheuen braucht. Erstmals wird diese Sammlung nun umfangreich mit über 150 Werken in Berlin gezeigt und vom 19. Juni bis 22. November 2009 in der Neuen Nationalgalerie präsentiert. Den eindrucksvollen Kern der Sammlung bilden hochkarätige Werke des Surrealismus in Paris. Ihr zweiter Hauptakzent liegt auf der Weiterentwicklung dieser Ansätze zum Abstrakten Expressionismus in Amerika. Die Welt der Träume und Fantasie, des Unbewussten und Mysteriösen, der Sexualität und Gewalt bestimmen die Inhalte der surrealistischen Kunst der 1920er und 30er Jahre. Freie Assoziationen und die Idee der Ecriture automatique, des vom Verstand losgelösten, spontanen Schaffens, prägte die Entstehung dieser Kunstwerke. Berühmte Gemälde wie Tête de "L'ange du foyer" von Max Ernst, Les complices du magicien von René Magritte oder Peinture von Joan Miró werden gemeinsam mit einzigartigen Werken von Balthus, Hans Bellmer, Salvador Dalí, Paul Delvaux, André Masson und Yves Tanguy für fünf Monate zu Gast in der Neuen Nationalgalerie sein. Weniger bekannte, aber keineswegs weniger bedeutende Arbeiten von Künstlern des surrealistischen Umfeldes vervollständigen das Bild, so von Victor Brauner, Leonor Fini, Oscar Dominguez oder Valentine Penrose. Im New York der 40er und 50er Jahre entwickelte sich der Verzicht auf verstandgesteuerte Prozesse durch die Auswanderung zahlreicher Künstler weiter und beeinflusste die Entstehung des Abstrakten Expressionismus. Die Sammlung Pietzsch zählt beeindruckend viele Arbeiten aus dieser Zeit der Ursprünge der New York School zu ihrem Bestand. Den Beginn der Vorherrschaft New Yorks in der Kunst dokumentiert sie mit fantastischen frühen Arbeiten von Jackson Pollock, Ad Reinhardt, Mark Rothko, Robert Motherwell und Barnett Newman. Hinzu kommen bedeutende späte Werke des emigrierten Max Ernst wie Painting for Young People oder die Fragmente der Urversion der Skulptur Capricorne. Weiterhin umfasst die Sammlung Pietzsch eindrucksvolle Beispiele der zeitgleichen Entwicklungen in Mexiko, wohin auch mehrere Surrealisten ausgewandert waren, darunter Arbeiten der in deutschen Sammlungen kaum vertretenen Frida Kahlo und Diego Rivera. Die Ausstellung wird ausgewählte Einzelwerke der Nationalgalerie in Dialog zur Sammlung Pietzsch setzen. Historische Porträtfotografien der Künstler von nicht weniger berühmten Fotografen wie Arnold Newman, Man Ray und Brassaï, ebenfalls aus der Sammlung Pietzsch, ergänzen die Präsentation. Neue Nationalgalerie Potsdamer Straße 50 10785 Berlin |
|
|
| 05. Juli 2009 |
art-imaginär 09 - Interview mit dem Kurator Otfried H. Culmann |
|
|
|
„art-imaginär 09
- phantastische und visionäre Kunst"
27.Sept. -25. Okt. 09
Kulturzentrum HERRENHOF- Neustadt-Mußbach-Pfalz
LABYRINTHE – Interview
mit dem Kurator der „art-imaginär 09“ Otfried Culmann
LABYRINTHE: Der HERRENHOF Neustadt-Mußbach zeigt vom 27.September bis 25. Oktober 2009 die „art-imaginär 09“. Wie sieht die Organisation dieser Ausstellung aus?
Culmann: Dies ist die dritte große, internationale Ausstellung mit Phantastischer Kunst die vom HERRENHOF gezeigt wird. Ich muß immer wieder betonen, daß die Organisation dieser großen Ausstellung eine Magical Mystery Tour für mich ist, denn ich beginne schon ein Jahr vorher mit einer Künstlerwunschliste, doch weiß ich erst am Schluß, was dabei heraus kommt. Da ich auf Leihgaben von Künstler, Erben und Sammler angewiesen bin, verändert sich die Ausstellungsplanung über Monate immer wieder, weil ich von manchen Künstlern nur bestimmte, oder aus technischen Gründen keine Bilder bekommen kann. Wir haben auch weit mehr Anmeldungen von Künstler die wir aus Platzgründen nicht alle zeigen können. Manchmal ist das auch ein Transportproblem, weil der Weg zu weit ist. Viele Künstler bringen ihre Bilder selbst, aber in bestimmten Fällen bin ich auch 2-3 Tage mit dem Transporter unterwegs um Bilder zu holen. Ich arbeite also nicht nur theoretisch an der Konzeption, sondern bin auch tagelang aktiv beim Transport beteiligt. Ganz davon abgesehen, daß ich dann auch noch jeden Sonntag Führungen durch die Ausstellung mache. Man braucht dazu schon einen gewissen Grad der Besessenheit! Schon der Vorlauf der Ausstellung ist spannend, zumal ein Tag vor Eröffnung Künstler aus dem Ausland ihre Bilder bringen, von denen man nicht verlangen kann, daß sie deshalb extra Tage vorher kommen. Für den HERRENHOF ist diese Ausstellung schon in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung und zum Glück hat dieser ein eingespieltes, hervorragendes Team, das bisher alles bis zur letzten Minute in die Reihe gebracht hat. Aber ich bin bisher doch immer sehr überrascht, welch wundervolle Ausstellungen wir zustande gebrachten haben und unsere Ausstellungsbesucher, die ja oft auch von sehr weit zu uns kommen, waren da immer hell begeistert.
LABYRINTHE: Die erste Ausstellung hatte den Titel: „ Der Faden der Ariadne – phantastische und visionäre Kunst“ und nun haben Sie der Ausstellung den Titel „art-imaginär – phantastische und visionäre Kunst“ gegeben, hat das einen Grund?
Culmann: Der erste Titel war sicher poetischer und die Ausstellung war auch architektonisch wie ein Labyrinth von Bühnenbildnern des SWF nach meinen Plänen aufgebaut worden und in seinem Zentrum stand in einer Kammer auch der Minotaurus von Gernot Rumpf. Auch hatten wir eine ganze Reihe Bilder die einen Bezug zum Labyrinth und zur Ariadne hatten, deren Faden auch tatsächlich auf dem Boden durch das Labyrinth verlief. Hierbei war der Begriff „Labyrinth“ sowohl real, wie auch im übertragenen Sinne gemeint, als manieristischer Gedanke nach Gustav René Hocke „Die Welt als Labyrinth“ im Bereicht der phantastischen Kunst. Nachdem wir beschlossen hatten, diese Ausstellung als Biennale weiter zu führen, wollte ich für die ganze Ausstellungsserie einen neutraleren Begriff und ich habe „art-imaginär – phantastische und visionäre Kunst“ gewählt. >Imaginär< damit ist ein anschauliches Denken gemeint, es sind In-Bilder, Bilder die aus der Phantasie, aus der Vorstellungswelt des Künstlers kommen. Um das noch etwas genauer zu definieren, sollten diese aus einem phantastischen und visionären Bereich kommen, also weiter gehen, wie eine realistische Vorstellung.
LABYRINTHE: Gibt es bei der „art-imaginär 09“ so etwas wie eine Konzeption?
Culmann: Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte: 1, die Präsentation Phantastischer Künstler in der Kunsthalle. 2, Die Sammlung Westermann und 3, die Sonderausstellung Woldemar Winkler In der Kunsthalle zeigen wir wieder Klassiker der Phantastischen Kunst wie, Edgar Ende, Dali und Edgar Jené und andere.
LABYRINTHE: Edgar Jené kam doch aus Saarbrücken?
Culmann: Edgar Jené war 1904 in Saarbrücken geboren, im gleichen Jahr wie Dali. Jené war um 1930 in Paris mit den Manifesten der Surrealisten in Kontakt gekommen und besaß später eine umfangreiche Bibliothek über den Surrealismus. Um 1935 ging Jené nach Wien, wo er eine wichtige Rolle im Kunstgeschehen spielte, weil er die Künstler mit den surrealistischen Manifesten bekannt machte, und weil er nach 1945 bei der Herausgabe von Kunstzeitschriften aktiv war. Er gründetet dort eine surrealistischen Gruppe und gehört zu den Vätern der „Wiener Schule des phantastischen Realismus“. Um 1951 ist er André Breton in Paris persönlich begegnet und war mit ihm befreundet. Auch stellte er mit den Surrealisten aus. Jené hatte auch viele Kontakt in die Pfalz und hatte in der Pfalzgalerie 1965 eine Ausstellung. Ich hatte Jené um 1967 noch als Schüler der Meisterschule in Kaiserslautern kennen gelernt und mit ihm zusammen Radierungen gedruckt. Später hatte ich ihn auch in Burgund mehrmals besucht.
LABYRINTHE: Hatte Edgar Ende auch Kontakt zu den Surrealisten?
Culmann: Edgar Ende kam eher von der Malerei eines Marees und er soll erst spät nach 1945 Kontakt zu Surrealisten in Paris gehabt haben. Man muß ja schon mit Erstaunen feststellen, daß Edgar Ende ab 1922 surrealistische Bilder malte. Es ist also nicht so, wie manche meinen, daß sich Edgar Ende bei den Surrealisten orientiert hätte. Ich möchte Edgar Ende fast gleichrangig mit René Magritte setzen, nur daß Edgar Ende nach 1950 das Pech hatte, daß die abstakte Kunst so dominant war, daß er leider nie die nationale und internationale Bekanntheit eines Magritte bekommen konnte. Edgar Endes Bilder waren von den Farben her bewusst eher düster vom >Nordmeer< geprägt, wie man sagte und in dieser Hinsicht war Magritte weit zugänglicher. Sein Sohn Michael Ende gehörte übrigens zu den Initiatoren unserer Phantastenbewegung die sich heute LABYRINTHE- Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste nennt.
LABYRINTHE: Können Sie unseren Lesern hierzu etwas mehr sagen?
Culmann: LABYRINTHE ist keine Künstlergruppe, sondern stellt eher ein kommunikatives Netzwerk zwischen den Phantasten her und zum innersten Kreis gehören zur Zeit Roman Hocke, Fritz Hörauf und ich. Ursprünglich begann alles nach 1995 im „Zentrum der phantastischen Künste“ in Rolandseck, wo sich über 50 Künstler, Verleger, Schriftsteller, Politiker, Galeristen mehrfach trafen um gemeinsame Ausstellungen und Aktionen im Bereich der Phantastischen Kunst zu planen und zu realisieren. Wir wollten endlich weg, von den Kleinausstellungen mit fünf oder sechs Künstlern. Es sollte endlich das ganze Spektrum der Phantastischen Kunst bei großen Ausstellungen gezeigt und nationale, wie internationale Kontakte ausgebaut werden. Klassiker des Surrealismus sollten mit zeitgenössischen Phantasten ausgestellt werden um deutlich zu machen, daß die Phantastische Kunst nicht wie andere Kunsttendenzen eine kurze Modeerscheinungen ist, sondern, daß die Phantastische Kunst eine Konstante in der Kunstgeschichte ist. Um dies alles richtig darstellen zu können, benötigt man entsprechend große Räume und engagierte Leute welche uns dabei behilflich sind und darin ist der HERRENHOF einsame Spitze!
LABYRINTHE: In der Sonderausstellung zeigen Sie Prof. Woldemar Winkler
Culmann: Woldemar Winkler muß man zu den Klassikern der Phantastischen Kunst in Deutschland rechnen. Er ist erst 2004 mit 102 Jahren gestorben und sein Werk wurde bisher noch nicht in Rheinland-Pfalz gezeigt. Winkler ist bei Dresden geboren, wo er auch auf die Akademie ging. Nach dem Krieg zog er nach Gütersloh und hatte danach verschiedene Dozentenstellen in Bonn, Paderborn und eine Professur in Münster. Da er auch in Südfrankreich arbeitete, war sein Werk dort bekannter wie bei uns und Max Ernst den er dort traf, hatte sich dazu sehr anerkennend geäußert. Später hatte er auch einen zweiten Wohnsitz in Spanien. Das Haus steht heute Stipendiaten zur Verfügung und die Sparkasse Gütersloh hat zur Erforschung und Verbreitung seines Werkes die Woldemar Winkler-Stiftung gegründet und schreibt einen Kunstpreis aus.
LABYRINTHE: Neben Ernst Fuchs, der ja inzwischen zu den Klassikern der Wiener Schule des phantastischen Realismus gehört, zeigen Sie auch Joachim Geissler-Kasmekat und Prinz Nicolaus zu Bentheim
Culmann: Ernst Fuchs gehört ja zu den Phantasten, die sich seit Jahren für Großveranstaltungen mit Phantastischer Kunst und für ein Museum einsetzen. Von ihm wird der HERRENHOF 2010 zum 80. Geburtstag eine große Ausstellung zeigen. Joachim Geissler-Kasmekat war der Kopf der Heidelberger Phantastengruppe dessen Werk wir voraussichtlich auch bei einer Sonderausstellung zeigen werden. Zu dieser Gruppe gehört Elke Wassmann mit ihrem Aufmarsch geheimnisvoller Gestalten und zum weiteren Heidelberger Umfeld gehören Joe Hackbart, von dem wir bei der letzten „art-imaginär 07“ eine Sonderausstellung zeigten und Wolfgang Ohlhäuser, der uns in einer sehr subtilen Maltechnik eine exotische Traumwelt vor unser Auge zaubert. Nicolaus zu Bentheim ist für uns eine Sensation, da man sein Werk bis vor einigen Jahren überhaupt nicht in Deutschland kannte. Er kommt aus Westfahlen, wo er 1925 geboren wurde. Einen großen Teil seines Lebens hat er aber in Rom verbracht. 2008 zeigte der Kunstverein Gütersloh eine umfassende Ausstellung von seinem Werk. Eine weitere Sonderausstellung ist die Sammlung Westermann. Westermann hat über Jahrzehnte Boxen hergestellt und diese von Künstlern bearbeiten lassen. Hierbei sind auch eine ganze Reihe Boxen von Phantasten, teils auch mit Selbstportraits kombiniert. Alleine diese Sammlung mit Phantasten umfasst ca. 50 Künstler.
LABYRINTHE: Sie haben auch eine ganze Reihe von Künstler aus dem Ausland eingeladen
Culmann: Aus Wien kommen fünf Künstler: Ernst Steiner steigt in einen ganz rätselhaften inneren Erdteil hinab, zu den Archetypen und Peter Gric zeigt uns einen archaisch-futuristischen Wüstenplaneten mit gigantischen Architekturen. Mit entsprechenden Computerprogrammen lässt er labyrinthische Städte entstehen, die er in seine Malerei überträgt. Cornelia Simon schient in ihren Bildern persönliche Erinnerungen mit Traumerinnerungen zu verbinden und in WESSI Benderlieva-Karlhofers Bilder schlägt uns eine Dynamik und Energie entgegen, die bei ihrer körperlichen Zierlichkeit uns Rätsel aufgibt und die sie nur aus einem kosmischen Raum bekommen kann. Karl Korab zeigt uns auf seinen Bilder phantastische Stilleben die oft in Landschaften übergehen. Aus Frankreich, aus Burgund kommt Lukas Kandl mit suggestiven Erscheinungen in einer pechschwarzen Nacht. Er organisiert nebenbei Ausstellungen der internationalen Phantastengruppe „Libellule“. Ebenfalls aus Frankreich, aus der Nähe von Perpignon kommt Veronika Hagen, die lange in Rheinland-Pfalz gewohnt hat. Sie war schon 1985 bei der Ausstellung und dem Fernsehfilm von Eberhard Schulz bei den „Erben des Hieronymus Bosch“ beteiligt und sie malt Landschaften mit gigantischen fantastischen Pflanzen. Ein ganz grandioser Maler ist der aus Mordovien, aus dem Wolgabecken kommende und in Prag lebende Viktor Safonskin. Mit einer maltechnischen Meisterschaft des surrealistischen Manierismus versteht er es Figuren zu verfremden und in irrwitzige Kämpfe oder Begegnungen zu verstricken. Von Bruno Weber aus Zürich hatten wir schon bei der Ausstellung >Der Faden der Ariadne< mit mehreren faszinierenden Vogelstuhlobjekten, sowie eine Fotodokumentation über seinen > Weinrebenpark< mit gigantischen Betonfiguren. Man muß hier ausdrücklich betonen, daß der Kanton Aargau eine Million Franken und 600 000 Franken in Sachwerten ihm für den weiteren Ausbau seines Figurenparkes zur Verfügung gestellt hat, was deutlich macht, daß ein Phantast nach Jahrzehnten des Kampfes mit den Behörden, immerhin jetzt in seiner künstlerischen Bedeutung anerkannt und sein Park jetzt zum schweizer, nationalen Kulturgut erklärt worden ist! Mit den Dimensionen der Realität spielt Utz Arnoldi aus Berlin und Max von Moos aus Luzern ist ein surrealistischer Klassiker aus der Schweiz, von dem das Rheinische Landesmuseum in Bonn 1984 ein große Ausstellung zeigte, die nach München und Wien weiter ging. Dieter Peukert aus Wiesbaden ist eine Meister in der Inszenierung von Bühnenbildern. Indem er farbige Buddhas tanzen lässt, kommt die Figur des Buddha in einen Spannungsbogen die ins Phantastische hinüberreicht. Der in Darmstadt lebende Italiener Doremi ist eine Zauberer. Er beschwört die Puppenstuben der Kindheit herauf, in denen er aber farbenprächtige, rätselhafte und amouröse Geschichten für Erwachsene inszeniert. Ebenfalls aus Italien kommt der Plastiker Piero Strada, mit mythologischen Figuren und aus der Pfalz sind wieder Herrmann Hoormann, Helmut Neukirch und Otfried Culmann vertreten. Ebenfalls wie bei der letzten >art-imaginär 07< sind Fritz Hörauf und Tamara Ralis aus München, Klaus Dieter Hentschel aus Konstanz, Michael Engelhardt aus Erlangen und Bernhard Apfel aus Leimen an der Ausstellung beteiligt. Mit einer „ewig Träumenden“ , einer liegenden Frauenfigur, erinnere ich an die Ausstellungen der Surrealisten, bei denen diese als Kannibalisten – Festmahlzeit diente. Weitere neue Phantasten in der Ausstellung sind Wolfgang Harms aus Nürnberg, ein Maler der sich sehr intensiv mit Trompe- L´oeil - Wandgestaltung befasst hat und der es meisterlich versteht, kahle Wände zu faszinierenden, illusionistischen Welten zu verwandeln. Friedrich Gross, ein Künstler aus Lüneburg, der oft Monate an Buntstiftzeichnungen sitzt und dabei Visionen im Stil eines in der Extasse sich befindenden Manierismus realisiert. Siegfried Zademak kommt von Bremen und er ist ein Philosoph mit glasklaren, optischen Intuitionen.
LABYRINTHE: Wie wir gelesen haben, werden Sie in der Ausstellung auch Charles Frederic Soehnée vorstellen, der ja in Landau in der Pfalz 1789 geboren ist..
Culmann: Ja, Charles Frederic Soehnée habe ich zufällig bei den Vorbereitungen zur >art-imaginär 09< auf einer französischen Webseite im Internet entdeckt. Das war schon eine Sensation, weil er weder in der pfälzischen, noch sonst einer Kunstgeschichte bisher verzeichnet war, da man seine Aquarellzeichnungen erst vor wenigen Jahren in Paris entdeckte und dort ausstellte. Ich habe versucht ihn zumindest im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Charles Frederic Soehnée ist leider nur mit einer Kopie in der Ausstellung vertreten, denn die Originale befinden sich in Paris und deren Spitzenwert liegt zur Zeit bei 20 000 Euro. Der Transport zu unserer Ausstellung ist mir zu kompliziert. Mir ist es aber wichtig, daß er als früher Phantast aus der Pfalz, der in Paris lebte, bei unserer Ausstellung vertreten ist.
LABYRINTHE: Wie sieht die Eröffnung aus?
Culmann: Bei der Eröffnung wird Tine Duffing & Cocoon eine surrealistische Performance mit lebenden Skulpturen zeigen, Clemens Joeckle, der Leiter der Städtischen Galerie Speyer wird über die Phant. Kunst und der Herausgeber des Lexikon der Phant. Künstler Gerhard Habarta aus Österreich wird zum Thema „Das Universum ist größer.“ sprechen. Ich glaube, daß wir damit schon eine ganze Menge präsentieren.
LABYRINTHE: Dem kann man nur zustimmen! Welche weiteren Pläne haben Sie mit der >art-imaginär< und wie sieht es mit dem Phantastischen Museum aus?
Culmann: Vom Platz her überlegen wir, ob wie nicht im HERRENHOF zusätzlich wieder wie bei der Ausstellungen >Der Faden der Ariadne< die Räume der Villa oder auch den großen Festsaal miteinbeziehen sollen um die einzelnen Künstler noch besser präsentieren zu können. Wichtig wäre es auch phantastische Künstler aus Holland in unsere Ausstellung zu bekommen, die man bei uns nicht kennt und wo er viele gibt. Auch in Italien und Frankreich gibt es wundervolle Phantasten die wir unbedingt auch zeigen müssen. Durch das soeben erschienene „Lexikon der phantastischen Künstler“ mit fast 1200 Einträgen wird erst deutlich, wie viele Künstler es in diesem Bereich gibt und für die es bisher kein Museum oder eine Institution gibt welche die Phantastische Kunst kunstwissenschaftlich aufarbeitet, Dokumente sammelt und in einem spezifischen Museum präsentiert. Der Kunsttheoretiker und Manierismus-Experte Gustav René Hocke hatte das schon vor vielen Jahren immer wieder beklagt, weil damit eine Kunstgebärde unterschlagen und die Bedeutung dieser Kunst nicht ins richtige Licht gesetzt wird. Wenn man bedenkt welchen Erfolg z.B. >die Wiener Schule des phantastischen Realismus< weltweit hatte, aber man von diesen nicht ein Bild in unseren Museen findet, aber jede Menge an Kunst für das sich nur ein Minimum der Museumsbesucher interessieren, dann muß man schon von einer gravierenden Manipulation sprechen. Ich sage ihnen, wenn es ein >Museum der phantastischen Kunst< am richtigen Ort und mit der richtigen Leitung gibt, wird das so viele Besucher haben, daß es bald auch andere ähnliche Museen geben wird, dem die anderen Museen mit ihrer Epidemie an konkreten und konstruktivistischen Kunst nur noch hinterher schauen werden. Wir haben zwar Phantasten welche schon ihr eigenes Privatmuseum haben, wie Ernst Fuchs, oder H.R.Giger, aber alle Museen für die phantastische Kunst in Wien, Holland, Australien und bei uns sind leider immer noch im Planungsstadium. Es wurden uns zwar auch schon Gebäude und Hallen angeboten, doch standen diese am falschen Ort. Denn ein solches Museum muß an einem ganz spezifischen Ort stehen, damit viele Leute hin kommen und man auch den Tourismus miteinbeziehen kann. LABYRINTHE: Haben Sie schon konkrete Vorstellungen wo das sein könnte? Culmann: Die Lage müsste so sein wie die Villa Ludwigshöhe, oder der Leinweiler Hof in der Südpfalz d.h. am Rande der Haardt und schon von weitem sichtbar, mit Wanderwegen in den Pfälzer Wald mit phantastischen Figuren und vor dem Museum Wasserspiele welche den ganze Berg hinab gehen, sodaß die Leute schon wegen der ganzen architektonischen Anlage gerne hin kommen. Ich habe mir in Frankreich solche Bauten von >Außenseiterkünstlern< wie Ferdinand Cheval, Jaques Warninski, Danielle Jacqui oder Robert Tatin angesehen und dort kommen die Besucher Busseweise angefahren. Das sind oft Leute die nie in ein Museum der zeitgenössischen Kunst gehen und wenn, dann vielleicht nur einmal und dann nie wieder. Manche Museumsleitungen meinen, die ganze Welt müsse sich für ihre Kunstkonzeption interessieren und der welche sich nicht dafür interessiert hat eben Pech gehabt. Man schließt einfach ganz arrogant einen großen Teil der Bevölkerung aus. Diese „Kunst für Kinder“- Aktionen an den Museen ist reiner Aktionismus, in der Hoffnung später ein wenig Fußvolk zu haben. Wenn sie heute sehen, welchen hohen Stellenwert die Phantastik bei der Literatur ( „Die Unendliche Geschichte“, „Herr der Ringe“, die ganze Fantasy- Literatur wie von Hohlbein u.v.a.) oder beim Film („Aliens“, „Fellini 8 ½“ u.v.a.) haben, die dort keiner spezifischen Kunst-Kongregation unterliegen und welchen geringen Stellenwert die Phantastische Kunst bei den Museen heute einnimmt, dann stimmt doch da etwas nicht. Dali-, Max Ernst- Ausstellungen, die surrealistische Klassiker, aber auch zeitgenössische Phantasten bringen Besucherrekorde. Bei der aktuellen Phantastischen Kunst werden die Künstler wie zu >spät gekommene< hingestellt, aber für die ganzen Mondrian- und Farbfeldepigonen hat man reichlich Platz, da fehlt jedes kritische Bewusstsein. Das was ich im HERRENHOF mache , ist der Versuch einen ganz anderen Weg zu gehen – mit den wenigen Mitteln die uns zur Verfügung stehen. Das erinnert mich an den wundervollen Beatles-Film von Heinz Edelmann „Yallow submarine“ , wo die Blaumiesen die ganze Welt der Phantasie zerstören und monochrom machen. Und damit möchte ich an den Anfang unseres Interviews auf den Begriff > Magical Mystery Tour < zurück kommen, der ja auch ein Schallplattentitel der Beatles ist. Auf dieser Magical Mystery Tour bei der >art-imaginär 09< werden wir wieder eine große Portion Phantasie in die Welt bringen!
LABYRINTHE: Ich kann Ihnen versichern, daß sich jetzt schon viele darauf freuen werden und wir wünschen der nächsten >art-imaginär< viel Erfolg!
|
|
|
| 28. Mai 2009 |
art-imaginär 2009 |
|
|
|
art - imaginär 2009 3. große internationale Ausstellung der phantastischen und visionären Kunst im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt - Mußbach – Pfalz
27. September bis 25. Oktober 2009 Klassische und aktuelle phantastische Kunst Kurator: Otfried H. Culmann LABYRINTHE- Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste An der Ausstellung sind 75 Künstler/innen aus 10 Länder beteiligt. Peter Ackermann + Bernhard Apfel + Utz Arnoldi + WESSI Benderlieva Karlhofer + Myriam Bat-Yosef + Nicolaus zu Bentheim + Johfra van den Berg + Serge Brignoni + Alice Buis + Agustin Cardenas + Fabricio Clerici + Otfried H. Culmann + Salvador Dali + Doremi + Tine Duffing & Cocoon + Edgar Ende + Leonor Fini + Ernst Fuchs + Joachim Geissler-Kasmekat + Walter Grab + Peter Gric + Friedrich Gross + Fabius von Gugel + Joe Hackbarth + Veronika Hagen + Wolfgang Harms + Rudolf Hausner + Claus Dietrich Hentschel + Werner Holz + Herrmann Hoormann + Fritz Hörauf + Emy Hudecek + Wolfgang Hutter + Michel-Claude Jullian + Edgar Jené + Heinz Jung + Lukas Kandl + Helmut Kies + Karl Korab + Edgar Landherr + Hannelore Langhans + Barbara Lenz + Ellen Lórien + Jaime Makinde + Roberto E. Matta + Max von Moos + Hans-Peter Müller + Alexandra Müller-Jontschewa + Hellmut Neukirch + Wolfgang Ohlhäuser + Erik Olson + Wolfgang Peuker + Dieter Peukert + Silvia Quandt + Tamara Ralis + Kurt Regschek + Carl-W. Röhrig + Victor Safonskin + Hundertwasser + Dietrich Schuchardt + URSULA Schultze-Bluhm + Ludwig Schwarzer + Cornelia Simone-Bach + Manfred Sillner + Ernst Steiner + Piero Strada + Charles F. Soehnée + Esaias Thóren + Elke Wassmann + Bruno Weber + Woldemar Winkler + Paul Wunderlich + Siegfried Zademack + Mac Zimmermann Außerdem zeigen wir bei der "art-imaginär 09" zwei Sonderausstellungen : im Kunstkabinett Sammlung WestermannDie seit 1975 bestehende Sammlung Westermann besteht im Grunde aus zwei Werkgruppen. Zum einen sind es Arbeiten auf Papierformat DIN A6, dem Format der Postkarte. Zum anderen sind es die vom Sammler selbst gebauten Objektboxen, kleine Holzkästen im Standardformat 17 x 13 x 2,5 cm. Diese Objektboxen sollten auf die Bitte des Sammlers hin, von Künstlerinnen und Künstlern verändert, gestaltet werden. Dabei wurden den Schaffenden alle nur denkbaren Möglichkeiten offen gelassen. Ausschlaggebend war, dass die Box in der jeweiligen Arbeit enthalten sein musste. Somit war ein Basisformat geschaffen, während das eigentliche Profil der Sammlung letztendlich in der Hand der Künstler lag. (...) Von Anfang an war geplant, die Sammlung immer wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So wurde die Sammlung bis heute in verschiedenen Museen und Galerien gezeigt. Von Beginn an bestand beim Sammler auch die Absicht, die Sammlung einer musealen Einrichtung als Schenkung zu überlassen, was 2001 durch die Schenkung eines Teilaspektes an die Städtische Galerie Fruchthalle seiner Geburtsstadt Rastatt realisiert wurde. Bisher zeichnete sich die Sammlung Westermann durch eine bewusst offen gehaltene Vielfalt der künstlerischen Richtungen und Artikulationen aus, deren alleiniger gemeinsamer Nenner das Basismodell der Box war. Eine von Anbeginn bestehende Vorliebe und Auseinandersetzung des Sammlers, mit dem Phantastischen, Surrealen und Mystischen in der Kunst unserer Tage, zeigt der Aspekt der Sammlung Westermann an den Werkbeispielen, die im Kunstkabinett, bei der „art imaginär 2009“ gezeigt werden.
Im Ausstellungssaal im "Getreidekasten" ein Klassiker der Phantastischen Kunst Woldemar Winkler
http://www.woldemar-winkler.com http://de.wikipedia.org/wiki/Woldemar_Winkler
Woldemar Winkler ist 1902 in Mügeln (Sachsen) geboren und 2004 in Gütersloh gestorben. Winkler arbeitete ab 1919 zunächst in Architekturbüros in Dresden und Pforzheim, weil sein Vater, ein strenger Wirtschaftsberater, gegen einen künstlerischen Beruf war. Nach zwei Jahren fing er an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden an zu studieren - Architektur bei Prof. Simmang, aber auch Malerei bei Prof. Carl Rade, bei dem er 1925 Meisterschüler und ein Jahr später Assistent wurde. Im Dresden der Weimarer Republik traf er auf Künstler wie Otto Dix und Oskar Kokoschka. 1927 ereilte Winkler ein Ruf von Hofrat Prof. Simonson-Castelli an dessen private „Akademie für Zeichnen und Malen“, wo er unter anderem Kate Diehn-Bitt unterrichtete. Bereits ein Jahr später übernahm er bis 1941 die Leitung der Akademie. Winklers Arbeiten, die er ab 1927 für städtische Gebäude in Dresden angefertigt hatte, wurden von den Nationalsozialisten teilweise als "entartet" zerstört. Außerdem wurde ihm unterstellt, Juden und Kommunisten zu unterstützen und versteckt zu halten. Im Jahr 1941 wurde er zum Kriegsdienst einberufen, wo er als „Lehrangestellter für soldatische Werkarbeit“ tätig war. Winkler geriet 1943 in Kriegsgefangenschaft (bis 1947). Bei der Bombardierung Dresdens wurde ein Großteil seines künstlerischen Schaffens wie auch sein Atelier zerstört. Winkler lernte seine Frau Margret Horstkotte kennen und zog ins ostwestfälische Gütersloh. Er arbeitete als Maler, Illustrator und Gestalter für Bücher, Glasfenster und Wandgemälde. Ab 1960 unternahm er jedes Jahr Arbeits- und Studienreisen nach Vence in Südfrankreich, wo er 1970 Max Ernst kennen lernte. Seit Mitte der 1960er Jahre wurden Winklers Grafiken, Skulpturen. Collagen und Assemblagen regelmäßig in Galerien, Kunsthallen und Museen ausgestellt, so z.B. im Musée Ingres in Montauban oder im Loenhardi-Museum Dresden. Ein Angebot der DDR, nach Dresden zurückzukehren, lehnte er ab. 1976 und 1980 nahm Winkler an den Biennalen in Spanien teil. Ihm wurde das Bundesverdienstkreuz (1982) und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (1987) verliehen. 1992 ernannte man ihn zum Honorar-Professor im Fachbereich Kunst an der Universität Gesamthochschule Paderborn. Am 30. September 2004 starb Winkler im Alter von 102 Jahren in seinem Haus in Gütersloh-Niehorst. ++++ Zur Ausstellung gibt es den Katalog Woldemar Winkler „Kostenlose Wunder“ ++++ Zur Eröffnung am 27. September 2009 11 Uhr Begrüßung Gustav Adolf Bähr Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof-Mußbach "Das Universum ist größer" Gerhard Habarta Österreich Galerieleiter, Ausstellungsmacher,Verleger und Autor des aktuell herausgekommenen *** Lexikon der phantastischen Künstler *** http://www.lexikon-surreal.com/ "Die phantastische Kunst" Clemens Joeckle Leiter der städtischen Galerie Speyer "Lebende Skulpturen" Performance Tine Duffing & Cocoon Zur Ausstellung erscheint ein bibliophiler Katalog mit ca. 90 Seiten Inhalt: Liste der teilnehmenden Künstler/innen "Definitionen zur Phant. Kunst" von O.H.Culmann "Über Surrealismus"von Edgar Jené "Edgar Jené und der Surrealismus" von O.H.Culmann "Die Sammlung Westermann", " Woldemar Winkler" 75 Künstlerbiografien - Texte - Bilder HERRENHOF-Adresse: 67435 Neustadt an der Weinstraße-Mußbach An der Eselshaut 18 Büro 06321-9639 99-0 Fax 96 39 99-13 Mo-Do 10-14 Uhr Fr.15-18 Uhr Kunsthalle 06321-963999-14 http://www.herrenhof-mussbach.de/
|
|
|
| 08. November 2008 |
LABYRINTHE - Info- Nov. 2008 |
|
|
|
Sturz in die Welt - Die Kunst des Manierismus in Europa
15. November 2008 - 11. Januar 2009, Bucerius Kunst Forum / Hamburg Mit der Ausstellung Sturz in die Welt widmet sich das Bucerius Kunst Forum dem Manierismus, der ersten Kunstbewegung, die nahezu gleichzeitig ganz Europa erfasste. In Florenz, Prag, Antwerpen und Madrid ließen Künstler im 16. Jahrhundert das harmonische Schönheitsideal der Hochrenaissance hinter sich, um zu spannungsgeladenen Kompositionen überzugehen. Eine der umfangreichsten und schönsten Sammlungen zur Kunst des Manierismus bewahrt das Szépmüvészeti Múzeum (Museum der bildenden Künste) in Budapest. Über 100 Meisterwerke dieser Sammlung, darunter Arbeiten von Jacopo Tintoretto, Agnolo Bronzino, Giorgio Vasari, El Greco, Jan Breughel d. Ä. und Hans von Aachen, sind vom 15. November 2008 bis 11. Januar 2009 in Hamburg zu sehen. Die Künstler des Manierismus setzten nicht länger auf den in der Renaissance bestimmenden harmonischen Einklang von Mensch und Welt, sondern gaben ihren Werken eine kapriziöse Manier. Grelle Farben, übersteigerte Raumkonstruktionen und schräge Perspektiven spiegelten die Brüche und Wandlungen jener Zeit wider. Menschen wurden mit ausdrucksstarker Gestik, Landschaften mit phantastischen Elementen dargestellt – eine drastische Expressivität, die auch heute noch modern wirkt. Während die Künstler der Renaissance ihre idealen Kompositionen zwanglos natürlich erscheinen ließen, sollten die manieristischen Gemälde inszeniert wirken – das Bild wird zur Bühne, auf der die Figuren nach dem Belieben des Regie führenden Malers auftreten. Das manieristische Kunstwerk des 16. Jahrhunderts war nicht mehr Ausdruck einer Wahrheit, sondern ein Objekt der Wahrnehmung: Es verlangte nach bewusster Auseinandersetzung. Erstmals in der Geschichte der Kunst wurde die künstlerische Strategie sichtbar gemacht. Damit wurde eine bis in die Moderne geltende Auffassung des Künstlers als schöpferisches Individuum begründet. Die Ausstellung stellt das künstlerische Prinzip des Manierismus, der für Kunst und Künstler wie ein Sturz in die Welt wirkte, in den Mittelpunkt. Zugleich setzt das Bucerius Kunst Forum mit dieser Präsentation seine Reihe zur Aktualität der Bildwelten Alter Meister fort. Sturz in die Welt ist die erste Schau in den neuen, erweiterten Räumen des Bucerius Kunst Forums. Das Ausstellungshaus bezieht zusätzlich zu den Flächen im Erd- und Untergeschoss die Beletage des Gebäudes am Rathausmarkt. So gewinnt es einen zweiten Ausstellungsraum als Pendant zum zentralen Octogon im Erdgeschoss, einen eigenen Veranstaltungssaal – das Ian Karan Auditorium – sowie einen Filmraum und eine Malschule. Die neuen Räumlichkeiten eröffnen die Möglichkeit, das erfolgreiche Konzept konzentrierter Themenausstellungen auszubauen und durch Musik- und Literaturveranstaltungen zu ergänzen. Die Ausstellung Sturz in die Welt. Die Kunst des Manierismus in Europa ist vom 15. November 2008 bis 11. Januar 2009 täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr (geschlossen am 24. Dezember). Eintritt € 5,– , ermäßigt € 3,–, montags Einheitspreis € 2,50; Gruppen € 3,– p. P.; Kinder unter 18 Jahren und Mitglieder des Bucerius Kunst Clubs: Eintritt frei.
Hamburg 19.09. 2008 - 11.01. 2009 Max ErnstUne semaine de bonté Galerie der Gegenwart 1934 publizierte Max Ernst in Paris seinen berühmten Collageroman >Une semaine de bonté". Die Hefte gehören heute zu den faszinierendsten Dokumenten des Surrealismus. Inspiriert von den Holzstichen der populären Zeitschriften des späten 19. Jahrhunderts, aber auch von Künstlern wie Max Klinger oder Gustave Doré, schuf Max Ernst absurd phantastische Bildvisionen, die um Eifersucht, Mord und Tod kreisen. Die Ausstellung zeigt nun erstmals seit 1936 die 184 Originalcollagen von >Une semaine de bonté". Mit genialer Schnitt- und Klebetechnik kombiniert Max Ernst seine Motive zu anspielungsreichen und verführerischen Bildwelten. Dabei dreht er die ursprünglichen Darstellungen teils um neunzig Grad, versetzt sie in einen Schwebezustand oder lässt sie um ihre Achse kreisen. Durch diese Verfremdung schafft er provozierend rätselhafte Szenarien. Die einzigartige Präsentation entstand in Kooperation mit der Albertina in Wien und dem Max Ernst Museum Brühl. in Gütersloh Nicolaus
von Bentheim
Die Heimat des phantastischen Realismus wird ja im allgemeinen in Belgien oder in Österreich vermutet. Das dem nicht so ist, haben wir im letzten Winter schon nachgewiesen. Einer der “alten Recken” dieser Zunft der heute 83jährige Nicolaus von Bentheim, gibt sich im Jubeljahr der Kunstposition im Kunstverein Gütersloh die Ehre. Bildquelle: Bartholomäusprozession, 1973, Mischtechnik auf Holz, 75,5 x 100 cm, Nicolaus von Bentheim Nicht von ungefähr, ist der Weltenbummler doch ein gebürtiger Ostwestfale, auch wenn es zu seiner Geburt noch anders hiess. Der Kunstverein Gütersloh zeigt Gemälde und Zeichnungen sowie Kupferstiche aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Bekanntes ist zu sehen Religionsgeschichte, Antike und historische Begebenheiten werden zitiert. Verstörender , scheinbare Ordnung in Anarchie verwandelnde Moment sind überall zu finden. Manchmall auch erst auf den zweiten Blick. Biografisches fliesst ein, aber auch Zeitgeschichte und das alles immer mit einem detailreichen und präzisem Strich. Bildquelle: Die Falle, 1976, Bleistiftzeichnung 91 x 126,5 cm, Nicolaus von Bentheim NICOLAUS ZU BENTHEIM weiteres zur Ausstellung: http://www.die-glocke.de/gl/cgi/news/shownews.php?id=9402 ------------------------------------------------------------------------------------------ Die Phantastische Welt desOtfried H. Culmann Malerei - Grafik - Objekte - Automaten Herrenhof- Neustadt/Mussbach 26. Oktober bis 16. Nov. 08 Samstag, 15.10 08 Beginn: 16.00 Uhr "Dalí - Dalí"
Samstag 14 - 18 Uhr Sonn- und Feiertag 11 - 18 Uhr Mittwoch 18 - 20 Uhr Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach e.V. D-67435 Neustadt an der Weinstraße – Mußbach An der Eselshaut 18 Telefon: 06321-963999-0 (Büro) Fax: 06321-963999-13
„Les Yeux enchantés“ -Zeichnungen undDruckgraphik des Surrealismus27. September 2008 – 18. Januar 2009, Kunstmuseum Basel „Les Yeux enchantés [Verzauberte Augen]“ war der Titel eines Artikels des Dichters Max Morise in der ersten Nummer der Zeitschrift La Révolution surréaliste vom Dezember 1924, der eine surrealistische Kunst in Abrede stellte. Doch innerhalb kürzester Zeit hatte sich die Ansicht des Anführers der Surrealisten, André Breton, durchgesetzt, dass die Malerei sogar wesentlich sei für diese noch junge Bewegung. 1926 war die bildende Kunst im Kontext des Surrealismus längst nicht mehr wegzudenken; sie hatte die Surrealisten in ihren Bann gezogen: „Das Laster namens Surrealismus ist der zügellose, leidenschaftliche Gebrauch des Rauschgifts Bild.“ (Louis Aragon, Der Pariser Bauer, 1926). Der Surrealismus zeichnet sich durch eine aussergewöhnliche Erscheinungsvielfalt aus, die darauf beruht, dass die Künstler dem Unbewussten eine Plattform bieten wollten, ohne aber eine Form, Materialien oder einen Stil zu bevorzugen. Die Befreiung des Individuums war das oberste Gebot. Es sollte sich zeigen, dass vor allem die Zeichnung dazu geeignet war, Methoden zu entwickeln, um die Grenzen der Realität zu sprengen. Im Zentrum stand das Bestreben, dem Unbewussten freien Lauf zu lassen und jegliche Kontrollmechanismen wie Vernunft, Moral und Ästhetik auszuschalten. Max Ernst arbeitete mit Frottagen und Collagen, die in der Begegnung unterschiedlichster Materialien Sinnverschiebungen provozierten. Hans Arp fertigte Fingerzeichnungen an und experimentierte mit Abklatschverfahren während André Masson mit der Feder eine zeichnerische Anwendung der „Écriture automatique“ entwickelte. Eine zweite Strategie der Surrealisten bestand darin, Traumähnliches und andere Äusserungen des Unterbewusstseins auf dem Papier festzuhalten. So zeichnete Walter Kurt Wiemken Fieberphantasien, während Meret Oppenheim eine weibliche Leiche in einem Boot darstellte. Tanguy zeichnete imaginäre Welten in illusionistischem Stil. Nur in den seltensten Fällen spielten diese Zeichnungen eine Rolle in der Vorbereitung von Skulpturen (Alberto Giacometti) oder Gemälden. Vielmehr sind sie eigenständige, finale Werke. Die Malerei des Surrealismus ist heutigen Museumsbesuchern bestens bekannt, doch die lichtempfindlichen Werke auf Papier, wie sie in dieser Ausstellung gezeigt werden, sind seltener zu sehen. Unter den 90 ausgestellten Zeichnungen, Collagen und druckgraphischen Werken aus dem Kupferstichkabinett können bisher unveröffentlichte und auch kaum je ausgestellte Blätter entdeckt werden, etwa ein Photogramm von Man Ray (1930), das Aquarelle von Joan Miró (1924) und Zeichnungen von Francis Picabia. Die Ausstellung kann in dieser Konstellation nur in Basel gezeigt werden, weil sie auf dem historisch gewachsenen Bestand des Kupferstichkabinetts beruht, der nun erstmals unter dem Blickwinkel des Surrealismus untersucht wurde. Seit den 1930er Jahren ist dieser Sammlungskomplex zuerst zögerlich, dann rascher gewachsen. Nur gerade ein Drittel davon kam durch Erwerbungen ins Haus, der grösste Teil stammt aus grosszügigen Schenkungen oder es handelt sich um Deposita aus privaten Basler Sammlungen (Marguerite Arp-Hagenbach; Dr. Charles Leuthardt; Vermächtnis Anne-Marie und Ernst Vischer-Wadler; Emanuel Hoffmann-Stiftung; Karl August Burckhardt-Koechlin-Fonds u.a.). So ist es nicht verwunderlich, dass neben Miró, Picabia, Yves Tanguy und anderen Künstlern aus dem Pariser Kreis auch die Schweizer Surrealisten Otto Abt, Serge Brignoni, Otto Tschumi und Walter Kurt Wiemken in der Ausstellung präsent sind, die sich nur kurze Zeit in der Metropole des Surrealismus aufgehalten haben. Die Ausstellung vermittelt mit Werken von 16 Künstlern einen vielfältigen und überraschenden Einblick in die Graphik des Surrealismus. Katalog Veranstaltungen Künstler Bildnachweis:
Divine Comedy – Triptyque – 3x85x130cm – oil/canvas
LUKAS KANDL
Would be happy to show you the Libellule group’s
DIVINE COMEDY during the opening of the French salon
« COMPARAISONS – ART EN CAPITAL »
November 21st, 2008 from 5 till 10.30pm
PARIS - GRAND PALAIS avenue Winston Churchill – 75008 Paris (F)
Exhibition from November 22 till 30, 2008 11am – 7.30pm. Nocturnes : Nov.26 and 28 (10.30pm) Participating Artists: - Lukas KANDL (France/Rép. Tchèque)) - Ales KREJCA (Rép. Tchèque) - Hans-Peter MÜLLER (Allemagne) - Alexandra JONTSCHEWA (Allemagne/Bulgarie) - Vlada MIRKOVIC (Serbie) - Patrizia COMAND (Italie) - (Eli TIUNINE (France/Pologne) - Zeljko DJUROVIC ( Montenegro) - Raffaele DE ROSA (Italie) - Zoran IVANOVIC (Serbie) - Pavel ZACEK (Rép. Tchèque) - Siegfried ZADEMACK (Allemagne) KANDL - Magique Réalisme - www.kandl.net www.labyrinthe.com |
|
|
| 25. Oktober 2008 |
CULMANN-Ausstellung im HERRENHOF-Neustadt-Mußbach |
|
|
|
Die Phantastische Welt des Otfried H. Culmann Malerei - Grafik - Objekte - Automaten Herrenhof- Neustadt/Mussbach 26. Oktober bis 16. Nov. 08
Zur Eröffnung der Ausstellung in der Kunsthalle des Herrenhofs Mußbach Sonntag, 26. Oktober 2008, 11 Uhr, laden wir Sie mit Ihren Freunden herzlich ein. Begrüßung: Gustav-Adolf Bähr Vorsitzender der Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach Laudatio: Clemens Jöckle Leiter der Städtischen Galerie in Speyer
Samstag, 15.10 08 Beginn: 16.00 Uhr "Dalí - Dalí"
Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag 14 - 18 Uhr Sonn- und Feiertag 11 - 18 Uhr Mittwoch 18 - 20 Uhr Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach e.V. D-67435 Neustadt an der Weinstraße – Mußbach An der Eselshaut 18 Telefon: 06321-963999-0 (Büro) Fax: 06321-963999-13 Kunsthalle: Herrenhofstraße 6 Telefon: 06321-963999-14 (Ausstellung) www.herrenhof-mussbach.de e-Mail: info@herrenhof-mussbach.de DER ESELSHAUT A 65 LUDWIGSHAFEN/KARLSRUHE AN
Nachdem Otfried H. Culmann die internationalen Ausstellungen mit Phantastischer Kunst 1998 „Der Faden der Ariadne“ und „art – imaginär 2007“ für den HERRENHOF organisiert hat, geben wir in diesem Jahr einen umfassenden Einblick in seine phantastische Bilderwelt. Schon sehr früh faszinierten ihn die Bilder von Bosch und Arcimboldi, sowie die der Surrealisten und der Wiener Phantasten,sodaß er ebenfalls begann seine eigenen Visionen auf Papier, Maltafel oder Leinwand zu bringen oder als Geschichten niederzuschreiben. Dies führte ihn von der Pfalz an die Akademie in München zu dem surrealistischen Maler Prof. Mac Zimmermann dessen Meiserschüler er wurde. Als engagierter Aktivist für ein Netzwerk zwischen den Phantasten, sowie für Ausstellungen und der Realisierung für ein Museum der hantastischen Kunst, kam er im Laufe der Jahrzehnte in Kontakt mit vielen phantastischen Künstlern unserer Zeit, wie z.B. Dali, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Edgar Jené, Leonor Fini, Bele Bachem, Fabius von Gugel, Bruno Weber, H.R.Giger. Durch Studienreisen und Stipendien kam Culmann in den letzten 40 Jahren immer wieder nach Italien, das entscheidend sein Werk geprägt hat. Etruskische und römische Geheimkulte, rätselhafte Mythen und Ruinenfelder um Rom, klassizistische Villen und manieristische Parkanlagen, haben ihn zu gemalten Visionen inspiriert, welche die Phantasie des Betrachters zu eigenen Geschichten anregen. In den letzten Jahren hat er auch das Phantastische in den Dörfern der Südpfalz und des Elsass entdeckt, wobei ihn besonders die Rückseiten der alten Häuser, Scheunen und Schuppen interessiert. Orte an denen sich die letzten Elfen, Feen und Trolle zurückgezogen haben und die er in seinen Bildern sichtbar macht. Neben dreidimensionalen Guckkastenbildern hat ihn auch immer wieder die Konstruktion von phantastischen Automaten beschäftigt, die zusammen mit einem großen Musiqueautomatophon in der Ausstellung zu sehen sind. „Nicht die Träume der Nacht interessieren mich, sondern die sich aus flirrenden und oszillierenden Bildfragmenten manifestierenden Träume des Tages!“
|
|
|
| 25. Oktober 2008 |
Sturz in die Welt - Die Kunst des Manierismus in Europa |
|
|
|
Sturz in die Welt - Die Kunst des Manierismus in Europa 15. November 2008 - 11. Januar 2009, Bucerius Kunst Forum / Hamburg Mit der Ausstellung Sturz in die Welt widmet sich das Bucerius Kunst Forum dem Manierismus, der ersten Kunstbewegung, die nahezu gleichzeitig ganz Europa erfasste. In Florenz, Prag, Antwerpen und Madrid ließen Künstler im 16. Jahrhundert das harmonische Schönheitsideal der Hochrenaissance hinter sich, um zu spannungsgeladenen Kompositionen überzugehen. Eine der umfangreichsten und schönsten Sammlungen zur Kunst des Manierismus bewahrt das Szépmüvészeti Múzeum (Museum der bildenden Künste) in Budapest. Über 100 Meisterwerke dieser Sammlung, darunter Arbeiten von Jacopo Tintoretto, Agnolo Bronzino, Giorgio Vasari, El Greco, Jan Breughel d. Ä. und Hans von Aachen, sind vom 15. November 2008 bis 11. Januar 2009 in Hamburg zu sehen. Die Künstler des Manierismus setzten nicht länger auf den in der Renaissance bestimmenden harmonischen Einklang von Mensch und Welt, sondern gaben ihren Werken eine kapriziöse Manier. Grelle Farben, übersteigerte Raumkonstruktionen und schräge Perspektiven spiegelten die Brüche und Wandlungen jener Zeit wider. Menschen wurden mit ausdrucksstarker Gestik, Landschaften mit phantastischen Elementen dargestellt – eine drastische Expressivität, die auch heute noch modern wirkt. Während die Künstler der Renaissance ihre idealen Kompositionen zwanglos natürlich erscheinen ließen, sollten die manieristischen Gemälde inszeniert wirken – das Bild wird zur Bühne, auf der die Figuren nach dem Belieben des Regie führenden Malers auftreten. Das manieristische Kunstwerk des 16. Jahrhunderts war nicht mehr Ausdruck einer Wahrheit, sondern ein Objekt der Wahrnehmung: Es verlangte nach bewusster Auseinandersetzung. Erstmals in der Geschichte der Kunst wurde die künstlerische Strategie sichtbar gemacht. Damit wurde eine bis in die Moderne geltende Auffassung des Künstlers als schöpferisches Individuum begründet. Die Ausstellung stellt das künstlerische Prinzip des Manierismus, der für Kunst und Künstler wie ein Sturz in die Welt wirkte, in den Mittelpunkt. Zugleich setzt das Bucerius Kunst Forum mit dieser Präsentation seine Reihe zur Aktualität der Bildwelten Alter Meister fort. Sturz in die Welt ist die erste Schau in den neuen, erweiterten Räumen des Bucerius Kunst Forums. Das Ausstellungshaus bezieht zusätzlich zu den Flächen im Erd- und Untergeschoss die Beletage des Gebäudes am Rathausmarkt. So gewinnt es einen zweiten Ausstellungsraum als Pendant zum zentralen Octogon im Erdgeschoss, einen eigenen Veranstaltungssaal – das Ian Karan Auditorium – sowie einen Filmraum und eine Malschule. Die neuen Räumlichkeiten eröffnen die Möglichkeit, das erfolgreiche Konzept konzentrierter Themenausstellungen auszubauen und durch Musik- und Literaturveranstaltungen zu ergänzen. Die Ausstellung Sturz in die Welt. Die Kunst des Manierismus in Europa ist vom 15. November 2008 bis 11. Januar 2009 täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, donnerstags bis 21 Uhr (geschlossen am 24. Dezember). Eintritt € 5,– , ermäßigt € 3,–, montags Einheitspreis € 2,50; Gruppen € 3,– p. P.; Kinder unter 18 Jahren und Mitglieder des Bucerius Kunst Clubs: Eintritt frei. |
|
|
| 25. Oktober 2008 |
Max Ernst in Hamburg |
|
|
|
Hamburger Kunsthalle
19.09. 2008 - 11.01. 2009 Max ErnstUne semaine de bonté Galerie der Gegenwart 1934 publizierte Max Ernst in Paris seinen berühmten Collageroman >Une semaine de bonté". Die Hefte gehören heute zu den faszinierendsten Dokumenten des Surrealismus. Inspiriert von den Holzstichen der populären Zeitschriften des späten 19. Jahrhunderts, aber auch von Künstlern wie Max Klinger oder Gustave Doré, schuf Max Ernst absurd phantastische Bildvisionen, die um Eifersucht, Mord und Tod kreisen. Die Ausstellung zeigt nun erstmals seit 1936 die 184 Originalcollagen von >Une semaine de bonté". Mit genialer Schnitt- und Klebetechnik kombiniert Max Ernst seine Motive zu anspielungsreichen und verführerischen Bildwelten. Dabei dreht er die ursprünglichen Darstellungen teils um neunzig Grad, versetzt sie in einen Schwebezustand oder lässt sie um ihre Achse kreisen. Durch diese Verfremdung schafft er provozierend rätselhafte Szenarien. Die einzigartige Präsentation entstand in Kooperation mit der Albertina in Wien und dem Max Ernst Museum Brühl.
|
|
|
| 25. Juni 2008 |
DADO |
|
|
|
DADO
Miodrag Djuric, Künstlername DADO, ist am 4.Oktober 1933 in Cetinje, Montenegro geboren..1951 besuchte er die Kunstakademie in Belgrad. 1956 geht er nach Paris, wo er in einem Atelier Lithografien druckt und dort Jean Dubuffet kennenlernt. Bald darauf wird er von namhaften Galerien wie James Speyer und Daniel Cordier ausgestellt. 1960 kauft er eine ehemalige Mühle in Herouval bei Gisors, ca. 100 km nördlich von Paris. 1962 besucht er New York, wo Dado seine Frau Hessie, eine Kubanerin und Tänzerin, kennenlernt. Hans Bellmer , Unica Zürn und Michel Leiris besuchen DADO in Herouval. 1991 entsteht in Montenegro ein Anti-Museum von DADO. Seine Bilder sind in der ständigen Sammlung des Centre Pompiduo in Paris zusehen und er wird zu den bedeutendsten Phantasten unserer Zeit gezählt, ein H. Bosch unseres Jahrhunderts. Bei Gisors wurde von ihm eine Kapelle ausgemalt.
Die Fahrt von der Bretagne zu DADO hatte länger gedauert, als wir dachten. Das hing u.a. damit zusammen, daß wir uns nach Herouval über Dörfer, Weiler und Gehöfte hintasten mussten, bis wir endlich nach einem Wäldchen und einem See seine Mühle gegen 18:30 Uhr erreichten. Als wir im Hof ausstiegen und auf das Haus zugingen, kamm uns DADO´s Frau entgegen und begrüßt uns. Sie führte uns links zu einem Anbau mit großen farbverspritzten Fenstern, in einem Raum, in dem bizarre Schrottmonster ein unbeschreibliches Chaos verursachten. Erst auf den zweiten Blick erkannten wir DADO, der wie ein Bauer mit brauner Jacke und Wollmütze Zeitung lesend dazwischen saß. Er begrüßte uns, wie entschuldigten uns, daß wir so unangemeldet und so spät noch bei ihm vorbei kamen, doch wären wir auf dem Rückweg nach Deutschland und ich hätte ihn gerne persönlich kennen gelernt, sowie seine neuesten Bilder gesehen. DADO verschwand in dem Monstergerümpel und zeigte uns an der Wand mehrere Hochformate die man aber erst aus dem Chaos heraussehen musste. DADO arbeitete an Dürer-Paraphrasen d.h. das Bildnis von Dürers Mutter wandelte er in ein hühnerfüßiges Monster um. Dado fragte mich was ich von dem Bild halte, was mich etwas in Verlegenheit brachte, denn ich hatte 600 km hinter mir und ein Qualitätsmaßstab bei DADO zu setzen ist in der Hinsicht schwierig, weil seine Bilder eine ganz eigene Qualität haben und oft kompositorisch überquellen. Ich sagte, daß ich das Bild recht interessant finde, doch DADO schüttelte den Kopf und knurrte ganz unglücklich, daß es „Merde!“ sei. Er zeigte mir daraufhin ein ganz zerfledertes Dürer-Buch, woraus er seine Inspiration nahm und was mich später veranlaßte ihm von zuhause ein neues Buch zu senden. Weitere Bilder standen herum, doch war alles so exstatisch mit Farbe verspritzt, daß man die Orientierung verlor und man gar nicht wusste wo man hinblicken sollte. In einem weiteren dunklen Raum waren Leinwände an die Wand getackert, die von einem Grafitti - Künstler bespreyt und von DADO dämonisch ausgemalt worden waren. Durch die Dunkelheit des Raumes wirkte das Chaos noch abstruser, zumal hier ausgestopfte Schwäne, eine alte Badewanne, eine von Vögeln vollgekackte Lithopresse, Sessel. Tische und weiterer bemalter Schrott herumstanden. DADO erzählte, daß er auch deutsche Schriftstellern wie Günter Grass und Dürrenmatt gelesen habe und zeigte uns seine neusten Collagen. DADO gab uns ein Zeichen ihm zu folgen und über eine Treppe und durch einen Flur kamen wir vor das Haus an den See auf dem einige Enten herum schwammen. Eine wundervolle idyllische Landschaft und man fragte sich, wie kommt ein Mensch dazu hier Bilder von pastellfarbener Dämonie zu malen? Der Regisseur Heinz Dieckmann, der einen Film über DADO drehte, erzählte mir, daß während der Filmaufnahmen plötzlich mehrere Schüsse fielen und einige Enten tot in den See stürzten. DADO ließ den Pinsel fallen, hob einen Prügel von der Erde und rannte hinaus. Am See stand ein Bauer von einem anderen Gehöft mit einem Gewehr und als er den rasenden DADO auf sich zu laufen sah, schob er schnell einige Patronen in den Lauf und wollte auf DADO anlegen. Doch DADO warf den Prügel dem Bauern so scharf am Kopf vorbei, daß dieser vor Schreck sein Gewehr fallen ließ. DADO hob es schnell auf und zerschmetterte es an einem Baum. Nachdem er die Reste in den See geworfen hatte, begann eine furchtbare Prügelei zwischen DADO und dem Bauern, die nur durch das aktive Eingreifen durch das Fernsehteam beendet wurde. DADO sagte später, daß der Friede der Landschaft nur Täuschung sei. In Wirklichkeit sei es hier sehr gefährlich! Der Kunsthistoriker Dr. Saure erzählte mir, daß er einmal DADO besuchte und dieser gerade eine wilde Schießerei im Fernsehen ansah und dabei immer wieder brüllte: „Ja,ja – so ist das wahre Leben!“ Auf der anderes Seite des Fachwerkhauses kamen wir an seinem verbeulten Auto vorbei zu einem zweiten Atelier, das aber eher wie ein Rohbau aussah, denn bei allen Fenstern fehlten die Glasscheiben. An der Wand lehnte ein riesiges längliches Bild mit einer Masse grauer Monster. Davor Tische voller Farben, Flaschen und Pinsel. Vor einigen Jahren war die ganze Mühle abgebrannt und war anscheinend noch immer nicht ganz renoviert. DADO zeigte uns wie er diese Bilder malt, wobei er einfach die Farbe aus der Tube auf einen Tisch schmierte, Terpentin in eine Büchse füllte und dann den Pinsel in das Terpentin tauchte und die Farbe damit verdünnt auf die Leinwand auftrug. Die Zeit vergeht, es wird dunkel und wir müssen noch ein Hotel suchen. Ich will nochmals wieder zu ihm kommen – es sind die Dinge die man sich vornimmt und die leider mit der Zeit zerrinnen!
Otfried H. Culmann |
|
|
| 09. Juni 2008 |
Zwischen Humanismus und subjektiver Idea-Kunst - Zum 100.Geburtstag von G.R.Hocke |
|
|
|
Zwischen Humanismus und subjektiver Idea-Kunst – zum 100. Geburtstag von Gustav René Hocke
Vortrag von Prof. Dr. Detlef Haberland, gehalten in Viersen anläßlich der Matinee zum 100. Geburtstag Gustav René Hockes am 2. März 2008 in der Albert-Vigoleis-Thelen-Stadtbibliothek in Viersen.*
http://www.heimatverein-viersen.de/aktuelles/aktuelles_2008/aktuelles_pdf/Hocke_2008_Vortrag_Haberland.pdf |
|
|
| 18. Mai 2008 |
Anmerkung zu den "PHANTASTEN" |
|
|
|
ANMERKUNGEN ZU DEN „PHANTASTEN"
(um 1985) mit freundlicher Genehmigung von Dr. Richard P. Hartmann Nationalsozialistischer Terror und Kriegswirren klingen noch nach, während überall mit dem Wiederaufbau begonnen wird. Dieses Seinsgefühl findet in einer phantastischen Kunst ihren Ausdruck, welche nun zum epochalen Stil nach 1945 wird. Fünf Hauptvertreter der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus" schließen sich unter diesem Namen zu einer Gruppe zusammen. Auch sie bedienen sich des triebhaft-animalischen Gestaltprinzips des Manierismus, doch ihre Bilder wirken im Vergleich zu denen der übrigen Weltproduktion wie selbstverständlich, natürlich, naturhaft und binden sich zugleich lückenlos, ohne Risse und Bruchstellen zur Tradition, in die österreichische k. u. k. Kunstgeschichte ein. Man möchte ganz lapidar sagen, sie entspringen dem österreichischen Empfinden und vermitteln den österreichischen Charakter. Voraussetzung für diese so selbstverständliche Handhabung der Thematik — ganz allgemein im Bewußtsein und speziell in der Bildsprache — ist die über Jahrhunderte vollzogene Integration individueller und gesellschaftlicher Verhallensweisen in den jeweiligen Lebensraum, wie ihn Welt und Umwelt vorgeben. So lag es nur nahe, daß die Österreicher diese ihre Kunst, welche ihre Probleme, Stimmungen und Wünsche adäquat vermittelte, als Sammler honorierten. Die bislang abschätzige Beurteilung des Manierismus gegenüber der Klassik in der europäischen Kunstgeschichte erfuhr nach dem Krieg durch Einbeziehung aktueller soziologischer und psychologischer Sichtweisen eine Neueinschätzung. Viel beachtet wurde Gustav R. Hockes Nachweis, daß „Manierismus in der Kunst" und Literatur immer in Krisenzeiten auftauchten.' Die langandauernden Wirren eines Dreißigjährigen Krieges z. B. ließen den „harmonisch schön" besetzten Leitbildcharakter einbrechen, der die abendländische Kunst in ihrem Selbstverständnis dominierte. Im Manierismus wird die spannungsreiche kämpferische Auseinandersetzung zum Mittel von Form und Inhalt, wobei allerdings der historische Manierismus, im Gegensatz zur modernen Kunst, nie den Diskurs mit dem klassischen Vorbild im Sinne des bis zur Vollendung Sublimierten abreißen ließ. Stets blieb der Manierismus zu diesem Hintergrund in dialektischer Syntax verbunden. Hocke wurde von der nachfolgenden Generation sodann quasi zum Ahnherrn einer modischen Kunstsoziologie erkoren, welche den Mythos der Kunst diffamierte, ihre mimetischen Kräfte verleugnete und so schließlich in einer kunstfeindlichen Ideologie erstarrte, die noch heule das Klima der Kunstgeschichte beeinträchtigt. In späteren Arbeiten verwischte Hocke leider die von ihm herausgeschliffenen Konturen der Manierismusdefinition, als er die Abgrenzung zum übrigen Spektrum der Moderne lockerte und sogar die gegenstandslose Kunst miteinbezog, wie z. B. einen Gerhard Hoehme. Inzwischen hat sich jedoch die Moderne mit allen Facetten der Avantgarde und ihren inzwischen schier endlosen Repliken ein weitaufgefächertes Arsenal des menschlichen Bildmaterials aus Inhalt und Form ausdifferenziert, über das der Zeitgenosse in diversen Medien weitgehend frei verfügt, und das in einem gigantischen Bildkonsum popularisiert und vermarktet wird. Das erinnert an das fernöstliche Kunstbewußtsein, welches seine extrem unterschiedlichen Stile und Schulen nicht in Epochen zeitigt, sondern nebeneinander und unabhängig voneinander ausbildet. In japanischen Klöstern etwa wurden jahrhundertelang Rollenbilder desselben Stils gemalt, die wir — wollten wir sie mit den uns vertrauten Stilbegriffen umschreiben — als gotisch, barock oder abstrakt bezeichnen möchten, wobei letztere uns z. B. an Motherwell, Matthieu oder Härtung erinnern könnten. Man sieht: es un- terscheidet sich generell die europäisch tradierte Bildkunst, Architektur und Stadtkonzeption, wo ein Stil wie Renaissance oder Barock das Welt- und Lebensgefühl einer Gesellschaft zu ihrer Zeit widerspiegelt, von anderen Sichtweisen innerhalb einer Kultur. Aufträge von Kirche und Staat, Bürgern und Stadt veranschaulichen, wie die magisch fundierende Kraft des Bildes bis in die Spätromantik hinein in den Dienst eines emotional-rational verbindlichen Kollektiverlebens gestellt wird und somit den Einzelnen integriert. Der sich ausbreitende Funktionalismus in der Moderne verzichtet auf die „magische Anverwandlung". Die Kunst wird zur Privatsache reduziert, dem Interesse von Psychologie und Psychopathologie freigegeben. Damit ist der Ansatz gegeben, die ästhetisch-geistes- wissenschaftliche Diskussion auf eine naturwissenschaftliche Ebene zu heben. Auf die „Patho-Logik" ist des öfteren angewiesen, wer Aussagen über natürliche Lebensprozesse machen möchte, da diese sich im Normalfall unbemerkt abspielen. Um die Stellung der psychischen Tiefenschichten zu erkennen und ihre Dynamik zu beobachten, gilt es, eine evozierte Ausnahmesituation zu erzeugen. Im folgenden sollen stichwortartig einige Ergebnisse angeführt werden, die aus umfangreichen Untersuchungen gewonnen wurden. II. Die Regression des bildnerischen Ausdrucks gibt einen Einblick in das integrative Zusammenwirken von Inhalt und Form der Wahrnehmungsgestaltung. Es begegnet uns dabei nicht nur das Triebhaft-Animalische, von dem ein kleiner Ausschnitt aus den psychoanalytisch untersuchten Trauminhalten bekannt ist, sondern wir stoßen auf das volle Spektrum zwischen Bewusstein und Unbewußtem, Schicht um Schicht, jede in ihrer eigenen Bildsprache: — Zunächst Tierwesen und Triebgestalten in aktiver Einstellung der Bewußtseinslage, oder Pflanzenwesen und florale Formen in passiver Einstellung (Fauna, Flora). — In einem tieferen Zustand sind rhythmisch-omamentale, oder geometrische Bilder als Ausdruck anorganischer Strukturierung einer fast autistischen Weltbegegnung anzutreffen (Ornament). — Das Endstadium dieses Kontinuums ist gekennzeichnet von einem Zusammenbruch der Gestaltbildung, was sich als mystische Erleuchtung in einfarbigen Lichträumen oder in ihrem Erlöschen bei extremer Bewußtseinsenge vermittelt (Licht, Dunkelheit). . Das stufenweise Abtragen der Bewußtseinsschichten vollzieht sich in der Halluzinose z. B. unter besonderen Psychopharmaka psychoautomatisch, so daß man sich den Wahrnehmungsveränderungen nicht widersetzen kann, sie drängen sich auf. Das regressive Kontinuum, das sich mit derselben umgekehrten Reihenfolge des evolutionären Prinzips in Anschauung bringt, vollzieht die moderne Kunst. Auch sie unternimmt eine Anverwandlung, die vom normativen, auf die Realität bezogenen Bewußtsein bis in das Unbewußte reicht. Der Unterschied zur Psychose liegt also nur in der Tatsache, daß sie ihren Weg mehr oder weniger freiwillig beschreitet, und nicht zur Regression gezwungen ist. Wie frei oder zwanghaft allerdings ein Mensch handelt, sollte nicht vorschnell entschieden werden. Fragen wir nach der Motivation und den seelischen Instanzen, die das Geschehen dynamisch gestalten, befinden wir uns auf tiefenpsychologischem Terrain: Ich, Es, Überich und Außenwelt werden in ihren Auseinandersetzungen beobachtet und ihre Aktivitäten in die Grenzgebiete hinein verfolgt. Die psychoanalytische Interpretation findet vor allem ihre Domäne im Realismus und im Manierismus. Ihre Aussagekraft versandet hingegen angesichts des derealen und autistischen Verhaltens in Zuständen des Ichabbaus, das gekennzeichnet ist von geometrischer und rhythmisch-ornamentaler Gestaltung, oder aber beim Zusammenbruch jeglicher stalt. Den verschiedenen Charakteren des Realismus, der Klassik, des Naturalismus und der Phantastik liegen unterschiedliche Artikulationen von Ich, Es, Überich sowie unterschiedliche Umweltaspekte zugrunde, die zu unterschiedlichen Erlebnisqualitäten führen. In der Klassik ist ein natürlich erlebendes, in die Welt integriertes Ich einem Ideal zugewandt, wobei in den Phänomenen von lebendiger organischer Natur eine transphänomenale metaphysische oder auch eine utopische Vision aufscheint. Eine Harmonie zwischen dem Natürlichen und dem Realen, zwischen dem Ich und dem Überich wird angestrebt. Rational wie emotional gilt es der Natur zu entsprechen, sie zu erkennen und in einer ideehaft positiven Richtung zu entwickeln und zu demonstrieren. Das Schöne, Gute, Wahre sind deren klassische Trias. Die Forderung, dieses Ideal zu leben, als dominierender Anspruch des Überich, die Ich und Es erfüllen sollen, erzeugen in der Praxis oft Druck und Zwänge. Freud bezeichnet sie einmal als „sadistisch". Die Akzentuierung des Rationalen im Neoklassizismus und des Emotionalen in der Spätromantik künden dementsprechend von einer Krise. Dem folgt das Erwachen eines neuen, „modernen" Lebensgefühls. Der Realismus verzichtet auf die Demonstration des Vorbildhaften. Das Allgemeine, das Grundsätzliche, das Überzeitliche treten zurück, die vitalen Belange des Menschen hervor. Das Aktuelle wird fokussiert, herauskristallisiert und isoliert, sei es als individuelles Problem oder als gesellschaftliches. Je nach Interessenslage, sei es „Libido zu", oder „Bedrohung von", werden mehr die Innenwelt oder aber die Außenwelt— in triebhaft-animalischer oder floraler Gestaltung — vermittelt. Die fehlende Bereitschaft, sich an die Natur rückzubinden, stellt sich dabei zuweilen als ein Verlust des transphänomenalen Hintergrundes, als Monismus, dar. Die Grenzsituationen zum Unbewußten werden durch den Manierismus beherrscht. Das manieristische Prinzip stellt darin die Unvereinbarkeit von Ich, Es und Überich in der Auseinandersetzung mit der Außenwelt vor. Die kämpferisch veranlagten Dimensionen des Ich (Selbstbild und Ichstärke) werden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Die Schichten des Triebhaft-Animalischen treten demzufolge offen zutage. Konflikte lassen sich nicht verbergen; Inhalt und Gestalt des Seelischen werden von den Ereignissen gezeichnet. Mag sich auch, etwa in einem höheren Sinnzusammenhang, aus der Krankheit ein Gewinn für das Individuum ziehen, z. B. als Lebenserfahrung, Kulturfähigkeit, Sublimation, so leidet der Einzelne dennoch in der Praxis an der Welt und sie an ihm. So wie es sich bei körperlicher Krankheit um eine Auseinandersetzung zwischen dem Krankheitsfaktor, der die organischen Funktionen behindert, und den auf Wiederherstellung bedachten Abwehrkräften handelt, so ist das manieristische Erleben und Handeln geprägt von einem die Realität einengenden Prozeß und zugleich von einem Heilungsversuch, der kompensatorisch den intrapersonalen und innerweltlichen Funktionskreis durch Kommunikation aufrecht hält und damit eine Restitution einzuleiten vermag. Eine Antwort darauf zu finden, wohin sich allgemein der Manierismus entwickelt, ob zur Integration in die Wirklichkeit oder zum Vordringen ins unbewußt Archaische, dabei dem Anorganischen sich zuwendend, kann nicht allein aus der Symptomatik herausgelesen werden. Den Verlauf gilt es vielmehr zu beobachten. Ist der Manierist gar der Outcast, der leidend erfährt, ausgestoßen zu sein, oder der mitleidend ausbricht? Ist er das Individuum, das aufschreit gegen die Entfremdung einer Gemeinschaft? Handelt es sich bei seiner Kunst um die Qual des Erkennens oder die Freude an der Zerstörung, am Zerstückeln, Torsi und Phantome zu erzeugen? Ist es bei ihm die Lust an der Provokation, an Chaos und Anarchie, die besticht? III. Manierismus gleicht dem Fieber, er ist ein Symptom des Übergangs. Er gleitet vom Leben hinüber in die Tiefen des Archaischen, des Nichtseins und schließlich des Todes. Doch gilt es seine Unterschiede, wie etwa des Phantastischen, zu beachten: die des Phantastischen Realismus auf der einen, des Surrealismus und des Psychischen Automatismus auf der anderen Seite. Wie z. B. der Galgenhumor des beispielhaft jüdischen Witzes die Absurdität einer unerträglich gewordenen Gegenwart bloßstellt, so unternimmt das Phantastische einen Restitutionsversuch einer bildsprachlichen Auseinandersetzung mit der Realität. Die rationale und emotionale Energie sind dann mobilisiert, eine Aktionsbasis aufrechtzuhalten. Es ist wie eine letztmögliche Artikulationsform vor dem Aufschrei. Aus der Unmittelbarkeit von Schmerz und Leid löst sich der Schrei aus der Tiefe des Selbst und wird zum ursprünglichen Ausdruck des Expressionismus. Hingegen verspottet der Zynismus noch zusätzlich den Geschädigten ob seines Mißgeschicks. Der Surrealismus dagegen mobilisiert die seelischen Kräfte gegen die Natur und gegen die Kultur.4 „Der Marquis de Sade, im neunzehnten Jahrhundert wenig bekannt und mißverstanden, wird das zwanzigste Jahrhundert beherrschen", eine Erkenntnis Freuds, die weniger der Prophetie denn der Beobachtung entspringt. Ein zwar vorhandener, aber bis dahin nie hervorgekehrter „sadistischer" Haß gegen alles, was bis zu diesem Zeitpunkt eine humane Ordnung auszeichnete, wird zum Dogma erhoben. „Der Marquis de Sade ist die Hauptfigur des Surrealistischen Pantheons", darf Nadeau verkünden. Die Manifeste der Surrealisten strotzen von Belegen derartiger Aussagen. IV. Krass unterscheidet sich die Wiener Schule von dem französischen Surrealismus Breton'scher Prägung: Letzterer manifestierte 1929: „Der wahre surrealistische Akt besteht darin, mit dem Revolver in der Hand auf die Straße zu gehen und blindlings drauflos in die Menge zu schießen". Wird hier elementarer und spontaner Destruktionswillen verherrlicht, so stellten die Österreicher ihr beachtliches Geschichtsbewußtsein dagegen, ihre in Jahrhunderten gewachsene Fähigkeit des Überlebenswillens in Anpassung und Durchsetzung. Trotz ethnischen, nationalen, kulturellen und religiösen Völkergemischs mit all den sozialen Spannungen in einer Stadt wie Wien (mit 80 % Nichtösterreichern) konnte von hier aus eines der größten Weltreiche lange gesteuert werden, gemäß der Devise: Um ein Kaiserreich zu führen und zu verspielen, braucht man weder eine politische Ideologie noch eine Armee wie z. B. die Preußen, weder Revolution, wie z. B. die Franzosen, noch Bürgerkriege wie z. B. heute im Libanon; denn wer es gelernt hat, sich auf ein stimmiges manieristisches Weltbild einzustellen, lebt auf die Dauer gar nicht schlecht damit. Je größer dabei das Engagement, desto größer der kreative Output. Nun könnte man daraus schließen, daß es genüge, sich derartige Ideen auszudenken, sie sich vorzustellen, zu phantasieren, zu träumen: Von Probehandlungen hat Freud in diesem Zusammenhang gesprochen. Auch wenn Träume mit ihrem subjektiv empfundenen Wahrhaftigkeitscharakter den Zweck des manieristischen Gestaltprinzips verfolgen, besitzen sie dennoch nicht dieselbe Erlebensqualität wie die real ablaufende Spielhandlung in Theater, Film und Bild. Zwar haben alle „Bilder", sobald sie in uns hochsteigen, Erlebniswert. Aber infolge ihrer symbolischen Existenz — halb Natur, halb Kultur—macht es die entscheidende Qualität, wie leibhaftig sie dahingestellt werden, so daß sie uns vital gegenübertreten, und wir ihre motorische Wirkwelt mitverfolgen und nachvollziehen können. Gemäß der komplementären Bezogenheit von Merk- und Wirkwelt muß der optische „Fernsinn" durch den „motorischen" Umgang mit den Dingen erst einmal codiert und dann permanent in lebendigem Funktionsaustausch trainiert werden. Kein anderes Volk hat aus dem manieristischen Prinzip, aus der Fähigkeit, die Unvereinbarkeit auszuleben, soviel geistiges und künstlerisches Kapital geschlagen, mit derart konsequent praktizierter irrationaler Logik soviel Kulturleistung erbracht, wie Österreich. Bezeichnen wir allgemein die Kunst der Wiener Schule als „Forum der einwärtsgewendeten Optik" (so der Titel eines R. Hausner-Bildes von 1948), dann befreit R. Hausner die triebhaft-animalischen „unbewußten" Inhalte durch „psychoanalysierende" Bewußtwerdung, E. Fuchs durch das Religiös-Mystische, und A. Lehmden bindet das Phantastische in den Naturmythos der Donauschule ein. Der lyrische Stil Brauers, stark vom Chassidischen beeinflußt, hat dabei von Anfang an das Trieb-Dynamische durch eine florale Form auszugleichen versucht. In ähnlicher Weise hat das neunzehnte Jahrhundert die archaischen Märcheninhalte behandelt, indem es die naturhafte Wahrheit in ein florales Gewand gekleidet und damit emotional ausgeglichen hat, gemäß der aktuellen differenzierteren Bewußtseinslage. Natürlich ist damit nicht die tierisch-menschliche Basismotivation der existentiellen Funktionskreise außer Kraft gesetzt: Sei es der Nahrungskreis, die Abhängigkeit, sich von Lebendigem ernähren zu müssen (das Leben auf Kosten anderen Lebens zu steigern, wie H. Plessner dies artikuliert), sei es der Geschlechtskreis, aus dem wir ebenfalls nicht entlassen sind; Eros und Thanatos, die Verwaltung von Leben und Tod müssen seinsaktiv gestaltet werden. Wer aber in W. Hutters „Künstlichem Paradiesgarten" verzaubert wird, wird sich nur ungern am rationalen Ariadnefaden aus diesem Traum-Labyrinth erretten lassen. Wem es gelingt, der mag die Vision vom „Abstrakt-Geistigen in der Kunst" in der strengen Färb- und Formkontrapunktik genießen. Die Hutterschen Farb-Täfeln sind in derart subtiler Klangphantasie komponiert, von der Vater Kandinsky nur träumen konnte. V. Das aber ist das Eigentliche an der Kunst der „Wiener Schule"; es ist derart augenfällig, daß das darüber Sprechen schon als Pleonasmus erscheint: Die vollendete Meisterschaft des Handwerklichen radikal und ausschließlich im Dienste der Bildsprache einzusetzen.So könnte man denn anstatt vom „Inhalt" der Bilder und ihrem psychosozialen Hintergrund auch und nur von „Kunst als Kunst" sprechen, diese vollendete l'art pour l'art bewundern. Derartig intensive Kunstpower, zum Leitbildcharakter sublimiert, gar als Schule konzentriert und über 45 Jahre praktiziert, ist einmalig und vorbildhaft in dieser sonst oft kunstfeindlichen und von trostlosen Unkunstprodukten übersäten Welt.
|
|
|
| 29. April 2008 |
LABYRINTHE - Info - April 2008 |
|
|
|
LABYRINTHE- Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste e.V. informiert:
Das Guggenheim-Museum im nordspanischen Bilbao präsentiert in einer einzigartigen Ausstellung die Einflüsse des Surrealismus auf verschiedene Designbereiche. Erstmals widmet sich eine Schau der modernen Kunstform und ihren Reflexionen im Design. So liefern etwa Textilien, Möbel, Filme und Fotografien handfeste Beispiele für unsere veränderte visuelle Ästhetik als Folge einer weiten Vermarktung surrealistischer Kunst. Das Museum in der baskischen Industriemetropole zeigt mit "Surrealistische Dinge" noch bis zum 7. September insgesamt 250 Exponate, aus privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter Werke von Salvador Dalí und Max Ernst.
Basel - Kunstmuseum, Kupferstichkabinett und Bibliothek Zeichnungen und Druckgrafik des Surrealismus 2008- ... Les yeux enchantés Zeichnungen und Druckgrafik des Surrealismus 2008-09-27 - 2009-01-11 Der Surrealismus war ursprünglich eine literarische Bewegung, was Max Morise veranlasste, in der ersten Nummer der Zeitschrift La Révolution Surréaliste vom 1. Dezember 1924 unter dem Titel «Les yeux enchantés» gegen die surrealistische Bildkunst zu polemisieren. Doch nur ein Jahr später setzte sich André Bretons Auffassung durch, wonach Malerei und Zeichnung eine wichtige Rolle im Surrealismus zukomme. Anhand einer illustren Künstlerschar wird in dieser Ausstellung untersucht, welche graphischen Techniken und künstlerischen Strategien die Surrealisten entwickelten, um der Traumwelt und dem Unbewussten eine visuelle Ausdrucksform zu geben. Erstmals werden im Rahmen dieses Projektes Bestände des Kupferstichkabinetts unter dem Gesichtspunkt des Surrealismus befragt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Vertreten sind unter anderen: Otto Abt, Hans Arp, Serge Brignoni, Max Ernst, Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Joan Miró, Francis Picabia, Man Ray und Walter Kurt Wiemken. Surrealismus in der Deutschen LiteraturDeutsches Literaturarchiv Marbach, 4. bis 5. Juli 2008, 9 bis 16 Uhr Surrealismus in der Deutschen LiteraturDeutsches Literaturarchiv Marbach, 4. bis 5. Juli 2008, 9 bis 16 Uhr Einladung zur Eröffnung der Ausstellung PETER PROKSCH MALEREI GRAFIK TAPISSERIE am Freitag, 16. Mai 2008 19.30 Uhr GALERIE ZUM ALTEN RATHAUS 2000 Stockerau, Hauptstraße 27 Einleitende Worte spricht Öffnungszeiten: |
|
|
| 05. März 2008 |
Labyrinthe - Info - März 2008 |
|
|
|
Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius von Hieronymus Bosch bis Max Ernst 09.02. - 18.05.2008 Hamburg Bucerius Kunst Forum Die Legende vom verführten, bedrängten und gequälten Eremiten Antonius bot Künstlern seit dem späten Mittelalter reichen Stoff für phantastische Bildwelten: Hässliche Dämonen treffen auf laszive Schönheiten, kuriose Mischwesen bevölkern bizarre Landschaften, die Grenzen zwischen Schein und Sein, Wunsch- und Alptraum verschwimmen. Die von Athanasius überlieferte Legende des von Reichtum und Schönheit versuchten, von Dämonen verfolgten heiligen Antonius ist von Lucas Cranach bis zu Henri Fantin-Latour, von Hieronymus Bosch bis zu Max Ernst in einer Weise aktuell geblieben, die überrascht. Die Ängste des Antonius beschäftigen uns heute ebenso, wie sie namhafte Künstler der letzten 500 Jahre zu einem Surrealismus vor der Zeit stimulierten. Die Ausstellung bietet den ersten repräsentativen Überblick über die Geschichte der Identifikation der Künstler mit diesem Thema. Sie versammelt 70 Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und illustrierte Bücher vom Beginn des 14. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, von den frühen Kodices über die Bildwelten des Hieronymus Bosch bis zu ihrer Persiflage bei David Teniers und Felicien Rops, darunter Werke von Paolo Veronese, Jan Bruegel d.J., Salvator Rosa, Lovis Corinth und James Ensor. http://www.buceriuskunstforum.de/h/ausstellungen_3_de.php Mit Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius eröffnet das Bucerius Kunst Forum eine neue Ausstellungsreihe. Eine lose Folge von Themenausstellungen wird in den kommenden Jahren die Bildgewalt der alten Meister auf den Prüfstand stellen. Augsburger Maler Wolfgang Lettl gestorben Der Augsburger Maler Wolfgang Lettl ist am Sonntag, 10. Februar im Alter von 89 Jahren verstorben. „Wolfgang Lettl war einer der profiliertesten Vertreter der surrealistischen Malerei mit internationalem Renomee“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert. Lettl habe mit seinem umfangreichen Werk mit zum guten Ruf Augsburgs als Kunststadt beigetragen. „Er ist der Beweis dafür, dass Augsburg nicht nur eine Stadt mit großer künstlerischer Vergangenheit ist, sondern auch in der Gegenwart Hort bedeutenden Kunstschaffens ist“, so OB Wengert. Kulturbürgermeisterin Eva Leipprand würdigt Lettl als „Maler, der den deutschen Surrealismus entscheidend mitgeprägt hat und Zeit seines Lebens seinem Stil treu geblieben ist“. 1994 wurde Wolfgang Lettl von der Stadt Augsburg mit der Verdienstmedaille „Für Augsburg“ geehrt.
Victor Hugo Visionäre Zeichnungen Lausanne 1. Februar bis 18. Mai 2008
Mit einem aussergewöhnlichen Ensemble von rund 90 Zeichnungen verdeutlicht die Ausstellung der Fondation de l’Hermitage die erstaunliche Modernität der grafischen Kunst von Victor Hugo (1802-1885), der sich als Genie der Romantik nicht damit begnügte, eines der vielfältigsten literarischen Werke des 19. Jahrhunderts zu schreiben, sondern sein Leben lang auch sehr viel zeichnete. Diese Schau zeigt sämtliche Facetten des Zeichners auf, von den Karikaturen, die er anfänglich auf der Schulbank und später in der Nationalversammlung anfertigt, von Notizen in Reisetagebüchern bis zu Architekturskizzen, mit einem besonderen Augenmerk auf den vollkommeneren, rätselhaften und wilden Zeichnungen, in denen sich sein visionäres Genie offenbart. In den Jahren 1852 bis 1870, die der Dichter notgedrungen auf den englisch-normannischen Inseln Jersey und Guernsey im Exil verbringt, findet er angesichts des Spektakels des Ozeans und seiner ständigen Metamorphosen die grösste Inspiration für diese Tätigkeit. Hugo verwendet hauptsächlich Zeichentusche, die er auf das Papier fliessen lässt, und nutzt jeden Zufall, der sich beim Zeichnen ergibt: Flecken, Falten, Tropfen, Abdrücke und Collagen. Die Ausstellung zeigt, wie sehr Hugo aufgrund seiner experimentellen Betrachtungsweise des Zeichenblattes als ein Vorläufer gelten kann. Die einfallsreiche Verwendung von unterschiedlichsten Techniken und Materialien und die Freiheit im Umgang mit seiner Kunst brachten ihm die Bewunderung der innovativsten Künstler des 20. Jahrhunderts vom Kubismus bis zum Surrealismus ein. Die in der Fondation de l’Hermitage gezeigten Werke stammen zum Grossteil aus der Maison de Victor Hugo in Paris, deren Sammlungen in den Gemächern, die der Schriftsteller an der Place des Vosges vor seiner Zeit im Exil bewohnte, verwahrt und ausgestellt werden. Auch mehrere Museen und Privatsammler haben zur Bereicherung dieser Auswahl beigetragen, die sämtliche Epochen des grafischen Schaffens des Dichters abdeckt. Ausserdem werden Porträts des Künstlers und seiner Familie ausgestellt sowie Fotografien, die Victor Hugo mit seinen Söhnen im Exil auf Jersey gemacht hatte, aber auch die Karikaturen, die den Ruhm des Schriftstellers begründeten und den Publikumserfolg seines Werks in Frankreich widerspiegeln. Ein dokumentarischer Teil ist den Verbindungen gewidmet, die zwischen Victor Hugo und Lausanne bestehen, einer Stadt, die er viermal besuchte. So auch im September 1869, als er als Ehrenpräsident am Congrès de la Paix et de la Liberté teilnahm. Ausserdem zu sehen sind Ankündigungsplakate seiner Veröffentlichungen, Originalausgaben seiner wichtigsten Werke, verschiedene Manuskripte und Briefe, in denen dieser erste Kultur- und Medienstars als Persönlichkeit zur Sprache kommt, die mit ihrem immensen moralischen und literarischen Format die gesamte französische Szene des 19. Jahrhunderts beherrscht hatte. Kuratorium: Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Maison de Victor Hugo in Paris realisiert. Kuratiert wird sie vom Schriftsteller und Kunstkritiker Florian Rodari, dem Organisator einer ersten Ausstellung zu Zeichnungen von Victor Hugo 1998 in New York und Kurator einer Veranstaltung im Herbst 2007 in Paris unter dem Titel L’Esprit de la lettre. Sie will unter anderem die Geistesverwandtschaft der Avantgarden mit dem Wagemut des Autors der Travailleurs de la mer aufzeigen. Katalog: Der als Koedition mit Editions 5 Continents in Mailand herausgegebene Katalog enthält Beiträge von Françoise Heilbrun, Chefkonservatorin im Musée d’Orsay in Paris, Jean-Marc Hovasse, Dr. Phil., Forschungsbeauftragter im CNRS, Danielle Molinari, allgemeine Konservatorin in der Maison de Victor Hugo in Paris und im Hauteville House von Guernsey, sowie Florian Rodari, Kurator der Ausstellung. Er umfasst 136 Seiten mit Farbabbildungen der meisten ausgestellten Werke, insgesamt 95 Illustrationen, darunter 70 ganzseitige. Im Kino: Parallel zur Ausstellung zeigt die Cinémathèque suisse einen Filmzyklus rund um das Werk von Victor Hugo (27.01–29.02.2008). Programm und Informationen auf www.cinematheque.ch Öffnungszeiten: Ausstellung und Katalog werden grosszügig unterstützt von: Dear friends,
Lukas KANDL
serait heureux de vous rencontrer le
dimanche 24 février 2008 à partir de 15h
à l’occasion du vernissage de son exposition personnelle
Galerie UTRECHT Oudegracht 340 – 3511PM Utrecht – Pays Bas
Exposition du 24 février au 30 mars 2008
|
|
|
| 03. März 2008 |
Culmann-Ausstellung in Worpswede und Kaiserslautern |
|
|
|
Erste große Werkschau von
Otfried H. Culmann
in Norddeutschland im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen
Das
KUNSTCENTRUM Worpswede
Alte Molkerei - Galerie Bernack
zeigt in der Zeit vom
2. März bis 9. April 2008
85 Ölbilder und 45 Grafiken
von dem in der Südpfalz bei Landau lebenden Künstler.
Die im KUNSTCENTRUM Worpswede gezeigte Ausstellung gibt einen Einblick in das breitgefächerte Spektrum seiner Bilderwelt von 1982 bis 2008. Der Künstler der zu den bedeutendsten Vertreter der europäischen Phantastischen Kunst der Gegenwart gezählt wird betont, daß die Phantastische Kunst keine periodische Kunstrichtung darstellt, sondern eine Konstante in der Kunstgeschichte ist, die durch bestimmte zeitliche Konstellationen und Gruppierungen immer wieder ins Blickfeld eines größeren Publikumsinteresses gerät.
Culmanns Visionen von bizarren Palästen, Parklabyrinthen und imaginären Dschungelstädten kann man auch als Ausdruck einer postmodernen Klassik bezeichnen. Seine Studienreisen und Stipendien, die ihn seit drei Jahrzehnten immer wieder nach Italien führen, haben einen wesentlichen Teil seines Werkes geprägt. Etruskische und römische Geheimkulte, rätselhafte Mythen und Ruinenfelder um Rom, klassizistische Villen und manieristische Parkanlagen, haben ihn zu eigenen gemalten Visionen inspiriert, die Geschichten erzählen, welche der Betrachter in seiner Phantasie weitererzählen kann. In letzter Zeit dienen ihm aber auch die Rückseite von Schuppen und Scheunen in der Südpfalz als Szenerie seiner Tagträume, vor denen bizarre Gestalten rätselhafte Geschichten erzählen.
Di-So 11-18 Uhr montags geschlossen 27726 Worpswede Osterwederstr. 21 Tel: 04792-3636
Otfried H. Culmann "Bilder von phantastischen Erscheinungen bei alten Scheunen und Palästen" Ausstellung in der Galerie am Rotbrunnen ab 9.März 2008 67707 Schopp - Kaiserslautern Zum Rotbrunnen 15, Tel.: 0170 - 5765175
|
|
|
| 21. Februar 2008 |
LABYRINTHE - verzichtet auf Dalis Erbe ! |
|
|
SITUATIONSBERICHT ZUR PHANTASTISCHEN KUNST„...wohin fährt der Zug?“ oder „LABYRINTHE verzichtet auf Dalis Erbe!“Nachdem sich LABYRINTHE bisher mit Kommentaren zu den Aktivitäten von „Dalis Eben“ zurückgehalten hat, erscheint es an der Zeit hierzu Stellung zu beziehen, deren Ursache einerseits bestimmte Vorgänge sind, andererseits uns auch immer wieder Anfragen von Phantasten erreichen, warum LABYRINTHE und „Dalis Erben“ nicht zusammenarbeiten, bez. verschiedene Wege gehen: Es muß immer wieder daran erinnert werden, daß wir ab 1994 in Rolandseck im Verbund von über 50 Teilnehmern aus allen Sparten der Kunst, Literatur bis hin zur Politik, mit den namhaftesten Phantasten aus verschiedenen Ländern, eine Sache für die Phantastische Kunst angeschoben und ein Netzwerk errichtet haben, wie es dies bisher in Deutschland noch nicht gegeben hat.! (Detailliert nachzulesen in www.labyrinthe.com -Journal. ) Man kann sagen, daß das Buch „Neo-Manierismus“ (und der nicht veröffentlichte 2. Teil) von Gustav René Hocke schon ein literarischer Zusammenschluss Phantastischer Künstler bedeutete. Ein Interesse an einer Vereinigung der Phantasten hatte auch der Schriftsteller Michael Ende und Volker Kinius (Michael und Edgar Ende - Institut), die leider viel zu früh verstarben um selbst aktiv werden zu können. „Michael Ende sah die Phantasie bedroht durch Kräfte der Entzauberung – Kräfte der funktionalen Weltsicht, welche Phantasie töten und Reisen nach Phantásien zu verhindern suchen“ (Roman Hocke) Wir verstanden das auch als eine Verpflichtung gegenüber älteren oder verstorbenen Phantasten, den Klassikern, die Fackel der Phantasie weiter zu tragen und ihr Werk in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, zumal es bisher kein Museum gibt, das sich ausschließlich mit der Aufarbeitung und Präsentation der Phantastischen Kunst befasst. Wegen persönlichen Gründen konnte die Vorsitzende Rosemarie Bassi, die entscheidend zum Erfolg dieser Bewegung beitrug und wichtige Ausstellungen und Veranstaltungen in ihrer „Galerie Villa Rolandseck“ im „Zentrum der Phantastischen Künste“ ausrichtete, diese Aktivitäten nicht mehr weiter organisieren, weshalb Roman Hocke, Heike Jahnz und ich unter dem Namen „LABYRINTHE – Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste e.V.“ München – Rom, die Leitung dieser Vereinigung übernahmen. Während von mir 1998 die internationale Ausstellung „Der Faden der Ariadne – phantastische und visionäre Kunst“ im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt mit der Unterstützung des SWF, Ev. Akademie und der Kulturstiftung von Rheinland-Pfalz organisiert wurde, wurden die weiteren LABYRINTHE - Ausstellungen in hervorragender Weise von Heike Jahnz und Michael Maschka im Schloß Honhardt und in Berlin bei „Fantastische Welten“ 2005 in der Zitadelle-Spandau weiter geführt. Hierzu muß immer wieder gesagt werden, daß wir keine eigenen Ausstellungsräume haben und die Mitglieder des Vorstands von LABYRINTHE nur Ausstellungen organisieren können, wenn diese im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten liegen, da diese selbst mit dem Beruf, eigenen Ausstellungen, Familie usw. beschäftigt sind. Deshalb war und ist auch jeder Phantast der mit uns verbunden ist aufgerufen, die Ausstellungen von LABYRINTHE weiter zu organisieren. Erfreulicherweise hatten in dieser Hinsicht auch Margit und Ludwig Angerer eine Phantastenausstellung in Bayern in Aussicht gestellt, sodaß wir davon ausgingen, daß diese großartige Idee der Solarität der Phantasten im Verbund von LABYRINTHE eine positive Weiterführung erfährt. Ludwig Angerer war bei wichtigen Tagungen der Phantasten in Rolandseck, bei der Gründung von LABYRINTHE auf Schloß Honhardt, bei der internationalen Ausstellung „Der Faden der Ariadne“ vertreten und wir fühlten uns mit ihm als Phantast solidarisch, er erhielt alle uns zur Verfügung stehenden Informationen aus dem Bereich der Phant. Kunst und wurde immer zu unseren Aktivitäten miteinbezogen. Ausstellung „Dalis Erben“2002 wurde von uns der in Südfrankreich lebende Dali-Interpret Roger Erasmy nach Paris zur internationalen Phantastenausstellung „Parfums de femmes“ und zum Phantastentreffen eingeladen, worüber wir auch Ludwig Angerer informierten, der sich daran beteiligte. Dies beflügelte Roger Erasmy dazu 2004 in Lyon eine Phantastenausstellung unter dem Titel „Dalis Erben“ zum 100. Geburtstag von Dali zu organisieren, was Ludwig Angerer dazu inspirierte, die Dali-Mythologie von Roger Erasmy mit Dali-Waggon als Dali-Erbe zu übernehmen und diese im Hopfenmuseum in Wolnzach in Bayern auffahren zu lassen. Hierzu rief Erasmy „eine Schlacht gegen die ganze Moderne Kunst“ in Wolnzach aus. Es wäre für LABYRINTHE und die Phantastische Kunst weit wichtiger gewesen, wenn Ludwig Angerer den von uns erarbeiteten Weg der Ausstellungen unter der Konzeption wie: „Phantastische Kunst und die Mythologie des Salvador Dali“ oder neutralerem Titel, weiter geführt und er hierbei von uns jegliche Unterstützung bekommen hätte. Aus Solidarität zu ihm und zu den Phantasten hatten wir unsere Teilnahme trotzdem zugesagt, als einmalige Geste der Verehrung von Dali, einem grandiosen Phantasten zum 100. Geburtstag, bei dem ich 1969 und 1970 mehrfach in Cadaques gewesen bin. Dalis künstlerische und menschliche Seite sind zwei vollkommen verschiedene Sachverhalte! Nur, als man nach unserer Zusage den von Erasmy verfassten „Appell von Lyon“ nachschob, den wir unbedingt unterschreiben bez. dem zustimmen sollten, ging es plötzlich nicht mehr um Solidarität und Inhalte, sondern das Stück Papier wurde gar zum „DOGMA“ von „Dalis Erben“ erhoben! Nachdem sich verschiedene Phantasten äußerst kritisch gegenüber dem Appell geäußert hatten, rief LABYRIN-THE per Internet den Diskussionskreis „Philosophie“ ein, der schon bei der Tagung der Phantasten in Rolandeck, als Aktionspunkt aufgezeichnet war, ( an der sich auch Ludwig Angerer beteiligte). Dieser nahm sich der kritischen Analyse des Textes an, mit dem Ergebnis, daß in dem dilettantisch verfassten Text nicht nur die Begriffe und Formulierungen nicht stimmten, sondern, daß der Zyniker, skrupellose Opportunist, Franco-Freund und Extremegozentriker Dali dann auch die Galionsfigur eines „neuen Humanismus“, sein sollte! Eine eklatante Geschichts- und Faktenfälschung! Da LABYRINTHE schon lange ein von Roman Hocke und mir verfasstes ausführliches und hervorragendes Manifest hat, welches alle Phantasten einschloß (siehe www.labyrinthe.com -journal) und nicht durch Dali-Erbschaften und Dali- Personenkult ausschloß, machten wir den diplomatischen Vorschlag das Manifest von LABYRINTHE für diese Ausstellung zu übernehmen, worauf von „Dalis Erben“ überhaupt keine Reaktion erfolgte! Inzwischen erreichten uns wütende Nachrichten aus Frankreich, wo Phantasten ihre Unterschrift unter dem „Appell von Lyon“ zurückzogen, nachdem sie den Unsinn in dem Traktat erkannt hatten. Außerdem hatte Roger Erasmy die mit ihm verabredete Phantastenausstellung im Rathaus von Paris mit der Ankündigung gesprengte, daß er (trotz des Protestes der Künstler) mit der in Frankreich berühmten Sexbombe Marlene Morreau zur Vernissage erscheinen werde, welche die dalinischen, körperlichen Idealmaße besitzen würde. Die Empörung der französischen Phantasten, über diesen albernen Werbegag, war so groß, daß diese ihre Bilder zurückzogen und die Ausstellung umgehend abgesagt wurde. Der Schaden für die Phantastische Kunst war dort gravierend! Erasmy beklagte sich dann über die „fehlende Solidarität“, was doch damit zusammen hing, daß er sowohl in Paris wie in Wolnzach die Künstler mit seinen eigenmächtig vorgenommenen, „kuriosen“ Aktivitäten konfrontierte, bez. zu überrollen versuchte und wobei pene-tranterweise Dali, immer wieder Dali, im Mittelpunkt stehen muß. Anstatt einer Diskussion über den „Appells von Lyon“ erhielten wir von Erasmy nur ein Pamphlet mit Beschimpfungen. Man hätte davon ausgehen können, daß zumindest Ludwig Angerer, mit dem wir jahrelang zusammenarbeiteten, unsere Bedenken ernst und den Versuch unternimmt, einen Ausgleich bez. eine Lösung zu finden, zumal er von uns eingehend beschworen wurde, den Appell entweder zu ändern, oder besser ganz weg zu lassen. Man hatte eher den Eindruck, als ginge es hier nicht um die Phantastische Kunst, sondern um einen Kampfsturmtrupp gegen die ganze Moderne Kunst, mit Dali als Rammbock. Was uns ziemlich betroffen machte war, daß er uns nicht einen Millimeter entgegen kam, bez. nicht einmal zu diskutieren versuchte und sein einziger Kommentar in einigen emotionalen Sätzen bestand, die alles andere als zu einem besseren Verständnis beitrugen. Schwer vergessen kann man bei diesem Vorgang auch, daß die Organisatoren damals so machten, als wäre der „Appell von Lyon“ der unausweichliche solidarische Schwur der dalinischen – phantastischen Tafelrunde über den ein Phantast nur durch den Dali-Waggon in die Ausstellung kommt. Inzwischen scheint Ludwig Angerer unsere berechtigte Kritik an dem Appell eingesehen zu haben, oder man will nicht noch weitere Phantasten verprellen, denn wie man uns berichtet hat, ist nun kein „Rütli-Schwur“ bei der Teilnahme bei „Dalis Erben“ nötig. Fakt ist, daß wir von diesem Zeitpunkt keine Informationen von Ludwig Angerer und Erasmy erhalten hatten. Als ich bei Phantasten von „Dalis Erben“ nach Informationen für LABYRINTHE – Info anfragte, bekam ich die Antwort, daß ich „das nur als Munition gegen >Dalis Erben< verwenden würde“, so als hätte ich sonst nichts anderes zu tun, als einer verlorenen, sagenhaften Erbschaft nachzuweinen. Die Situation wurde noch absurder, als ich im Oktober 2006 ein empörtes Protestschreiben von Roger Erasmy erhielt, indem er mich beschuldigte ganz bewusst und böswillig Informationen von „Dalis Erben“ zu unterschlagen, die ich eigentlich von Ludwig Angerer erhalten haben müsste. Um es nochmals deutlich zu machen: die einen gaben LABYRINTHE keine Informationen, von den anderen kamen keine Informationen und der Dritte beklagte sich, weil LABYRINTHE die nicht erhaltenen Informationen nicht versendet hatte. Verstanden? Nachdem ich Ludwig Angerer wegen der Klage von Erasmy wegen der nicht erhaltenen Infos angeschrieben hatte, kamen immerhin einige versöhnliche Zeilen, daß er sich immer noch „mit LABYRINTHE sehr verbunden fühle“, und wir „die gleichen Ziele hätten“. Einmal davon abgesehen, daß er weiter von uns Infos erhielt, aber wir auch weiterhin von ihm keine Informationen bekamen und wir auf Verbundenheitsgefühle (die kein aktives Engagement bei LABYRINTHE bedeuten) leicht verzichten können, setzt LABYRINTHE ganz andere Schwerpunkte und hat ein ganz anderes Ziel! Die Problematik besteht darin, daß hier zwei vollkommen konträre Wege beschritten werden: Konzeption von „Dalis Erben“ „Dalis Erben“ sind schon durch den Namen „Dali“, als ideologischer Erblasser und Ausstellungs- Werbe - Lokomotive festgelegt, der vom Glanz seines Ruhmes den ausstellenden Künstlern einen Strahl abgeben soll. Hierbei spielen Dali-Bilder, Dali-Devotionalien, Dali-Vorträge, Ausstellungseröffnungen mit Oktoberfestcharakter und ein Waggon, der auf dem Dali-Bild „Der Bahnhof von Perpignan“ gemalt ist, eine entscheidende Rolle. Dali hatte selbst geschrieben, daß „der Bahnhof von Perpignan für mich seit Jahren die Quelle der Erleuchtung, eine Kathedrale der Eingebung ist“ und je näher er mit dem Zug „ Lyon kommt immer geringer wird“. Dies ist nachzulesen in dem Buch „S. Dali - Meine Leidenschaften“, das mir Dali 1969 persönlich signiert hat. Das heißt nicht nur, daß in Lyon jegliche „Erleuchtung“ und „Eingebung“ verschwunden ist, sondern daß das „Zentrum des dalinischen Universums“ im Bahnhof von Perpignan liegt und nicht wie der Dali-Adept Roger Erasmy uns glauben machen will, in diesem alten, leeren Güterwaggon, denn man zu den Ausstellungen von „Dalis Erben“ schleppt und worüber Dali nicht eine Silbe gesagt und geschrieben hat! Durch Roger Erasmy, der sich selbst als Dali-Inkarnation sieht (siehe www.erasmy-dali.com ), werden in Le Mont-Dore, in Frankreich ebenfalls Ausstellungen von „Dalis Erben“ rund um Dalis-Apokalypse mit Themenvorgabe veranstaltet, wie nun auch von „Dalis Erben“ Wanderausstellungen stattfinden. Das Engagement der Stadt Le Mont-Dore für diese Aktivitäten, ist in Hinblick zur Bereicherung des Kulturprogramms im Rahmen der Fremdenverkehrswerbung zu sehen. Die uns von Mont-Dore hierzu erreichten Info-eMails, hatten eher die Prosa von Werbezettel von Kaffeefahrten. Aber auch in Frankreich ist ein deutlicher Kontrast zwischen diesen Ausstellungsaktivitäten und der von Lukas Kandl organisierte Phantastengruppe „Libellute – Les Anges annoncent la renaissance du Realisme Magique“ festzustellen, deren Wanderausstellung durch Frankreich im Grand Palais in Paris gestartet wurde und einen bedeutenden Beitrag bei der Öffentlichkeitsarbeit für die Phantastische Kunst leistet! Einen tieferen philosophischen Hintergrund konnte bei den Veranstaltungen von „Dalis Erben“ nicht erkannt werden, noch liegen uns dazu entsprechende Veröffentlichungen vor. Der Hinweiß, dass damit für die Phantastische Kunst geworben werden soll ist zu pauschal, da praktisch jede Kunstausstellung eine Werbeaktion für die am Ort ausgestellte Kunst ist. 2004 hatte ich noch darüber polemisiert, dass „Dalis Erben“ wohl demnächst auch den „großen Phantastenorden aus vergoldetem Blech, mit Eichenlaub und Schwertern, am Hosenband“ verleihen werden und tatsächlich sind unsere Befürchtungen inzwischen eingetreten, da man in Mont-Dore feierlich einen Phantastenpreis austeilt, der so viel wert ist wie ein Karnevalsorden. Ich selbst war 2006 zur Ausstellung „S.Dali - La Gare de Perpignon“ in Köln ins Museum Ludwig eingeladen, wo eine grandiose und umfassende Aus-stellung mit ausführlicher Dokumen-tation zu diesem Original - Bild stattfand und wo ebenfalls ein Original- Waggon präsentiert wurde. Von diesem Waggon scheint es inzwischen mehrere zu geben! Mit Erstaunen musste ich feststellen, daß „Dalis Erben“ nicht einmal die Hintergründe von Dalis Bild „Der Bahnhof von Perpignan“ kannten, welches das Zentrum ihrer Ausstellung bildete. Ludwig Angerer reagierte gereizt, als ich ihm die hocherotische Bedeutung des Bauernpaares erklärte (wobei ich mich ja auf Dali bezog), sodaß man davon ausgehen kann, daß Ludwig Angerer immer noch glaubt, daß das Bauernpaar Kartoffeln aus macht, mit Kartoffelsäcken hantiert, der Bauer seine Frau nur von hinten hebt, daß sie nicht in den Schubkarren in die Kartoffeln fällt und beide nach dem Angelus Bratkartoffeln essen. Dadurch, daß sich diese Phantasten durch ihren Gruppennamen zu einer „Dali Erbschaft“ bekennen, macht man der Phantastischen Kunst einen Bärendienst, weil hierdurch der vollkommen falsche und verheerende Eindruck in der Öffentlichkeit erweckt wird, daß Dali der Vater und Erblasser der ganzen zeitgenössische Phantastische Kunst ist! So hatte zum Beispiel (neben vielen anderen) Edgar Ende schon vor Dali phantastische Bilder gemalt und viele Phantasten betonen, daß ihr Werk nie etwas mit Dali zu tun hatte. Es wäre geradezu aus historischer und kunstpädagogischer Sicht weit wichtiger deutlich zu machen, daß die Phantastische Kunst nicht nur einen, sondern viele Väter hat, oder daß viele Phantasten über- haupt keinen künstlerischen Vater oder Großvater benötigen, weil sie ihre Bilder aus der eigenen Vision entwickeln. Es war schon zur Zeit von Dalis USA- Aufenthalt eine verheerende Entwicklung, weil durch dessen kommerziellen Schaufenster- Spektakel- Surrealismus der Eindruck erweckt wurde, daß Dali der einzige surrealistische Maler sei. (siehe „Der Surrealismus in den USA“ Werner Spies) . „Fragt man nach dem Namen eines Surrealisten, so lautet die Antwort in neuen von zehn Fällen Dali: prägend für dieses –verzerrte- Bild der breiten und komplexen Bewegung des Surrealismus ist also der spanische Künstler, der jedoch in Wirklichkeit nicht mehr war als eine ephemere Randerscheinung dieser Bewegung.“ Arturo Schwarz „DIE SURREALISTEN“ 1990. Was Erasmy und Angerer in unbesonnenem Dali-Enthusiasmus, mit Hilfe unkritischer Phantasten veranstalten, zementiert nur dieses falsche Bild. Es ist Wasser auf die Mühlen der Gegner der Phantastischen Kunst, welche in den Phantasten Dilettanten sehen, die von Kunsttheorie keine Ahnung haben, die als verschrobene Spinner und Dali-Epigonen jenseits der Welt, am Rande der aktuellen Kunst leben! Anstatt dem Dali-Personenkult zu huldigen, wäre es im Sinne einer seriösen Aufklärung weit wichtiger, die Klassiker aus unserem Kulturkreis zu nennen wie: Edgar Ende und Max Ernst, Radziwill und Oeltze, Bele Bachen und Fabius von Gugel, Mac Zimmermann und Woldemar Winkler, Edgar Jené und Kubin usw. Ebenso wichtig ist es, dass die Phantasten heute ihre Position bestimmen, ihre großartigen, imaginären und visionären Bilder in das Feld der heutigen Zeit stellt, dass sie die Hauptperson sind, die in Bilder, Worten und Taten die Richtung angeben und sich nicht in das Schlepptau von Dali, bez. einen Umweg über Dali und seine Erbschaft machen! Der angestrebte Erfolg heiligt deshalb nicht jedes Mittel! Es sei daran erinnert, dass bei den Tagungen in Rolandseck (bei denen immer ausführliche Tagungsberichte an die Teilnehmer versendet wurden), darüber gesprochen wurde, dass die Phantasten endlich von den Kleingruppen – Ausstellungen wegkommen und verschiedene Ausstellungszentren der Phantastischen Kunst einrichten sollen, wodurch auch Ausstellungsübernahmen, oder Gemeinschaftsaktionen möglich sind. Konzeption von LABYRINTHE Das Werk des Künstlers steht im Mittelpunkt, auch das Werk klassischer Phantasten und Surrealisten, das wieder ins Licht der Öffentlichkeit gebracht werden muß. Hierzu wurden uns auch Werke aus Museen und aus privatem Nachlaß übergeben, deren Leihgeber davon ausgehen, daß wir diese in einem entsprechend seriösen Rahmen zeigen. Die Konzeption der von mir organisierten internationalen Ausstellungen „Der Faden der Ariadne“ und „art-imaginär- phantastische und visionäre Kunst - 2007“ wurden von mir mit Roman Hocke, Fritz Hörauf und Gustav Adolf Bähr abgesprochen, dem wir (inklusive seinem Team) die Realisierung dieser sehr aufwändigen Ausstellungen im HERRENHOF Neustadt a.W. verdanken! So zeigten wir Künstler und ihre architektonischen Weltbilder, in eigens dafür gebauten labyrinthischen Räumen, in dessen Mitte ein Minotaurus stand. Phantastische Kunst in Bezug zum Manierismus, als Hommage an Prof. G.R. Hocke und Prof. F.S.Würtenberger. Eine Wunderkammer erinnerte an die Kuriositätenkabinette der Renaissance und der Surrealisten. In Sonderausstellungen präsentieren wir Klassiker der Phantastischen Kunst, wie Edgar Ende, Mac Zimmermann, Joe Hackbarth. Zu den Ausstellungen gibt es Führungen und ein kulturelles Beiprogramm. So hatte der SWF mit unserer Zusammenarbeit die vierstündige Sendung „Phantastische Nacht“ mehrfach gesendet, in der viele phantastische Künstler vorgestellt wurden. Die „art-imaginär“ soll in zwei- oder drei Jahresintervallen gezeigt und immer neu konzipiert werden, wozu uns inzwischen auch das Kultusministerium seine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Der große Erfolg dieser Ausstellungen besteht u.a. darin, daß wir ein breites Spektrum der Phantastischen Kunst in einer eigens dafür geschaffenen Ausstellungsarchitektur zeigen. Dies ist einzigartig in der Bundesrepublik und darüber hinaus, weshalb auch ein großes Interesse von vielen Phantasten besteht sich bei diesen internationalen Ausstellungen beteiligen zu können. So sind auch unter den vielen Besuchern Museumsdirektoren, Kunstvereinsleiter, Galeristen und Kunsthistoriker die uns z.B. schrieben: „Die Ausstellung die Sie zeigen, würde von Umfang und der Qualität her, jedem Landesmuseum alle Ehre machen“ Die Dimension dieser Ausstellungen ist auch an der Anzahl der ausgestellten Kunstwerke zu erkennen. So wurden bei der „Ariane“ – Ausstellung fast 350 und bei der „art-imaginär“ 230 Kunstwerke gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, mit Essays zur Phantastischen Kunst und Bilder und Texte der ausstellenden Künstler. Ein Dokumentationszentrum der Phantastischen Kunst soll zur Zeit mit unserer Unterstützung in Wien realisiert werden. Eines der Hauptziele von LABYRINTHE ist die Einrichtung des „Museum der Phantastischen Kunst“, für das schon Pläne vorliegen und dessen Modell inzwischen mehrfach der Öffentlichkeit präsentiert und sehr positiv aufgenommen wurde. Das Modell und die Pläne werden demnächst Ministerpräsident Kurt Beck vorgestellt. Otfried H. Culmann Feb 2008 -------------------------------------------------------------------------------------------------------- Nachtrag zu „LABYRINTHE verzichtet auf Dalis Erbe“ oder „Appell an die Phantasten“
Auf den veröffentlichten „Situationsbericht zur Phantastischen Kunst“ erfuhren wir eine breite Zustimmung wobei Margit Angerer als Organisatorin von „Dalis Erben“ in Bayern bei ihrer Stellungnahme hauptsächlich ihre ausstellungsorganisatorische Leistung ins Feld führte, die lobenswert und bei jeder Ausstellung die Basisarbeit ist Dies war aber nicht das Thema des Situationsberichtes. Dieser hatte sich mit dem „Appell von Lyon“ und der Ausstellungskonzeption von „Dalis Erben“ und „LABYRINTHE“ auseinander gesetzt. Überraschenderweise erschien am 18. Mai 08 Roger Erasmy bei der Jubiläumsausstellung von Werner Korb im HERRENHOF-Neustadt um sich des Mikrofons zu bemächtigen, um an gemeinsame Ausstellungen zu erinnern und vor dem irritierten Publikum mir vorzuwerfen, daß ich falsche Informationen und böse Beschimpfungen im Internet über ihn verbreiten würde. Außerdem sei ich ein Querulant und zu einer Zusammenarbeit mit den Phantasten nicht fähig. Der Anlaß der Veranstaltung war nicht geeignet auf diese Beschuldigung öffentlich einzugehen, zumal auch das Publikum über die Zusammenhänge nicht informiert war, bez. überhaupt nicht begriff, was Roger Erasmy damit wollte. Eine objektive Meinung über seine Vorwürfe kann jeder am „Situationsbericht - LABYRINTHE verzichtet auf Dalis Erbe“ www.labyrinthe-journal überprüfen, auch hat Roger Erasmy bis heute keine gegenteiligen Fakten vorgelegt. Der Vorwurf des Querulantentums ist deshalb absurd, weil wir seit den Treffen der Phantasten in Rolandseck 1994 große, internationale Phantastenausstellungen mit Beiprogramm organisieren und hierbei eine große Zahl klassische und aktuelle Phantasten zeigen. Ein konkreter Vorschlag einer Zusammenarbeit von „Dalis Erben“ bez. von Roger Erasmy liegt bisher nicht vor, noch kann bei der augenblicklichen Sachlage eine Möglichkeit einer Zusammenarbeit gesehen werden, da vielen Phantasten einen Dali-Personenkult und ein Bekenntnis zu einem dilettantisch verfassten Appell ablehnen bez. nicht zuzumuten ist. Hierbei wird auch deutlich, was und wer hier Gräben zwischen den Phantasten aufreißt und wie ernsthaft der von „Dalis Erben“ beschworene Appell zur Solidarität der Phantasten zu verstehen ist.
Die Ausstellungen und Phantastentreffen vom ZENTRUM DER PHANTASTISCHEN KÜNSTE und LABYRINTHE wurden in der Villa Rolandseck, auf Schloß Honhardt, in der Zitadelle in Berlin und im Kulturzentrum HERRENHOF Neustadt veranstaltet.
Meine Richtlinie sind die Ausstellungen: „LABYRINTHE- Phantastische Kunst vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ Kunsthalle Nürnberg und Baden-Baden, „ars phantastica“ Nürnberg, „Reiche des Phantastischen“ Recklinghausen, „Surrealismus in Europa“ Köln, „Malerei des Surrealismus“ Hamburg die zwischen 1968-69 gezeigt wurden und durch ausführliche Kataloge dokumentiert sind. Dieses waren in Deutschland die wichtigsten und größten Ausstellungen über internationale, historische und aktuelle Phantastische Kunst !
Weitere Richtlinien sind die kunstwissenschaftlichen Schriften von Prof. Wieland Schmied, Prof. G.R. Hocke und Marcel Brion. Außerdem stehen wir mit weiteren Kunsthistorikern und Kunstschriftsteller in Verbindung, die sich schwerpunktmäßig mit dem Surrealismus und der Phant. Kunst auseinandersetzen und die uns jederzeit beratend zur Seite stehen.
Der „Appell von Lyon“ wurde von Roger Erasmy 2004 verfasst, zum DOGMA erhoben und in den Katalogen von „Dalis Erben“ in Wolnzach und Mont Dore bis heute immer wieder abgedruckt. Da dieser von den ausstellenden Künstlern unterschrieben, bez. diesem zugestimmt werden mußte, hatten wir die Aktionsgruppe „Philosophie“ aktiviert, die den „Appell von Lyon“ wegen gravierender inhaltlicher Fehler ablehnte! Daß es Phantasten gegeben hat, die leichtfertig und unbedacht den „Appell von Lyon“ unterschrieben haben, oder unter diesem "Appell" ausstellen, verändert nicht dessen Inhalt zum Besseren!
Obwohl wir diese Diskussion als abgeschlossen ansehen, möchten wir den Anfragen von Kollegen und Kunsthistorikern nachkommen und den „Appell von Lyon“ und unsere kritische Argumentation der Vollständigkeit halber hiermit nochmals veröffentlichen. Die rot (bez. unterstrichenen) Sätze, sind die von uns kritisierten Passagen!
Der Appell von Lyon
"In Zusammenhang mit dem Jubiläumsjahr Salvador Dali 2004 beschließen die unterzeichnenden Kunstmaler und Schriftsteller der phantastischen Kunstrichtung folgende Prinzipien: c) die Veranstaltung - durch kollektive und solidarische Bemühungen - neuartiger kultureller Evente sowie originaler Ausstellungen, welche die Aufmerksamkeit des Publikums auf die überlegenen Werte der phantastischen Kunst ziehen.
„Dalis Erben“ - Roger Erasmy
Kritik: Zu 1* Getreu dem Erbe von Salvador Dali, genialer surrealistischer Maler, Meister der imaginären und phantastischen Kunst, welcher sich mit Heftigkeit den "Betrügern der veralteten modernen Kunst entgegensetzte, um sich als Retter der schönen universalen Malerei zu behaupten, Dali hat sich nach dieser Lyon-Manifastation zufolge, „ mit Heftigkeit den Betrügern der veralteten modernen Kunst entgegengesetzt, der auch „Dalis Erben“ folgen sollen. Was eine „veraltete modere Kunst“ ist, wird hierbei nicht weiter erläutert. Fest steht, daß Dali (wie auch alle Surrealisten und Phantasten dieser Zeit) Teil der „Modernen Kunst“ sind und in jedem „Lexikon der Modernen Kunst“ wird man Dali und die Surrealisten finden! Der Begriff „Modern“ lat/franz. bedeutet „zeitgemäß, neu“ und gab es schon als „maniera moderna“ in der Renaissance. Die Surrealisten und Phantasten müssten sich demnach praktisch selber bekämpfen!
Zu 2* angesichts der allgemeinen Konfusion welche auf dem internationalen Kunstmarkt herrscht, im Bewußtsein der Leere der sogenannten "zeitgenössischen Kunst", aufgebaut auf Installationen, virtuellen Montagen und konzeptionellem Kitsch ohne wahren kulturellen Inhalt, Auch hier wird wieder düster herumschwadroniert und wird vorausgesetzt, daß der Leser weiß, was der Verfasser damit meint. Wir wissen es nicht, denn wenn er einerseits Dali als leuchtendes Beispiel positiver Kunstausübung und Erbschaft präsentiert, kann er auf der anderen Seite sich nicht abwertend gegenüber „Installationen und virtuellen Montagen und konzeptionellem Kitsch“ geben, weil doch Dali selbst schon früh mit diesen Mitteln gearbeitet hat (siehe Regentaxi, geteertes Telefon und weitere Installationen im Dali-Museum Figueras). Die Mittel des Happenings waren ihm nicht fremd und viele seiner Objekte wie Lippensofa usw. zeigen Dali als Vorläufer der Pop-Art. Der ganze Film „Weiches Selbstportrait“ von Jean-Chrsitophe Averty , sowie das Buch „DADADALI„ sind ein Bekenntnis zur „POP-OP-Yes-Yes-Pompier- Kitschkunst“. Um es deutlich zu sagen, man kann nicht Kunstgebärden bekämpfen, wenn man den Großmeister Dali als beispielgebende Galionsfigur des Dali-Erben-Schiffes ist, der diese selbst immer wieder angewandt hat!
3* sind wir gewillt unsere Entschlossenheit in Taten umzusetzen durch die Gestaltung offensiver Kampagnen, welche die Wiederaufwertung der phantastischen Kunst sowie die internationale Anerkennung der kreativen, der surrealen und visionären Malerei zum Zweck hat. Der Verfasser hat von der Sachlage keine Ahnung, bez. weiß die Situation nicht zu differenzieren! Die Kritik ist an dem Punkt anzusetzen, wenn man z.B. die Frage aufwirft, wieso sind Maler der „Wiener Schule des Phant. Realismus“ (die z.Z. in Wien ausgestellt werden) und Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Künstler Österreichs zählen, nicht in der öffentlichen Sammlung vertreten. Oder die Forderung, daß Phant. Künstler von heute, in öffentlichen Museen und Sammlungen genau so gesammelt und gezeigt werden, wie Künstler anderer Kunsttendenzen. Das Werk von Edgar Ende kam erst in den letzten 10 Jahren wieder in die Öffentlichkeit. Das Werk von Thomas Häfner ist fast vergessen und das Werk Woldemar Winklers viel zu unbekannt. usw. Es soll auch dagegen gewirkt werden, daß deutlich gemacht wird, daß die Phant. Kunst nicht mit Dali 1930 angefangen und nicht mit den klassischen Surrealisten aufgehört hat, sondern eine Konstante in der Kunstgeschichte ist, wie das z.B. G.R. Hocke in seinem Buch „Die Welt als Labyrinth“ dargestellt hat!
Zu a) Wiederherstellung des Zaubers der Kunst durch die Verherrlichung des Imaginären und des Wunderbaren, welches auf den antiken Mythologien und den originären Kulturen beruht.
Der Satz liest sich im ersten Teil ganz schön, wird aber im 2.Teil total konfus, bez. ist einfach Quatsch! Wieso „beruhen“ „ die Imagination“ und das „Wunderbare“ „... auf den antiken Mythologien und den originären Kulturen"? Dies ist überhaupt nicht nachvollziehbar und eine an den Haaren herbeigezogen Behauptung! Es sei daran erinnert , daß Ramon Gomez de la Serna sehr zutreffend z.B. von Dali schrieb, er mache " Mythen ohne Mythologie"! ) Zu c) die Veranstaltung - durch kollektive und solidarische Bemühungen - neuartiger kultureller Evente sowie originaler Ausstellungen, welche die Aufmerksamkeit des Publikums auf die überlegenen Werte der phantastischen Kunst ziehen.
Was die „überlegenen Werte der phantastischen Kunst“ sein sollen, wird wieder nicht erklärt, auch nicht wem sie „überlegen“ sein sollen. Man muß weiter kritisch einwenden, daß sich nicht jedes phantastische Kunstwerk und jeder Phantast nur weil er phantastisch malt, schon Qualität besitzt oder deshalb eine bessere Bewertung erfahren kann, wie Künstler anderer Kunsttendenzen.
Zu d) In Erinnerung des fabelhaften Erbes von Salvador Dali und unter der respektvollen Verehrung der alten Meister, welche während Jahrhunderten das Phantastische gepflegt haben (Bosch, Breughel, Grünewald, usw...) verpflichten wir uns der Leichtfertigkeit zu widerstehen und die Mode der zeitgenössischen Tendenzen zu bekämpfen durch die Fortführung unserer anspruchsvollen kreativen Bemühungen auf der Suche des Tiefsinnigen, des Vollkommenen, des Universalen, des Erhabenen und des Schönen. Dies im Sinne einer zweckmäßigen Nutzung der Kunst im Dienst der Prägung eines neuen Humanismus."
Der grauenhafte Satz : ".. respektvolle Verehrung der alten Meister, welche während Jahrhunderten das Phantastische gepflegt haben... " lässt nur den Schluß zu, daß der Verfasser über die Intention, die qualvolle Heimsuchung, von der Überwältigung der Visionen, vom meditativen Tagtraum, von schöpferischen Prozeß des Phantasten absolut nichts weiß! Es stimmen nicht nur die Begriffe nicht, sondern es fehlt jegliches Verständnis für den Sachverhalt. Einen Kranken kann man "pflegen", daß aber „die alten Meister während Jahrhunderte, das Phantastische pflegten.“ legt den Schluß nahe, daß das Phantastische krank im Bett lag und die alten Meister mit Wadenwickel und Lebertran das Phantastische über Jahrhunderte am Leben erhielten. Wen wundert des da noch, daß das Phantastische es heute so schwer hat?! Leider geht es mit den falschen Formulierungen weiter: ..." und die Moden der zeitgenössischen Tendenzen zu bekämpfen" Was sind "die Moden der zeitgenössischen Tendenzen"? Ein vollkommen in sich verbauter Satzinhalt ohne konkrete Aussage über Moden und Tendenzen! Außerdem, wie sollen diese „bekämpft“ werden - mit Feuer, Dynamit, Gewehr, Lanze, Schwert, Bratpfanne oder Nudelholz? Unverständlicher Aktionismus mit aufgeschäumter Militanz! Weiter wird "die Suche nach dem Tiefsinnigen, des Vollkommenen, des Universalen, des Erhabenen und des Schönen" hervorgehoben. Wenn man einmal davon absieht, daß man auch hier wieder nicht genau weiß was der Verfasser konkret damit meint, so muß doch deutlich daraufhingewiesen werden, daß nicht alles bei der phant. Kunst „tiefsinnig“ ist und sein muß, daß gerade im Manierismus (der ein Zweig der Phant. Kunst ist) nicht die „Vollkommenheit“ gesucht wurde, weil er eine Anti-Klassik war (und ist), auch das "Universale" und „Erhabene“ genau so wenige gesucht wird, wie die „Schönheit“, denn dann könnten wir Bosch, Giger, DADO, Goya, Beksinski, Kubin, Monsu Desiderio, Dali und viele andere Künstler nicht zur Phantastischen Kunst rechnen, weil diese nicht die Schönheit suchten, sondern auch die andere, die dunkle, hässliche, die grauenhafte Seite der Welt! Auch hier wird wieder deutlich, daß der Verfasser sich Dinge ausdenkt und frei zusammenfantasiert die nichts mit der Phantastischen Kunst zu tun haben – besten Falls der Klassik angehören, welche aber der Gegenpol des Manierismus und der phantastischen Kunst ist! Der Satz : „ Dies im Sinne einer zweckmäßigen Nutzung der Kunst im Dienst der Prägung eines neuen Humanismus." liest sich schön und wir sind alle für mehr Humanismus in der Welt. Nur, wenn eine solche Forderung unter dem Patronat des Extremegozentrikers Salvador Dali gestellt wird, hat der Verfasser des „Appells von Lyon“ entweder von Dalis Charaktere keine Ahnung, oder betreibt bewusste Fälschung, denn Dali hatte eine „menschenverachtende Geisteshaltung“ (Gibson) die nur noch von seiner Frau Gala übertroffen wurde! „Dali hielt seine Maske lebenslang hartnäckig fest – oder doch beinahe- und war dabei oft unbarmherzig gefühllos gegen die Forderungen des gewöhnlichen Anstands und der Ehrlichkeit. Um seiner Pose willen war er bereit, die Wahrheit zu verdrehen und manchmal die Leute zu verraten, die meinten, seine Freunde zu sein. Dazu gehört, die Bedeutung Bretons und des Surrealismus zu verfälschen oder zu leugnen, daß er zum antiklerikalen Inhalt von „Láge d´or“ beigetragen hatte, oder vorzuspiegeln, daß er ein katholischer Mystiker sei. Dazu gehörte auch, sein Talent zu prostituieren und beim Betrug mitzumachen.“ Ian Gibson „S.DALI – Die Biografie“
Wer unter dem Patronat Dalis einen „neuen Humanismus“ fordert, hat jegliche Sensibilität im Umgang mit Fakten, Manifestationen und gegenüber Menschen bei denen wirklich der Begriff des Humanismus zutrifft verloren! Dieses Machwerk von „Appell von Lyon“ wird heute noch in den Katalogen von „Dalis Erben“ verbreitet und soll nach Roger Erasmy „in die Kunstgeschichte eingehen“, was für die Phantastische Kunst eine Katastrophe bedeuten würde!
Roger Erasmy wollte von unserer "Philosophierereien" in Bezug auf unsere konstruktiv vorgetragenen Kritik zu dem Appell nichts wissen, nennt diese "Haarspaltereien" und hatte "weder Lust noch Zeit darauf zu antworten".
Sicherlich hat der Verfasser des „Appells von Lyon“ es mit seinem Manifest gut gemeint, aber wie man sieht hat er einfach davon keine Ahnung und bringt die Phantastische Kunst dadurch nur in ein miserables Licht! Es gibt „Erben Dalis“ die haben ihre Zustimmung zurückgezogen, andere haben uns berichtet, daß sie das nie unterschrieben hätten wenn es von ihnen verlangt worden wäre. Die welche ihn unterschrieben haben, weil ihnen „ein paar Zeilen“ einigermaßen gefallen haben, seien daran erinnert, daß sie sich in dem „Appell von Lyon“ „ verpflichtet haben, der Leichtfertigkeit zu widerstehen!“ und es wäre an ihnen gelegen, dieses Machwerk erst überhaupt nicht an die Öffentlichkeit kommen zu lassen!
Selbstverständlich kann jeder eine Künstlergruppe bilden und Ausstellungen machen wie er will. Wenn die Phantasten vom Fachpublikum ernst genommen werden möchten, so müssen sie aber auch alles in der Hinsicht unternehmen, daß sie ihr öffentliches Erscheinungsbild, das ganze Spektrum der Phant. Kunst historisch und aktuell darstellen, daß nicht nur die Organisation, sondern auch Appelle, Manifeste und Inhalte von hoher Professionalität sind und sich die Phantasten nicht durch dilettantische pathetische Appelle blamieren und in ein Dali-Delirium mit Oktoberfestspektakel vermanschen lassen!
Otfried H. Culmann
Juni 2008
____________________________________________________________________________
Bullshit im Kulturbetrieb! Prof. Harry G. Frankfurter von der Princeton – Universität, tätig im Fach Moralphilosophie, kommt in seinem Buch „Bullshit“ zu der Erkenntnis: Bullshit – ist opportunistischer Umgang mit der Wahrheit. Bullshit ist es egal ob etwas wahr oder falsch ist. Hauptsache, es wirkt und verkauft sich. Wirkung und Quote sind wichtiger wie Wahrheit und Wirklichkeit. Im Gegensatz zum Lügner, der absichtlich unwahre Behauptungen aufstellt und die Wahrheit daher auch kennen muß, interessiert sich der bullshitter gar nicht für die Wahrheit. Da es ihm nur um leeres Getue geht, hat er für die Wahrheit keine Verwendung. Somit ist der Bullshit für die Wahrheit eine noch größere Gefahr als die Lüge. Es kümmert den „Bullshiter" nicht, wie er einen Sachverhalt darstellt, so lange es seinem Zweck dient. Wir sind regelrecht umzingelt von Bullshit: inhaltsleerem Geschwätz, sprachlichen Hohlheiten, die irgend einen Effekt erzielen, aber nichts aussagen wollen. Frankfurter formuliert dabei die unangenehme Frage: Warum tolerieren wir so viel Bullshit, obwohl er doch ein größerer Feind der Wahrheit ist als die Lüge? Ein Grund liegt laut Frankfurt darin, dass in Demokratien besonders häufig jemand glaubt, sich öffentlich zu einem Thema äußern zu müssen, von dem er einfach keine Ahnung hat. Einen zweiten Grund sieht er in einem weit verbreiteten, in seinen Augen aber abstrusen Skeptizismus, der Aufrichtigkeit höher stellt als Richtigkeit, weil er davon ausgeht, dass einem das eigene Innenleben eher zugänglich ist als die Welt um einen herum. Frankfurt dazu: "Bullshit". "Wenn jemand ... nur noch danach fragt, ob Behauptungen ihm in den Kram passen oder nicht, kann seine Wahrnehmung der Realität darunter leiden oder sogar verloren gehen." Bullshit trete besonders dann auf, wenn Menschen über etwas reden, von dem sie keine Ahnung haben. Wenn man nichts über ein Thema weiß, kann man es auch nicht als wahr oder falsch klassifizieren, sondern kann nur gleichgültige Hohlphrasen unters Volk bringen. Bullshit sind Fernsehshows deren einziger Zweck ist durch Klamauk Zuschauer vor die Glotze zu bekommen (z.B. durch Ärsche, Titten, Tränen, Emotionen usw.) und es als „Erfolg“ verkündet wird, wenn die Quote steigt. Auf das selbe Niveau des Bullshit begibt man sich, wenn es bei Kunstausstellungen nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um ein Spektakel für irgend einen „Erfolg“ geht. Der Hinweiß auf „den Erfolg“, wird hier wie ein intensiver, alles übertönenden Sirup verwendet, der über eine Speise mit zweifelhaftem Gehalt gegossen wird und man von der Speise auf den Sirup ablenkt und man behauptet: „Nicht die Speise, sondern der Sirup ist an dem Essen das wichtigste!“ Der Bullshit-Künstler lässt sich nicht mehr von seinen „Instanzen des Inneren“ von seiner subjektiven künstlerischen Intention, Idee, Vision leiten, sondern seine Überlegung geht dahin, mit welchen seichten oder einfach gestrickten, anbiedernden oder opportunistischen Bildinhalten und Darstellungen er Wirkung und Kaufinteresse beim Publikum erzielt oder mit welchen Inhalten provoziert er Skandale (Sexexzeß, Politikschelte, Religionsbalsphemie bevorzugt) um damit in die Medien zu kommen. Dali schrieb in „La femme visible“, daß es bald möglich werde „die Verworrenheit zu systematisieren und die Welt der Realität völlig unglaubwürdig zu machen.“ Hierzu verwendete er die „paranoisch – kritische Methode“, eine systematische Fehlinterpretation der Wirklichkeit, wobei Dali die Wirklichkeit in seinem Sinne so hin bog (oder hin log), bis sie in sein Denkschema bez. phantastisches – subjektives Weltbild paßte. Diese Methode wurde von ihm sowohl im künstlerischen Bereich, wie im Leben angewandt, sodaß Dalis Äußerungen, Schriften (wie z.B. seine Memoiren usw.) mehr unter dem Aspekt der Dichtung, wie aus der Sicht der Realität zu sehen sind, ganz davon abgesehen, daß Dali einen „opportunistischen Umgang mit der Wahrheit“ hatte und demnach ein Vertreter von Bullshit war. Daß dies eine „kritische“ paranoische Methode ist, soll daraufhinweisen, daß Dali hiermit keine psychische Erkrankung meinte, sondern eine bewußt eingesetzte Verfremdungstechnik bez. ein Manipulationssystem, das aber vom Phänomen der psychischen Erkrankung inspiriert wurde. Für den Benutzer der paranoisch-kritischen Methode besteht die Gefahr, daß das Umfeld ihn nicht mehr ernst nimmt, weil man davon ausgehen muß, daß alles was er sagt und schreibt, erdichtet ist und nicht der Wahrheit entspricht ! Also nochmals: Bullshit – ist opportunistischer Umgang mit der Wahrheit. Bullshit ist es egal ob etwas wahr oder falsch ist. Hauptsache, es wirkt und verkauft sich. Wirkung und Quote sind wichtiger wie Wahrheit und Wirklichkeit. (Zitate aus verschiedenen Rezessionen) |
|
|
| 13. Februar 2008 |
Zum Tode des surrealistischen Maler Wolfgang Lettl |
|
|
|
Zum Tode Wolfgang Lettls - eine Würdigung der IHK Schwaben „Wolfgang Lettl ist gegangen, und damit ein Großer. Seine Größe fand und findet sich nicht nur in seinem künstlerischem Schaffen, in seinen zahlreichen Bildern. Auch als Mensch hinterlässt dieser feinsinnige, kultivierte und immer so bescheidene Sohn Augsburgs tiefe Spuren. Wir tauern um eine herausrsgende Persönlichkeit und einen Künstler von hohem Rang, dessen Wirkungskreis weit über seine Geburts- und Heimatstadt sowie die Region hinausreicht. Wahre Kosmopoliten im Geiste gibt es wenige - er war einer von ihnen. Wolfgang Lettl war kein Provokateur aus Prinzip. Das hätte schon zu seiner feinen Persönlichkeit nicht gepasst, geschweige denn zu seiner künstlerischen Auffassung. Nein, nur provozieren wollte er nicht. Anstellig sein aber auch nicht. Ihm war es ein Anliegen, nicht nur das unmittelbar Sichtbare zu zeigen. Viel wichtiger war ihm, das Unterbewusste sichtbar zu machen, in seinen Bildern Phantasie und Imagination Raum zu geben. Damit wollte er eingreifen, gegen den Strich bürsten, unbequem sein. Entstanden ist daraus ein Lebenswerk, das rund 500 Bilder umfasst. Fast bis zuletzt hat die Schaffenskraft gewirkt. Wenige Wochen erst sind vergangen, seit die letzte Sonderausstellung im Dezember vergangenen Jahres in den Räumen der IHK eröffnet worden ist. Schon verwehrte ihm sein Gesundheitszustand die Teilnahme. Gleichwohl war er auch an diesem Abend prä- sent. Sein Sohn Florian sprach für ihn, führte thematisch gebündelt durch Gesamtwerk und den Bogen der letzten Arbeiten. Prophetisch der Titel der Sonderausstellung: „Opus 88 - Finale - allegro ma non troppo". Nun ist das Finale gespielt und wir bleiben in Trauer betroffen zurück. Doch wir sind uns sicher, Wolfgang Lettl hätte entschieden dagegen votiert, Geschehnisse und Wirkmächtigkeit seiner Bilder nur retrospektiv zu betrachten und zu bewerten. Er würde den Blick nach vorne gewandt wissen wollen. Denn seine Bilder wirken fort. Fordern uns und künftige Betrachter immer wieder dazu auf, sich seinen Anregungen, seinen Schöpfungen zu stellen. Genau das werden wir tun; ihn als Menschen in unverbrüchlicher Erinnerung behalten und den Künstler Wolfgang Lettl mit seinen Bildern in uns weiterleben lassen." Hannelore Leimer Präsidentin der IHK Schwaben Augsburg, im Februar 2008 Gelegenheit zum Abschiednehmen ist am 1. März 2008, 11.00 Uhr im Lettl-Museum in Augsburg www.lettl.de |
|
|
| 08. Februar 2008 |
Ausstellungen 2008 |
|
|
So 13. Januar 200850 Jahre Phantastischer Realismus – Hochburg in WestfalenAuch wenn eine Gruppe von Künstlern um den Kunstprofessorund Schauspieler Albrecht Paris Gütersloh (!) in den 50er Jahren in Wien die malerische Tendenz und Stilrichtung des Phantastischen Realismus begründet hat, so gibt es Gegenden, in denen diese Kunstrichtung bis heute stark vertreten ist. Im Jubiläumsjahr 2008, in dem das Untere Belvedere in Wien eine große Retrospektive veranstalten wird, ist in der Kunstregion Westfalen ebenfalls eine Hochburg des Phantastischen Realismus auszumachen. Dann ist der Maler Werner Dreyer in Rheda-Wiedenbrück zu Hause, der ebenfalls zum Phantastischen Realismus zu zählen ist und der zur Zeit in der Städtischen Galerie in Rheda-Wiedenbrück ausstellt. Weiter ist Nikolaus von Bentheim in Herzebrock-Clarholz zu Hause, der ebenfalls zu dieser Malrichtung gehört und der im Jahr 2008 im Kunstverein Gütersloh ausstellen wird. Last but not least ist die Woldemar-Winkler-Stiftung als Nachlassverwalterin des Phantastischen Realisten Woldemar Winkler in Gütersloh ansässig und kümmert sich von dort um die Verbreitung des 102jährig verstorbenen Künstlers. Auch wenn nur Nikolaus von Bentheim in der Region geboren ist, Winkler stammt aus Dresden, Dreyer aus Wattenscheid und Benedikt aus Wien, ist es schon erstaunlich, das diese dem Realismus verschriebene, altmeisterlich malende Kunsttendenz in Westfalen so vertreten ist. Der Phantastische Realismus, wie es Ernst Fuchs formulierte: „ amalgamiert Historisches und Aktuelles”. Einen Hang zum Akademischen kann man der Stilrichtung nicht absprechen, aber dadurch ist sie zur Zeit wieder sehr gefragt und das nicht nur Dank Gütersloh in Westfalen!
Phantastischer Realismus Unteres Belvedere 20. Mai bis 14. September 2008 Wien
Phantastischer Realismus (20. Mai bis 14. September 2008) im Unteren Belvedere. Knapp 50 Jahre nach der ersten musealen Ausstellung der Phantastischen Realisten in der Österreichischen Galerie plant das Belvedere eine Ausstellung der Wiener Schule des Phantastischen Realismus in der Zwischenkriegszeit. Ausgehend von den Ursprüngen des Phantastischen Realismus, dem Surrealismus in Frankreich mit Salvador Dali und den magisch-dämonischen Tendenzen in Österreich mit Albert Paris Gütersloh und Alfred Kubin, Franz Sedlacek und Hans Fronius werden die Werke von Wolfgang Hutter, Rudolf Hausner, Anton Lehmden, Ernst Fuchs und Arik Brauer, aber auch von Edgar Jené, Fritz Janschka, Richard Doxat und Curt Stenvert präsentiert.
AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2008 Max Ernst - Une semaine de bonté 20.2.–27.4.2008 Pressekonferenz: 19.2.2008, um 10 Uhr Die Originale für den Collageroman „Une semaine de bonté» von Max Ernst gehören zu den wohlgehütesten Geheimnisse der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Blätter, die der Drucklegung der berühmtesten Bildgeschichte des Surrealismus zugrunde liegen, wurden bis heute nur ein einziges Mal gezeigt - im März 1936 im „Museo Nacional de Arte Moderna“ in Madrid. Max Ernst fertigte die 182 Collagen im Jahr 1933 in einem dreiwöchigen Urlaub in Italien an. Sie dienten als Druckvorlage für den surrealistischen Bilder-Roman „Une semaine de bonté“, der in fünf Büchern im Laufe des Jahres 1934 in Paris erschien. Das zugrundeliegende Bildmaterial entstammte französischer Trivialliteratur vom Ende des 19. Jahrhunderts, deren Inhalt vielfach Eifersucht, Mord und Totschlag war. Diese „Groschenromane“ waren häufig mit groben Holzschnitten illustriert, die Max Ernst als Vorlage für seine Collagen benutzte. Die deutsche Fassung des Romans erschien unter dem Titel „Die weiße Woche. Ein Bilderbuch von Güte. Liebe und Menschlichkeit“. Die Original- Collagen dieser absurd-phantasievollen Bildergeschichte wurden bis heute nur ein einziges Mal im Jahr 1936 Museo Nacional de Arte Moderna in Madrid gezeigt. Die Albertina präsentiert die, von der Isidore Ducasse Foundation in New York als Leihgabe zur Verfügung gestellten Collagen vom 20. Februar bis 27. April 2008 erstmals seit 75 Jahren vollständig, begleitet von Dokumentationsmaterial. Die Ausstellung wird vom Max-Ernst-Spezialisten Prof. Dr. Werner Spies kuratiert und von einem umfangreichen Katalog begleitet, der die Collagen erstmals farbig reproduziert. Aus: „Max Ernst. Une semaine de bonté“ Isidore Ducasse Foundation © Albertina
Tagungen Gasttagungen 2008Jahrestagung der Friedrich-Schlegel-Gesellschaft: »Friedrich Schlegels Europa« Jahrestagung der Maximilian-Gesellschaft Kulturtheoretische Kontexte für die Literaturdidaktik Surrealismus in der Deutschen Literatur Surrealismus in der Deutschen Literatur Deutsches Literaturarchiv Marbach, 4. bis 5. Juli 2008, 9 bis 16 Uhr Home » Kunst & Kultur » Museen Seite an einen Freund schicken Les yeux enchantés Zeichnungen und Druckgrafik des Surrealismus 2008-09-27 - 2009-01-11 Der Surrealismus war ursprünglich eine literarische Bewegung, was Max Morise veranlasste, in der ersten Nummer der Zeitschrift La Révolution Surréaliste vom 1. Dezember 1924 unter dem Titel «Les yeux enchantés» gegen die surrealistische Bildkunst zu polemisieren. Doch nur ein Jahr später setzte sich André Bretons Auffassung durch, wonach Malerei und Zeichnung eine wichtige Rolle im Surrealismus zukomme. Anhand einer illustren Künstlerschar wird in dieser Ausstellung untersucht, welche graphischen Techniken und künstlerischen Strategien die Surrealisten entwickelten, um der Traumwelt und dem Unbewussten eine visuelle Ausdrucksform zu geben. Erstmals werden im Rahmen dieses Projektes Bestände des Kupferstichkabinetts unter dem Gesichtspunkt des Surrealismus befragt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Vertreten sind unter anderen: Otto Abt, Hans Arp, Serge Brignoni, Max Ernst, Alberto Giacometti, Meret Oppenheim, Joan Miró, Francis Picabia, Man Ray und Walter Kurt Wiemken. Kunstmuseum Basel KontaktSt. Alban-Graben 16CH - 4010Basel +41 (0)61 206 62 62 +41 (0)61 206 62 52 pressoffice@kunstmuseumbasel.ch www.kunstmuseumbasel.ch Tram 2/15 > Kunstmuseum Max Ernst: "Europa nach dem Regen I" (1933)(Nachtrag!)Pressekonferenz Einladung zur Vorbesichtigung von Max Ernsts Gemälde "Europa nach dem Regen I" aus dem Jahr 1933 gehört zu den eindrucksvollsten Werken, die der Künstler vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geschaffen hat. Es gilt als ein Hauptwerk des Surrealismus und konnte dank finanzieller Unterstützung der Museumsstiftung Baden-Württemberg, der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung für die moderne Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe erworben werden. Die festliche Übergabe der Erwerbung wird am Freitag, dem 9. November 2007, um 17 Uhr in der Rotunde der Orangerie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe stattfinden. Der Presse möchten wir schon um 15.30 Uhr die Gelegenheit geben, diese herausragende Neuerwerbung in Augenschein zu nehmen und sich über deren Erwerb zu informieren. Nach seiner Übersiedlung 1922 von Köln nach Paris erprobte Max Ernst neue künstlerische Arbeitsweisen, die beispielsweise 1925 mit dem Frottage-Verfahren in seinem frühen Hauptwerk "Histoire naturelle" zur Anwendung kamen. In den folgenden Jahren entstanden Bildfolgen zu "Horden" und "Wäldern". Nach den tief greifenden Veränderungen, die der Erste Weltkrieg in Deutschland und die Russische Revolution von 1917 in Europa ausgelöst haben, schafft Max Ernst 1933 mit dem Gemälde "Europa nach dem Regen I" ein Kunstwerk, das Europa auf rätselhafte Weise nach einer im Titel angedeuteten Flut zeigt. Das überwiegend aus einem bemalten Gipsrelief bestehende Bild zeigt ein Europa ohne die bekannten Staatsgrenzen. Das bemalte Gipsrelief lässt Europa gleichsam in einer versteinerten Oberfläche auferstehen. Der ordnende Blick sucht vergeblich nach dem italienischen Stiefel, auch die markanten geographischen Grenzen von Frankreich und der iberischen Halbinsel sind verloren gegangen, während neue, imaginäre Grenzlinien willkürlich neue Territorien entstehen lassen. Einzig die Lage des Mittelmeers erscheint dem Betrachter vertraut, das aber durch die geographische Verformung den Zugang zum Atlantik verloren hat und in ein Binnenmeer transformiert worden ist. Auch das Schwarze Meer wird von Osten nach Westen verlagert, so als wäre Europa entlang der Nord-Süd-Achse gefaltet worden. Der beklemmende Eindruck, den die Naturkatastrophe der Sintflut in Europa hervorruft, wird durch die feinen, rot gestrichelten Schifffahrtsrouten aufgebrochen, da in ihnen eine mögliche Bewegung der Menschen zumindest auf See angedeutet |